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Stormarner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 23:52 Uhr

Ahrensburg : Wahlkampf mit harten Bandagen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die beiden Bürgermeister-Konkurrenten bringen gegen Amtsinhaber Michael Sarach schwere Geschütze in Stellung. Der bläst seinerseits zum Gegenangriff

Der Bürgermeister-Wahlkampf nimmt Fahrt auf. Christian Conring (CDU) und Jörg Hansen (Grüne) – die Konkurrenten des Amtsinhabers Michael Sarach (SPD), der erneut antritt – unterstellen ihm, mit „unsauberen Methoden“ sein Amt für den Wahlkampf auszunutzen. Trotz aller Konkurrenz äußerten sie jetzt gemeinsam ihren Frust über öffentliche Aussagen des Bürgermeisters zum Stadtpark und vor allem zum möglichen Ankauf des Speichers hinter dem Parkhotel.

Sarach hatte unter der Woche im Gespräch mit einem Kulturverein erwähnt, er könne sich vorstellen, den alten Speicher zum Theater umzubauen. Die Stadt habe ein Kaufrecht für dieses Gebäude, das im Vertrag mit dem aktuellen Besitzer – dem Eigentümer des Park-Hotels – festgeschrieben sei. Und Sarach positionierte sich deutlich: „Ich finde, dass wir als Stadt diese Chance ergreifen können. Die Nutzung als Theater wäre eine aus meiner Sicht sehr gute Möglichkeit.“

Das bringt seine Mitbewerber sprichwörtlich auf die Palme. „Ich sehe momentan keinen Bedarf für einen solchen Saal. Und das Thema Speicher an sich war erst für den nächsten Finanzausschuss im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung vorgesehen. Es ist ein Unding, dass der Bürgermeister damit nun als Wahlkampf-Rakete an die Öffentlichkeit geht. Er schuldet der Politik noch ein Konzept für den Speicher“, argumentiert Christian Conring. „Auch seine Äußerungen zum Stadtpark – bei dem er weiß, dass es da längst einen politischen Entschluss gibt – sind nur Wahlkampf-Raketen. Fünf Jahre lang gibt er sich passiv und nun kommt er kurz vor der Wahl auf einen ganzen Haufen Ideen nach dem Motto Brot und Spiele“, so der Christdemokrat.

„Das Vorgehen ist schon sehr durchsichtig“, sagt auch Jörg Hansen: „Wir verlangen nur einen fairen, ehrlichen Wahlkampf. Wir beide sind uns einig darin, dass wir Herrn Sarach nicht mit allem durchkommen lassen wollen.“ Längst gebe es durch das Verhalten des Verwaltungschefs ein „unnötig ungesundes Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung“, führt Hansen aus. Lange beschlossene Vorhaben der Stadtverordnetenversammlung würden von der Verwaltung nicht mit dem nötigen Nachdruck realisiert. „Herr Sarach hat in all den Jahren offensichtlich noch nicht verstanden, dass der Bürgermeister umsetzen soll, was die Politik entscheidet und er nicht der Politik sagen kann, was sie tun soll.“

Dass der Tagungsordnungspunkt „Speicher“ ohne Absprache mit dem Vorsitzenden Conring nun durch Bürgermeister von der Tagesordnung der nächsten Finanzausschuss-Sitzung genommen wurde, sei ein „unerhörter Vorgang“.

„Ja, ich habe den Punkt von der Tagesordnung genommen. Das ist auch mein Recht als Bürgermeister, das sollte Herr Conring wissen. Wäre das Klima anders, hätte ich ihn informieren können. Es gibt inhaltliche Gründe dafür. Das Thema sollte außerdem öffentlich diskutiert werden. Ansonsten werden da jetzt alte Kamellen rausgeholt. Seit Jahren gibt es einen Beschluss für den Stadtpark und vor vielen Jahren wurde der Speichervertrag geschlossen. Wo sind die Geheimnisse? Für mich ist das Wahlkampfgetöse“, kontert Michael Sarach.

„Manche Stadtverordnete müssen verstehen lernen, dass wir zwischen Verwaltung und Politik nicht Regierung und Opposition spielen. Da liegt nämlich das Problem“, so Sarach. „Ich war immer für Dialog. Und im Gegensatz zu meinen Mitbewerbern fange ich gerade erst mit dem Wahlkampf an. Herr Conring und Herr Hansen sollten lieber ihr eigenes Profil schärfen. Die Vorwürfe sind komplett inhaltslos.“ Jahrelang habe man ihm vorgeworfen nur zu verwalten. „Wenn ich mit eigenen Ideen gestalte, ist das auch falsch. Das ist schon kurios.“

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