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Max-Karl-Schwarz-Park : Wald – aber nicht schützenswert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Forstbehörde bezieht Stellung zu Gerüchten, die Waldumwandlung am Stadion in Bad Oldesloe sei schon genehmigt. Förster Klaus Lorentzen stellt klar, dass noch kein Antrag gestellt sei. Gründe ihn abzulehnen, gäbe es aber vermutlich kaum.

Die Oldesloer Gerüchteküche brodelt. Angeblich soll der Antrag zur Waldumwandlung am sogenannten Max-Karl-Schwarz-Park bereits genehmigt sein. Damit wäre der Weg für eine Bebauung des Grundstücks an der ehemaligen Landwirtschaftsschule so gut wie frei, noch bevor der Kreis die rund 6000 Quadratmeter überhaupt verkauft hätte.

Klaus Lorentzen kann darüber nur müde lächeln. „Das sind alles nur Gerüchte“, dementiert der Mann von der Forstbehörde, der im Zweifel seinen Stempel unter den Bescheid setzen müsste: „Mir liegt kein Antrag vor.“ Für den Forstexperten gibt es keinen Zweifel: „Es ist Wald.“ Allerdings nur der Bereich, der sich westlich an die Wiesenfläche anschließt. Dass, was von den Anliegern als Park bezeichnet wird, findet vor seinem fachkundigen Auge wenig Gnade: „Das ist eine innerörtliche Grünfläche, da stehen ein paar Baumreihen.“ Auch den Waldstreifen sieht er relativ kritisch. „Ich habe da Buchen, Eichen, Fichten, Lerchen, Douglasien gesehen – alles durch, teilweise 40-Jährige, teilweise 60-Jährige.“ Sein fachliches Urteil fällt ziemlich deutlich aus: „Die Fläche ist überbestockt. Die steht mal zur Durchforstung an.“ Im Klartext bedeutet das, dort müssten ein paar Bäume gefällt werden. Waldbewirtschaftung lasse es zu, alle fünf bis sechs Jahre etwa 20 Prozent der Bäume zu fällen. „Eine Forstpflege ist notwendig. Zum Schutz der besseren werden die schlechteren Bäume entnommen“, erläutert Lorentzen. Aufgrund des Alters und der Qualität der Bäume, sei dort sogar mit einem Überschuss zu rechnen.

Der Kreis Stormarn will das Grundstück bekanntlich verkaufen und hofft auf Einnahmen von etwa einer Million Euro. Eine Menge Holz, die erst mal wieder rein kommen muss. Etwa 400 der 6000 Quadratmeter sind bewaldet. Von diesem Streifen müsste bei Bebauung 30 Meter Abstand gehalten werden. Dann fängt es langsam an, eng zu werden. Alternativ bestünde die Möglichkeit, einen Antrag auf Waldumwandlung zu stellen. Würde der genehmigt, können die Bäume ganz oder teilweise abgeholzt werden, der Mindestabstand wäre hinfällig. Nachteil für einen Investor: Er muss das dreifache an Fläche aufforsten. Für den Förster hätte das den Vorteil, dass er anstelle von 400 dann 1200 Quadratmeter „richtig natürlich entwickeln kann“.

Ein Antrag auf Waldumwandlung würde gründlich geprüft werden müssen – sowohl von der Forst- als auch von der Naturschutzbehörde. Gründe für die Ablehnung eines solchen Antrags sieht Klaus Lorentzen bislang nicht. Sein erster Eindruck: „Besonders schützenswürdig ist da nichts.“

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 08.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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