Vorbeugung als Gebot der Stunde

Sie stellten das Projekt vor: (v. l.) Tino Sdunek, Ulrich Langenberg, Hans-Jürgen Hansen vom Ammersbeker Seniorenbeirat, Hans-Ulrich Raab und Präventionsleiter Gerd Dietel von der Polizeidirektion Ratzeburg.
Sie stellten das Projekt vor: (v. l.) Tino Sdunek, Ulrich Langenberg, Hans-Jürgen Hansen vom Ammersbeker Seniorenbeirat, Hans-Ulrich Raab und Präventionsleiter Gerd Dietel von der Polizeidirektion Ratzeburg.

In Stormarn sind jetzt drei Seniortrainer mit Unterstützung der Polizei in Sachen Prävention aktiv

shz.de von
22. Mai 2015, 15:01 Uhr

Die Polizei geht neue Wege in der Prävention. Im zweiten Anlauf konnten drei Seniorentrainer in Stormarn ihre Arbeit aufnehmen. Beim Ammersbeker Seniorenbeirat stellten sie sich und ihr Projekt zusammen mit der Polizei vor. Holger Dünnes, Ulrich Langenberg und Hans-Ulrich Raab haben ihre Ausbildung als Sicherheitsberater abgeschlossen und stehen jetzt ehrenamtlich zur Verfügung.

Seniortrainer heißen die drei offiziell. „Wir haben zur Vorbereitung ein dreitägiges Seminar bei der Polizeischule Kiebitzhörn absolviert“, berichtet Hans-Ulrich Raab. Jetzt sind er und seine Kollegen Ansprechpartner für ältere Menschen, sie beraten und unterstützen gemeinnützige Vereine und Organisationen sowie Seniorenbeiräte, Gruppen, Initiativen und auch Einzelpersonen.

In Ammersbek erhielten sie zum Start ihrer Arbeit drei Mustervorträge, gespeichert auf einem USB-Stick. Darin geht es unter anderem um Einbruchsschutz, Internetbetrug und sicheres Verhalten im Verkehr. „Bei Vorträgen wird ein Polizeibeamter unterstützend dabei sein“, sagt Gerd Dietel, Präventionsleiter bei der Polizeidirektion Ratzeburg. Dabei geht es nicht nur um Verkehrssicherheit und die Vorbeugung gegenüber krimineller Abzocke.

Unter dem Dach der Volkshochschule Bad Oldesloe haben sie schon einige Projekte angeschoben. Es gibt ein Reparatur-Café und Diskussionsrunden am Nachmittag. Im Stadtteilzentrum „SchanZe“ wurde eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. Geplant sind unter anderem Lesepatenschaften und Vorleserunden in Kitas und Altenheimen.

„Wir kennen die Interessen und Nöte in unserer Altersgruppe besser“, sagt Raab. Außerdem könnten er und seine Mitstreiter auf gleicher Wellenlänge kommunizieren. Sinn des Projektes sei zusätzliche Unterstützung einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung, sagt Gerd Dietel: „Wir ziehen uns als Polizei nicht zurück. Es werden auch keine Stellen dadurch eingespart.“

Die Initiative wurde im Rat für Kriminalitätsverhütung beim Kieler Innenministerium geboren. Angeregt hat sie der Landesseniorenbeirat. An der ersten Schulung im vergangenen Jahr habe noch kein Stormarner teilgenommen, so Dietel: „Im zweiten Anlauf haben wir jetzt drei Trainer gewonnen.“ Es sei eine Technik-Fraktion, denn alle drei sind ausgebildete Ingenieure.

„Die Tricks der Kriminellen erneuern sich fast täglich“, berichtet Dietel. In Hamburg gebe es zurzeit Probleme mit organisierten Taschendieben, so Holger Meincke von der Polizeidirektion Ratzeburg.

Wie Senioren von Kriminellen über den Tisch gezogen werden, demonstrierte der Präventionsbeamte Tino Sdunek unterhaltsam mit seiner Puppe „Hinnerk“. Oft wird die Hilfsbereitschaft etwa beim Geldwechseln am Fahrscheinautomaten oder für den Einkaufswagen ausgenutzt. Wer hier sein Portmonee zückt, kann leicht übers Ohr gehauen werden. Beliebt ist auch der „Enkeltrick“, bei dem sich Kriminelle als Verwandte ausgeben und um finanzielle Hilfe bitten. Auch Anrufe von vermeintlichen Kriminalbeamten oder Bankmitarbeitern kämen vor. „Sie nutzen den Respekt aus, den viele ältere Menschen vor der Polizei haben“, sagt Sdunek. Gefragt werde unter anderem, wo die eigenen Wertsachen denn untergebracht seien. Generell sollte niemand größere Geldmengen mit sich führen oder gar das gut gefüllte Portmonee zeigen.

>Kontakt: Wer die Dienste nutzen möchte, kann sich an die VHS Bad Oldesloe wenden Telefon 04531/504-140 oder per E-Mail vhs@badoldesloe.de oder an die Polizeidirektion Ratzeburg, Telefon. 04541/809-2140, praeventio.ratzeburg.pd@polizei.landsh.de.
www.efi-sh.de

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen