Von "tollkühnen Kerlen" in rollenden Kisten

Nach dem Start von der Holzrampe beschleunigen die Seifenkisten bis auf etwa 30 Stundenkilometer. Fotos: st
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Nach dem Start von der Holzrampe beschleunigen die Seifenkisten bis auf etwa 30 Stundenkilometer. Fotos: st

Ein besonderes Erlebnis bot gestern die Kinderinitiative Trittau. Auf der abschüssigen Poststraße wurde ein Seifenkistenrennen ausgetragen. Etwa 70 Kinder ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen.

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24. August 2009, 10:04 Uhr

Trittau | Nach dem Start von einer improvisierten Rampe sausten die Vehikel die abschüssige Straße hinunter. Auf der etwa 200 Meter langen Strecke beschleunigten sie auf bis zu 30 Stundenkilometer. Der schnellste Seifenkistenfahrer schaffte die Etappe in 19 Sekunden. Am Ziel erhielt jeder noch eine Kugel Eis, für die Sieger in den drei Wettbewerbsklassen gab es Pokale.

Einer der Schnellsten war Jan Niklas von der Heide aus Geesthacht. Er trat mit einem Eigenbau seines Großvaters Richy an. "Die Räder stammen von Rollstühlen", erklärte der Konstrukteur. "Vier Kugellager sorgen für ein schnelles Tempo." Die von den motorlosen Flitzern begeisterte Familie nimmt an Wettbewerben in ganz Deutschland teil. "In Leipzig hat Jan Niklas den ersten Platz gewonnen", sagt der stolze Großvater.

Sieben gelbe Flitzer stellte der Verein Kinderinitiative zur Verfügung. "Sie wurden uns von Trittauer Betrieben gesponsert", sagte der Vorsitzende Michael Salbach. Für die Startrampe sorgte ein Garten- und Landschaftsbau. Er stellte dafür einen Lastwagen zur Verfügung und auch einen Kleintraktor, mit dem die Gefährte wieder bergauf transportiert wurden.

Ein Blickfang waren die fantasievollen Konstruktionen von Herbert Muche. Ein Doppelsitzer aus einem Bettgestell und ein Einsitzer aus einem Bierfass auf Rädern gehörten dazu. "Im Lager habe ich unter anderem noch einen Ferrari in Originalgröße und eine Eisenbahn", sagte er. Für ihn sind die Seifenkisten zum Hobby geworden. "Ich habe mir damit einen Kindheitstraum erfüllt", so Muche. Das wissen aber auch seine drei Enkel zu schätzen.

Bereits zum sechsten Mal organisierte die Kinderinitiative Trittau das Rennen in der Ortsmitte. Etwa 30 Helfer waren diesmal dabei. "Kinder haben bei uns leider keine Lobby, deshalb engagiere ich mich hier", sagte Herbert Muche.

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