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Trenthorster Institut : Wald, Wildkräuter und Weinprobe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Jahresprogramm 2014 des Thünen-Instituts für ökologischen Landbau in Trenthorst hält Neues und Altbewährtes bereit.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 18:32 Uhr

Wie funktioniert naturnahe Waldnutzung? Wer macht das schönste Foto des Jahres von Mensch und Tier? Wer hat Lust, in der Küche des Herrenhauses en festliches Menu zu kochen oder bei der Apfelernte dabei zu sein? Wie jagt man ohne Blei und Schrot? Wie kann ich zum Naturschutz in meiner Region beitragen?

Spannende und unterhaltsame Themen hält das neue Jahresprogramm des Trenthorster Instituts für ökologischen Landbau bereit. „Wir wollen mit unseren Veranstaltungen zwar unterhalten, aber auch auf wichtige Themen aufmerksam machen und Wissen vermitteln“, sagt Vorsitzender Friedrich-Carl Wodarz. Dabei, so Wodarz mit einem Augenzwinkern, gebe es sicher auch den einen oder anderen pädagogischen Ansatz. Dass der 156 Mitglieder starke Förderverein mit seinen Angeboten genau richtig liegt, zeigen die Teilnehmerzahlen 2013: Rund 500 Menschen aus der Region kamen nach Trenthorst. „Das sind im Durchschnitt so 30 bis 40 pro Veranstaltung“, freut sich Kurt Weirauch vom Förderverein über die positive Resonanz.

Eine Veranstaltung liegt dem Förderverein besonders am Herzen. „Naturnahe Waldnutzung“ heißt der Vortrag des international renommierten Fachmanns und Forstdirektors Dr. Lutz Fähser, der am Freitag, 17. Januar, um 19 Uhr im Herrenhaus stattfindet. „Er weist nach, dass der Spagat zwischen Ökologie und wirtschaftlichen Ansprüchen im Wald gelingen kann“, so Wodarz. Das Konzept der naturnahen Waldnutzung wurde von Lutz Fähser im Lübecker Stadtwald entwickelt. Ein Feld, so der Vorsitzende, auf dem eine Menge Aufklärungsbedarf herrsche – auch über das neue Nachhaltigkeitssiegel FSC. Stürme zeigten die Fehler, die in der Vergangenheit durch Monokulturen begangen worden seien. Denn, so Wodarz, ein stabiler Wald werde von einem Sturm wie „Christian“ nicht umgehauen.

Ein weiteres brisantes Thema ist die Frage, ob das beim traditionellen Jagen jährlich verschossene Blei – geschätzte 120 000 Kilogramm pro Jahr – nicht durch Plastik oder Stahlpatronen ersetzt werden kann. Denn, so ist sich Referent Diplom Forst-Ingenieur und Jäger Eckehard Heisinger sicher: Blei hinterlässt giftige Spuren im Wildfleisch und wird außerdem in der Nahrungskette weitergetragen. „An diesem Abend wird bestimmt mit Argumenten heftig geschossen werden“, schmunzelt Wodarz. Hinterher gebe es aber zur „Versöhnung“ ein gemeinsames Wild-Essen (Freitag, 11. April, 19 Uhr). Ähnlich hoch her wird es beim Diskussionsabend mit Minister Dr. Robert Habeck am Mittwoch, 21. Mai, gehen. Dort soll eine Zwischenbilanz rot-grüner Umweltpolitik gezogen werden.

Neu im Programm ist das Schlachtfest, das voraussichtlich im November stattfinden wird. Ein heikles Thema, denn Tiere müssten nun einmal geschlachtet werden, und Fleisch komme nicht direkt aus dem Supermarkt, so Weirauch. Auch in Trenthorst leben die Schweine und Rinder, Schafe und Ziegen im Stall und auf der Weide. „Doch keine Angst, unser Schwein wird bereits vorher fachgerecht geschlachtet sein“, gibt er Entwarnung. Immerhin soll ein ganzes Bio-Schwein aus eigener Haltung unter fachkundiger Anleitung eines Schlachtermeisters verarbeitet und hinterher gemeinsam verkostet werden.

Wie Naturschutz vor der eigenen Haustür funktioniert, erklärt am Freitag, 14. März, um 19 Uhr Uwe Kiering vom Deutschen Verband für Landschaftspflege am konkreten Beispiel Trenthorst. Wildnis-Entwicklung, Weidelandschaften, artenreiche Äcker oder spezielle Artenschutzmaßnahmen – in der Umgebung von Trenthorst wird dies praktiziert. Standards im Programm sind der beliebte Lämmeraustrieb für Kindergartengruppen im April, das Wildkräutersammeln im Mai und das traditionell alle zwei Jahre satt findende Hoffest an Himmelfahrt auf dem Gelände des Versuchsbetriebes in Wulmenau unter dem Motto „Norddeutsche Nutztierausstellung“. Noch werde am und im alten Gutsgebäude gebaut, so dass das benachbarte Wulmenau wie 2013 eine gut angenommene Alternative sei, so Wodarz. Die Labor- und Büroräume sind noch nicht ganz fertig, auch an der historischen Außenfassade muss noch so einiges gemacht werden. Das Öko-Institut plant nach der kompletten Fertigstellung eine Einweihung.

Der Förderverein rief in diesem Jahr ein Geschichtsprojekt ins Leben. Zwei renommierte Historikerinnen wurden bereits beauftragt, die Geschichte Trenthorst / Wulmenau seit der Jahrhundertwende (19. / 20. Jahrhundert) bis heute aufzuarbeiten. Dabei kommen auch Zeitzeugen zu Wort. Das Projekt gehe weit über eine übliche Chronik hinaus, es würden auch sozioökonomische Verhältnisse berücksichtigt, betont Wodarz. Zwischenergebnisse werden im Rahmen der Veranstaltung „Trenthorster Superfoto“ am Freitag, 7. Februar, um 19 Uhr im Herrenhaus bekannt gegeben.

> Anmeldung unter (04539) 8880-0 und foelt@ti.bund.de ist für viele Veranstaltungen erforderlich. Die neusten Informationen gibt es immer unter www.trenthorst.de.

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