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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 16:48 Uhr

Wald-Spaziergang

vom

Initiative will Unterschriftensammlung gegen Baumfällungen intensivieren

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Reinfeld | "Zehn große Bäume stehen in Reinfelds Wald, da kommt der Förster und sagt: Die sind viel zu alt! Das wird die Bürger gar nicht freun, doch jetzt sinds nur noch neun" - dieser einem alten Kinderlied nachempfundenen Spruch steht auf der Internetseite der Bürgerinitiative "Viva Wald" www.vivawald.wordpress.com. Vor einigen Wochen schlossen sich zehn Reinfelder Bürger zusammen, um gegen das Abholzen in Voßkaten und an der Fohlenkoppel mobil zu machen. Inzwischen hat sich die Zahl der Aktiven verdreifacht. Bei einem Waldspaziergang bei Voßkaten konnten sich 50 Interessierte ein Bild vom Ausmaß der Baumfällungen machen.

Unterschriftenlisten liegen in vielen Geschäften und Arztpraxen aus. "Noch haben wir nicht genügend Unterschriften zusammen, um einen wirkungsvollen Brief an das Ministerium abzuschicken", sagt Burghard Beese, einer der Initiatoren der Initiative, die nun auch mit Infostände die Menschen direkt ansprechen will. Vorbild ist der Erfolg der Initiative "Pro Park", die sich mit 4500 Unterschriften erfolgreich für den Erhalt der Grünfläche gegenüber der Kirche einsetzte.

In ihrem Schreiben an das Ministerium wollen die Aktiven juristische Grundlagen für den Erhalt des alten Baumbestands anführen und auf mehr Kontrollen drängen. Man wünsche sich Wälder, in denen es auch alte Bäume gibt, in denen Menschen Erholung finden und Kinder die Natur erleben können und in denen nicht nur industrielle Holzproduktion betrieben werde. Die Wege sollten für Spaziergänger nutzbar und nicht durch die Räder riesiger Lastwagen für Monate zerstört sein.

Abholzungen seien gesetzlich geregelt, in Reinfeld seien diese auffällig konzentriert und nicht auf die rund 2000 Hektar Wald verteilt, so die Biologin Sabine Reichle. Der Reinfelder Forst sei kein Privatwald sondern gehöre allen Bürgern, sagt Beese: "Auch viele Menschen aus der Umgebung nutzen den Forst als Erholungswald." Gleichalt eBäume wie auf einer Plantage seien nicht akzeptabel.

Nach den Sommerferien soll die Unterschriftenliste vollständig abgeschickt sein. Zuvor werden sich die Mitglieder noch bei einer Begehung über die Maßnahmen im Lübecker Stadtforst informieren. Beese: "Wir wissen, es geht trotz Holzwirtschaft auch anders." Das nächste Treffen findet am Mittwoch, 29. Mai, um 19 Uhr im Forsthaus Bolande statt. Interessierte sind willkommen.

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