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Stormarner Tageblatt

24. August 2017 | 05:43 Uhr

BHKW geplant : Wärme aus Gas für Stapelfeld

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Eon Hanse Wärme GmbH will neben der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld das größte gasbetriebene Blockheizkraftwerk in Norddeutschland bauen. Die MVA soll das BHKW aber nicht ersetzen. Die Wärmeleistung der „Mülle“ ist fast dreimal so groß.

Die Eon Hanse Wärme GmbH plant in Stapelfeld den Bau von Norddeutschlands größtem gasbetriebenen Blockheizkraftwerk. Das Grundstück ist bereits gekauft, rund 6,8 Millionen Euro sollen im Gewerbegebiet investiert werden. Mit einer elektrischen Leistung von über 9500 kW soll das Stapelfelder BHKW fast fünf mal so stark sein wie die aktuellen BHKW in Hamburg.

Ein so großer Gasmotor läuft bislang nur im Probebetrieb in Rosenheim. Das BHKW kann pro Jahr gut 76 Millionen Kilowattstunden Strom und mehr als 80 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugen, genug um 21 500 Haushalte zu versorgen. In einer Pressemitteilung nennt Eon Hanse Wärme den März 2014 als Baubeginn. Ein Bauantrag wurde allerdings noch nicht gestellt, wie Stapelfelds Bürgermeister Jürgen Westphal bestätigt.

„Noch sind das ungelegte Eier“, sagt deshalb auch Karl-Friedrich Henke, Geschäftsführer von Eon Hanse Wärme-Geschäftsführer „wir sind noch im Antragsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz.“ Auch wenn das BHKW fast neben der Müllverbrennungsanlage gebaut wird, soll es die Stapelfelder „Mülle“ nicht ersetzen. „Wir haben in den vergangenen acht Jahren das Fernwärmenetz fast verdoppelt, und in den neuen Gewerbegebieten wird ebenfalls viel Wärme gebraucht“, sagt Henke,

So groß das neue BHKW auch ist, die Leistung der MVA erreicht es bei weitem nicht. Auf 360 000 Megawatt stunden schätzt Henke das Potenzial für Wärmeleistung, die MVA hat im vergangenen Jahr 230 000 MWh verkauft, 80 000 MWh könnten aus dem Gasmotor kommen, der vermutlich nur im Winter laufen wird. „Wegen der Solaranlagen können Sie im Sommer keinen Strom mehr verkaufen“, sagt Henke.

In der Müllverbrennungsanlage, die seit Juli mehrheitlich dem Finanzinvestor EQT und nur noch zu 49 der Eon-Tochter EEW (Energy from Waste GmbH) gehört, können 350 000 Tonnen Müll verbrannt werden. Sowohl die Hamburger Stadtreinigung als auch die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg mit der AWSH hatten ihre Lieferverträge zum 31. Dezember 2016 gekündigt.

„Wir werden uns an den Neuausschreibungen beteiligen“, sagten sowohl EEW-Sprecher Andreas Aumüller als auch Frank Ehlers, technischer Geschäftsführer der MVA Stapelfeld. Und beide sind optimistisch, dass es weitergeht.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 17:42 Uhr

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