Erneuerbare Energie : Wärme aus Pölitz für Bad Oldesloe

Biomasse: (v. li.) Manfred Priebsch, Lennart Bruhns, Thorsten Westphal, Jens Ehling und Karsten Janus vor der Silage. 30 Tonnen Mais und 14 Kubikmeter Gülle werden täglich zur Strom- und Wärmeerzeugung in der Anlage benötigt.
Biomasse: (v. li.) Manfred Priebsch, Lennart Bruhns, Thorsten Westphal, Jens Ehling und Karsten Janus vor der Silage. 30 Tonnen Mais und 14 Kubikmeter Gülle werden täglich zur Strom- und Wärmeerzeugung in der Anlage benötigt.

Grüne Energie – 14 000 Liter Gülle und 30 Tonnen Mais täglich für Strom- und Wärmeproduktion

shz.de von
01. Juli 2015, 06:00 Uhr

Die Biogasanlage am Ortseingang von Pölitz produziert nicht nur Strom. Bereits seit September wird ein Teil Oldesloes mit Fernwärme aus Pölitz beliefert. „Umgerechnet 800 Haushalte werden von der Biogasanlage versorgt“, so Manfred Priebsch, Prokurist der Vereinigten Stadtwerke VSG.

Das Biomasse-Kraftwerk wurde 2010 von den vier Pölitzer Landwirten Karsten Janus, Lennart Bruhns, Thorsten Westphal und Jens Ehling gebaut, die rund 2,5 Millionen Euro investierten. „Wir haben von Anfang an daran gedacht, auch die bei der Stromproduktion anfallende Wärme zu nutzen“, sagt Karsten Janus. Mit dem durch Mais und Gülle produzierten Gas wird ein Motor zur Stromerzeugung betrieben.

Zu Beginn der Planung wurde überlegt, den Ortskern von Pölitz mit Wärme zu versorgen. „Das wäre aber zu kleinteilig geworden“, erklärt Thorsten Westphal. Kurz nach der Inbetriebnahme traten die Stadtwerke an die Betreiber heran. Die VSG verfügt über das Blockheizkraftwerk bei den Beruflichen Schulen und ein Versorgungsnetz für den Bereich vom Masurenweg bis zur Kreisverwaltung.

Für rund 1,5 Millionen Euro ließen die Stadtwerke 2013 eine drei Kilometer lange Fernwärmeleitung zwischen Pölitz und Bad Oldesloe bauen. Das Wasser in den Rohren wird im Pölitzer Biomassekraftwerk von 60 Grad (Rücklauftemperatur) auf 85 Grad aufgeheizt und über eine Pumpe nach Bad Oldesloe transportiert. Der Wärmeverlust auf dem Weg zum Endverbraucher beträgt maximal fünf Prozent.

Im Stoltenrieden wird das heiße Wasser aus Pölitz ins Netz eingespeist. „Auch auf der Strecke haben sich einige Hausbesitzer zu einem Anschluss entschlossen“, so Priebsch. Durch die neue Leitung kann im Sommer die Leistung des Blockheizkraftwerks bei den beruflichen Schulen quasi auf null gefahren werden. Für den Winter reicht die aus Pölitz gelieferte Wärme allein nicht. Dann wird das BHKW zugeschaltet, das auch für Notfälle immer betriebsbereit bleibt.

Für die Stromproduktion werden in dem Biomassekraftwerk täglich rund 30 Tonnen Mais und 14 Kubikmeter Gülle benötigt. Damit produziert der Motor mit einer Leistung von 600 Kilowatt rund fünf Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das reicht, um 1200 Haushalte mit Strom zu versorgen. Der Mais wird von den Pölitzer Landwirten auf eigenen Flächen angebaut, insgesamt 240 Hektar. Die Gülle steuern Lennart Bruhns und Thorsten Westphal bei. Sie fällt bei der Schweinemast auf ihren Höfen an.

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