Bad Oldesloe : Wagner sauer auf Albig

<p>Amtierender Landrat: Joachim Wagner.</p>

Amtierender Landrat: Joachim Wagner.

Von den 670 Euro je Flüchtling und Monat vom Bund sollen die Kommunen so gut wie nichts bekommen.

Andreas Olbertz. von
30. September 2015, 15:52 Uhr

Nein, man kann wirklich nicht sagen, dass Joachim Wagner frohen Mutes vom Flüchtlingsgipfel in Kiel zurückgekommen ist. Und aus dieser schlechten Laune macht der amtierende Landrat nach dem vierstündigen Gespräch mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auch keinen Hehl. „Als erstes kam: ‚Lasst uns nicht über Geld reden, das ist jetzt nicht der richtige Moment‘ – da guckten wir schon mal sparsam“, so Wagner. Selbstverständlich waren die Bürgermeister und Landräte genau deshalb gekommen: Sie wollten wissen, wie viel von den 670 Euro (pro Flüchtling pro Monat) vom Bund bei ihnen ankommt. „Es ist eine schöne Mär, dass da ein Gesetz zur Entlastung der Kommunen geschaffen wurde. Es kommt nicht ein Cent mehr an“, macht Wagner seinem Unmut Luft. Das Land streicht das Geld komplett ein. Eine weitere Anhebung der Kreisumlage könnte die Folge daraus sein.

Albig hatte klare Ansagen an die Bürgermeister: Sorgen Sie dafür, dass im Winter keiner friert und hungert und das die Stimmung vor Ort nicht kippt. Einwände von den Verwaltungs-Chefs perlten an ihm ab. Wagner: „Ich hatte den Eindruck, der lässt das gar nicht an sich ran.“

Einen wichtigen Hinweis des Ministerpräsidenten hat Joachim Wagner dann doch mit nach Hause gebracht: „Der Großteil der Flüchtlinge wird hier bleiben. Wir müssen uns darauf einstellen, in den nächsten zehn Jahren jährlich 5000 zusätzliche Wohneinheiten vorzuhalten. Das ist mir heute erst aufgegangen.“ Diesen dringenden Appell gibt er an die Lokalpolitiker weiter.

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