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Stormarner Wochenschau : Wald steht stumm und schweiget ...

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verwunderliche Geschichten aus dem Weihnachtswald, der keiner mehr ist.

von
erstellt am 23.Aug.2015 | 11:30 Uhr

Weihnachtswald    1:

Bürgernähe heißt ein vielbeschworenes Schlagwort. Politik und Verwaltung geben sich oft größte Mühe, die Menschen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, sie zu informieren, ihre Meinung zu berücksichtigen. Was ja auch sinnvoll ist, schließlich müssen die Bürger mit den Entscheidungen leben. In der Rethwischer Kirche hapert es jedoch ein wenig mit der Bürgernähe. Dort wurden – sicherlich aus nachvollziehbaren Gründen – von den Bürgern gespendete Nordmanntannen aus dem Weihnachtswald gefällt. Ob es nun acht Bäume waren, wie der Vorsitzende des Kirchengemeinderates behauptet, oder gar 25 Bäume wie zwei Bürger meinen, ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, dass man vor der Aktion nicht miteinander geredet hat. Vielleicht sollte man die Karikatur unseres Zeichners zum Anlass nehmen, sich gemeinsam an den Tisch zu setzen. Dann klappt es auch mit dem Weihnachtswald.

Weihnachtswald    2

Die Rethwischer Tannen taugen auch für das große Ganze: Ideologie-Kritik. Heißt es da nicht auch, dass die „Grünen“ die Strukturen der bürgerlichen Gesellschaft zerstören und durch etwas etwas anders ersetzen wollen? Es waren die Bürger, die ihre Feiertags-Nordmanntanne mit Ballen kauften, um ihnen nach den Festtagen ein neues Leben als Teil des Weihnachtswalds an der Kirche zu geben. Dagegen setzten Grüne und Kirche die Axt an. Den Weihnachtsmarkt zwischen den Tannen gibt es auch nicht mehr. Erst jetzt erklärt ein Nabu-Schild, dass dort eine Wärmeinsel für seltene Tiere entstehen soll und deshalb die standortfremden Nadelbäume heimischen Gehölzen weichen müssen. Gelten Nordmänner im echten Norden nichts mehr? Sind die christlichen Traditionen hinfällig? Soll der Weihnachtswald multikulturell werden? Wir sind gespannt auf Heiligabend 2015 und folgende in Rethwisch.

Startschuss

Nun geht es bald los. Bevor das Städtebauförderungsprogramm in Ahrensburg 2016 mit der Sanierung des Rathauses beginnt, fällt im September der Startschuss für die Beteiligung des Bürger an der künftigen Gestaltung der Innenstadt zwischen Bahnhof und Marstall. Übertriebene Erwartungen sind ebenso fehl am Platz wie vorzeitiges Abwinken.

Natürlich geht ein Drittel der vorgesehenen 21 Millionen Euro für die Sanierung des Rathauses drauf. Ohne die ungeliebte Ernennung des Betonklotzes zum Denkmal wäre Ahrensburg wohl nie in das Programm gekommen. Und wer weiß, wenn die Fassade wieder in frischem Weiß erstrahlt, vielleicht wird das dann ja viel freundlicher. Den Mauerseglern gefällt es ja auch so schon. Wenn die Bau-Experten nicht angerückt wären, hätte nie niemand gemerkt, dass das Rathaus Heimat der zweitgrößte Kolonie dieser Vögel in Schleswig-Holstein (Kann natürlich auch sein, dass viele Gebäude im Land noch gar nicht auf Mauersegler untersucht wurden).

Mehr als 14 Millionen Euro stehen jedenfalls noch für die Innenstadt zur Verfügung. Auch wenn Geld nicht alles ist, geht mit doch vieles leichter. Deshalb sollte es sich lohnen, Ideen und Vorschläge einzubringen. Und für alle, die in der Innenstadt wohnen oder arbeiten, sollte es sogar Pflicht sein. Theoretisch könnten auch private Sanierungen mitfinanziert werden. Die Stadt könnte aber auch Sanierungsgebiete festlegen, was für Eigentümer auch rechtliche Konsequenzen hätte.

Zuallererst bietet das Programm aber Chancen, die Innenstadt aufzuwerten und den historischen, barocken Charakter Ahrensburg wieder sichtbar werden zu lassen. Und dabei mitreden kann nur, wer mitmacht.

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