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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:33 Uhr

Von Spätbussen, PCs und Parkplätzen

vom

36 Oldesloer Gymnasiasten spielen Stadtverordnetensitzung nach

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Bad Oldesloe | Was wäre eigentlich, wenn Jugendliche über die Stadtgeschicke entscheiden könnten? Im Rahmen eines Planspiels, das die Friedrich Ebert Stiftung ins Leben gerufen hat, konnte das jetzt getestet werden. 36 Elfklässler der Theodor Mommsen Schule spielten eine Stadtverordnetenversammlung nach. Dazu hatten sie sich eine echte Versammlung live angeschaut und sich Tipps von Lokalpolitikern der lokalen Parteien geholt.

Auf der nachgespielten Versammlung verhandelten sie nun unter der Leitung von Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) und unter Beisein von Verwaltungs-Chef Tassilo von Bary sehr ernsthaft ihre herausgearbeiteten, realen Anliegen. Bei den Anträgen zeigten sich deutlich die Themen, die eben Schüler in diesem Alter interessieren: mehr Parkplätze vor der Schule, bessere PC-Ausstattung für das Gymnasium, Krafttrainingsräume für Vereine oder auch die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt und des Kurparks für Oldesloer und Touristen.

Auffällig war, dass - im Gegensatz zur realen Lokalpolitik - kaum diskutiert wurde.

Sicherlich lag das auch darin begründet, dass die Themen zum Großteil der Mehrheit der Schüler aus dem Herzen sprachen. Bürgermeister Tassilvo von Bary beantwortete alle Anfragen absolut ernsthaft. Eine Umbennung der Hindenburgstraße auf Grund der historischen Problematik der Person Paul von Hindenburg, sei "sehr kompliziert" und in Sachen Medien- oder PC-Ausstattung spielte er den Ball an die Schulen zurück. "Die Ausstattung müssen die Direktoren und Fachbereiche aus ihrem Budget bezahlen. Wenn andere Schulen das im Medienbereich besser hinbekommen haben, dann fehlt denen vermutlich zum Beispiel im musischen Bereich etwas", so von Bary. Eine Aufstockung des Budgets nur für das Gymnasium "wäre unfair den anderen Schulen gegenüber."

Am heftigsten diskutiert wurde ein Antrag der WiBo (Wähler in Bad Oldesloe) von Merle Stöffesandt. Der Wunsch nach einem "Nachtbus" wurde von einem Teil der anderen fiktiven Partein als "Discobus" verhöhnt. Stöffesandt wehrte sich tapfer in vielen Wortbeiträgen. Eine neue Lokalpolitikerin? Nein, vermutlich nicht. "Als Planspiel hat es Spaß gemacht. Aber ich kann mir das jetzt nicht real vorstellen, auch wirklich Lokalpolitikerin zu werden", so die engagierte Schülerin.

"Ich hätte mir gewünscht, dass der Kinder- und Jugendbeirat hier mit einbezogen wird. Sonst war es gut", sagte Maria Herrmann (SPD) am Rande der Veranstaltung. "Die Themen werde ich mit in die Fraktion nehmen." "Ich fand es insgesamt gelungen. Sowas weckt das politische Interesse", so Fehrmann.

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