Vorkampf um Nordtangente

Eine Trassenführung in schwarz, vor der die IG Gartenholz warnt.  Foto: st
Eine Trassenführung in schwarz, vor der die IG Gartenholz warnt. Foto: st

Bürgerinitiativen für und gegen die Umgehungsstraße in Ahrensburg machen vor der Sitzung "mobil"

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20. Mai 2011, 08:26 Uhr

Ahrensburg | Vor der entscheidenden Sitzung der Stadtverordneten zur Nordtangente kämpfen die Ahrensburger Bürgerinitiativen mit allen Mitteln - für und gegen eine Umgehungsstraße. "Gewissermaßen am Vorabend der Abstimmung in Ahrensburg zaubert Delingsdorf das weiße Kaninchen aus dem Hut. Die Gemeinde will nur einer Trassenführung zustimmen, die noch weiter südlich und damit noch dichter am Gartenholz liegt. Der Vorschlag ist dreist und für Ahrensburg absolut unannehmbar", so Stefan Kupffer und Jens Wilking von der Interessengemeinschaft Gartenholz.

"Wir haben darüber in der Gemeindevertretung geredet, aber noch keinen Beschluss gefasst, weil wir erst die Ahrensburger Entscheidung abwarten wollen", sagt Randolf Knudsen, der Bürgermeister von Delingsdorf. Er bestätigt, dass man eine Trasse bevorzuge, die "so dicht wie möglich" am Gartenholz verläuft, "aber wir zaubern kein Kaninchen aus dem Hut und haben auch keinen Straßenverlauf gezeichnet".

Die negativen Auswirkungen einer Nordtangente für das Gartenholz, "werden immer heruntergespielt", so Kupffer und Wilking, die überzeugt sind: "Ahrensburg braucht die Nordtangente auf absehbare Zeit nicht." Die aktuelle Verkehrssituation sei unkritisch, und die Erfahrungen mit Prognosen lehrten, dass die dramatischen Steigerungen nicht eintreten.

Ganz anders sehen das Werner Haering und Tobias Ruprecht von der Interessengemeinschaft Ahrensburg Nord-Ost (Igano). Sie fordern die Stadtverordneten einem offenen Brief auf für den Bau der Entlastungsstraße Nordost zu stimmen: "Entscheiden Sie endlich im Gesamtwohl von Ahrensburg."

Dass Vertreter von sechs Vereinen und Verbänden Bürgermeister Michael Sarach vor einer Woche eine Resolution für ein ganzheitliches Verkehrskonzept übergaben und vor einem "vorzeitigen Beschluss für die Nordtangente" warnten, nennen Haering und Ruprecht "unredlich. Nach fünf Jahren Bürgerbeteiligung sind es wieder die gleichen Interessengruppen und Akteure, die den Bau der Nordtangente in Frage stellen".

Dabei hätten auch die neuen Untersuchungsergebnisse im Wesentlichen die Analysen und Bewertungen bestätigt, die das Planungsbüro Masuch & Olbrich bereits 2006 vorgelegt habe. "Neue Erkenntnisse hat es nicht gegeben", so Haering. Und die Nordtangente sei von den elf gerechneten Verkehrsplanfällen die einzige Straße, deren Baubeginn bis 2013 erfolgen könne und für es eine Förderung von bis zu 70 Prozent der Kosten gebe.

Vor vier Jahren war schon einmal alles klar für den Bau der Nordtangente. Doch dann kippte eine Mehrheit den Beschluss. Dieses Mal gibt es zwar ein positives Votum des Bau- und Planungsausschusses, das bezieht sich aber auf einen Suchkorridor, der wohl nicht so dicht am Gartenholz liegt, wie es Delingsdorf vermutlich möchte. "Man muss abwarten, ob irgendjemand einen Änderungsantrag stellt", sagt Bürgermeister Michael Sarach, der auf jeden Fall einen Beschluss will, um in die Planung einsteigen zu können. Alles andere lasse sich im Rahmen des Planfeststellungsverfahren regeln.

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