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Mit Metal auf Kreuzfahrt : Wacken rockt auch den Ärmelkanal

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Auch zwei Freunde aus Steinburg waren bei der Full Metal-Kreuzfahrt mit an Bord

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Hamburg/Vaale | Sonniger, luxuriöser, angenehmer anstatt "Härter, Schneller, Lauter": Am vergangenen Sonntag meldete sich die erste "Full Metal Cruise", die größte Heavy Metal Kreuzfahrt Europas, lautstark im Hamburger Hafen zurück, als die Metal-All-Star-Band der Stadt mit ihrer Hymne "Hard on the wind" beim Einlaufen ein Ständchen zum Hafengeburtstag brachte.

Ausgerichtet von der ICS, den Veranstaltern des Wacken Open Airs, waren knapp 2000 Teilnehmer mit 20 Bands eine Woche lang auf der "Mein Schiff 1" von "TUI Cruises" unterwegs. An der Reling rockten auch Musiker Benjamin Oster (35) aus Vaale und Florian Rossbach (33), Musik-Techniker aus Vaalermoor, ordentlich mit, die Teil einer sechsköpfigen Gruppe aus Norddeutschland und Franken waren. Sie waren bereits kurz nach dem Auslaufen eine Woche zuvor völlig begeistert (wir berichteten) und auch der Rest der Tour entwickelte für sie einen metallischen Höhepunkt nach dem nächsten. Denn hier hat sich für Beni Oster ein weiterer Traum erfüllt: "Ich habe meinen Lieblingsmusiker aus der Jugendzeit getroffen."

Eric Martin von der Band "Mr. Big" - einer Rock/Hardrock-Formation, die Anfang der 90er Jahre ihren größten Hit mit "To be with you" hatte, war als Unterhaltungs-Act gebucht, als die Freunde aus Steinburg an Bord in einem gehobenen Restaurant beim Essen saßen. Dieser lud Beni ein, ihn auf der Gitarre bei einem Song zu begleiten. "Ich kannte ein Stück, weil ich es selbst zu Hause immer spiele." Von einer Videokamera seiner Freunde aufgezeichnet, war das für ihn "das absolute Highlight."

Aber vor allem die Konzerte haben es den beiden angetan. Obwohl es hier und da Kritik an der Bandauswahl gegeben hatte (zu wenige Bands, zu wenig Black Metal), fanden sie die Auswahl "super". Bei überwiegend schönstem Sonnenschein und blauem Himmel haben sie so ziemlich alle der insgesamt fast 40 Konzerte an Bord unter Einsatz von viel Bier gehört. "Die Seetage waren sehr stark", sagt Beni.

Die Metalcore-Rocker von "Eskimo Callboy" fanden sie "richtig cool", "Kreator" hatten "fette Shows". Beni: "Dass alte Männer noch so rocken können…" "In Extremo" machten einen "Monstersound, der uns umgeblasen hat", "Devils Train" mit ihrem dreckigen California Sound "waren der Hammer." Bei Onkel Tom haben sie "tierisch gegrölt, denn bei seinen Trinkliedern kann man nur mitmachen." Und: "Man hat gemerkt, dass auch die Musiker richtig Spaß hatten."

Nach den Shows wurde das Schiff zu einer riesengroßen After Show Party. Abends an der Bar haben sie Musiker von "In Extremo" und "Betontod" wieder getroffen, und es gab desöfteren den Spruch zu hören: "Dich hab ich doch schon mal gesehen - ach ja, vorhin auf der Bühne." Deshalb fanden sie es gut, dass es nicht die großen Headliner gab, die sich lieber abschotten. "Dadurch blieb die Fahrt sehr familiär", stellte Florian fest.

Auch das Beiprogramm war nach ihrem Geschmack. Im Restaurant wurden sie mit fünf Gängen nobelst bedient - und im Hintergrund lief "Pantera". "In jedem Lokal haben wir dem Kellner gesagt, dass er das ,Sie gerne weglassen kann", so Florian. Danach klang für sie die Nacht im "Casino" aus, wo die Karaoke-Shows statt fanden.

Das Personal, das täglich die Betten gemacht und die Pullis zusammen gelegt hat, hat sie ebenso überzeugt. "Die waren teilweise schneller zusammen gelegt, als wir sie auf den Boden werfen konnten", so Florian. Durch den All-inclusive-Preis wurde auch das Portemonnaie an Bord nicht kleiner. "Die Merchandise-Preise waren absolut fair." Zu chilligen Ausruh-Tagen wurden für sie die Landgänge, obwohl sie zahlreiche Ausflüge in Southhampton, Le Havre und Amsterdam hätten buchen können. "Wir sind immer in die erste Kneipe gegangen und zurück." So haben sie zwar auch die umjubelten Shows an Land von "Saxon", "Sepultura" und "Avantasia" verpasst. "Aber wir haben sie schon gesehen und deshalb war es nicht so schlimm", fand Beni.

Die sieben Tage wurden so für die beiden Freunde aus dem Kreis Steinburg zu genau dem Highlight, das sie erwartet haben. Und das Beste für Florian war das Wetter: "Petrus ist ein Metaller." Selbst die Crew habe die Nordsee noch nie so ruhig gesehen.

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