Vorbildliche Kitas ausgezeichnet

Im Kita-Kochclub in Oldendorf  lernen die Kinder, sich gesund zu ernähren. Foto: Jordan
Im Kita-Kochclub in Oldendorf lernen die Kinder, sich gesund zu ernähren. Foto: Jordan

In der Metropolregion Hamburg wurden 46 Kindertagesstätten als vorbildlich eingestuft - darunter zwei Einrichtungen in Steinburg

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13. Juli 2011, 11:23 Uhr

Oldendorf/Horst | 46 Kindertageseinrichtungen aus der Metropolregion Hamburg wurden im Rahmen eines feierlichen Festakts im Rathaus Altona mit der Auszeichnung "KITA21" für ihre vorbildliche Bildungsarbeit zur nachhaltigen Entwicklung geehrt - unter den Preisträgern auch die evangelischen Kindertagesstätten in Oldendorf und Horst.

Die Auszeichnung wird seit 2010 von der S.O.F. Save Our Future-Umweltstiftung in Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg und der Initiative "Hamburg lernt Nachhaltigkeit" der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen. Sozialsenator Detlef Scheele, Schirmherr des Auszeichnungsverfahrens, zeigte sich von der Vielfalt und der Wirkung der KITA21-Projekte beeindruckt: "Die ausgezeichneten Kitas zeigen, wie lebendige Bildungsprojekte zu zukunftsrelevanten Themen gestaltet werden können und wie man dabei Ressourcen wie Energie, Wasser oder Boden schützen kann. Für mich sind sie echte Vorbilder, nicht nur für andere Kitas sondern auch für verantwortliches Handeln in der Gesellschaft". Unter den ausgezeichneten Einrichtungen sind 37 Kitas aus Hamburg, sieben aus Schleswig-Holstein und zwei aus Niedersachsen. Insgesamt wurden über 2000 Kinder erreicht.

Eine der ausgezeichneten Einrichtungen ist die Evangelische Kita in Oldendorf. Hier wird gesund gegessen. Damit die Kinder ein Bewusstsein und ein Verständnis für eine gesunde, ausgewogene Ernährung entwickeln, haben die Erzieherinnen im Februar 2010 den "Kochclub" gegründet. Hier lernen die Kinder, ein fit machendes Frühstück zuzubereiten, was ein stärkendes Pausenbrot ausmacht, wie man ein leckeres Mittagessen kocht und was zu einem gesunden Abendbrot gehört.

Bei jeder Kochstunde wird ein Hintergrundthema behandelt wie etwa Zucker oder Eier. Dabei geht es um Fragen wie Herkunft von Lebensmitteln und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper. Besuche in einer Bäckerei oder auf einem Bauernhof machen das Thema mit allen Sinnen erfahrbar.

Darüber hinaus beschäftigen sich die Kinder mit Ernährungsgewohnheiten in anderen Kulturen. So stellten Gäste aus Kenia und Tansania den Kindern ihre Küche vor.

Auch die Umweltthemen Energie und Wasser spielen beim Kochen eine Rolle: Wo kommt der Strom her? Wo fließt das Wasser hin, wenn es im Abfluss verschwindet?

Das Ernährungsprojekt weckt nicht nur bei den Kindern Begeisterung. Auch die Eltern sind von dem Konzept überzeugt. "Wir freuen uns über die Auszeichnung", sagt Blanka Jordan, Leiterin der Kita Oldendorf. "Das ist ein ganz toller Erfolg, der uns bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Diese Auszeichnung für Bildung für nachhaltige Entwicklung macht deutlich, dass unsere Kita mehr ist als bloß ein Ort, an dem die Kinder spielen."

Weitere Ernährungsthemen sollen künftig durch Schwerpunktwochen vertieft werden, etwa in einer Schokoladenwoche: Wo kommt Schokolade her? Wo und wie wird Kakao angebaut? Wer erntet Kakao unter welchen Bedingungen? Und wer verarbeitet die Kakaobohnen? Auch die Umweltfragen Energie und Klima stehen künftig stärker auf dem Programm.

Die Kita St. Jürgen in Horst gehört ebenfalls zu den ausgezeichneten Einrichtungen. Das Spiel der Kinder in der Wasser- und Matschanlage hatte die Mitarbeiterinnen veranlasst, im Rahmen von "KITA21" ein Wasserprojekt durchzuführen. Dabei sollte bei den Kindern die Neugier, die Lust am Forschen und Experimentieren geweckt und ihnen damit ein verantwortungsvoller Umgang mit der lebenswichtigen Ressource Wasser durch spielerisches Lernen nahe gebracht werden.

Mit Experimenten, Geschichten und Spielen wurden auch naturwissenschaftliche und kulturelle Inhalte vermittelt. Zum Beispiel achten die Kinder jetzt beim Zähneputzen oder Hände waschen darauf, dass der Wasserhahn nicht unnötig lange läuft. Durch das Projekt wurden auch die Eltern der Kinder sensibilisiert, sodass sie auch zu Hause verstärkt auf ihren Wasserverbrauch achten.

Als bauliche Maßnahme wurden in der Kita St. Jürgen Durchflussverringerer eingebaut. Außerdem soll ein Brunnen für die Matschanlage errichtet werden. "Wir freuen uns über die Auszeichnung. Es ist für uns eine Anerkennung unserer Arbeit und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den Kindern die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft nahe zu bringen", erklärt Editha Böhe, die Leiterin der Kita St. Jürgen.

"Ich bin begeistert, mit welchem Engagement Erzieherinnen und Erzieher Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Kita-Alltag umsetzen. Sie fördern bei den Kindern vernetztes Denken und verantwortliches Handeln und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft", sagt Ralf Thielebein-Pohl, Geschäftsführer der S.O.F. Save Our Future-Umweltstiftung.

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