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Stormarner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 22:15 Uhr

Von Kolumbien nach Bad Oldesloe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

21 Mädchen und Jungen aus der Stadt Cali wohnen zurzeit in der Jugendherberge der Kreisstadt, um Deutsch zu lernen

shz.de von
erstellt am 18.Jul.2017 | 14:54 Uhr

Die Sommerferien stehen vor der Tür, und viele Oldesloer Kinder freuen sich auf eine Reise ans Meer oder in den warmen Süden. Aber es gibt auch Kinder, die in den Ferien nach Bad Oldesloe kommen, um hier in der Umgebung vier abenteuerliche und erlebnisreiche Wochen in einem Sommercamp zu verbringen.

In der Jugendherberge wohnen zurzeit 21 Kinder, die aus der Millionenmetropole Cali, der drittgrößten Stadt Kolumbiens, nach Norddeutschland gereist sind. Die Jungen und Mädchen im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren und ihre drei Betreuer sind seit zwei Wochen in der Kreisstadt und absolvieren neben täglichem Deutschunterricht in der Jugendherberge auch ein umfangreiches Besuchs- und Erlebnisprogramm. Aber wieso begeben sich Kinder aus Südamerika ausgerechnet auf die lange Reise nach Bad Oldesloe? Dahinter steckt der in Hamburg ansässige Verein „Aubiko“, für Austausch, Bildung und Kommunikation, der sich als Kulturvermittler versteht und Schüleraustausche, Bildungs- und Sprachreisen organisiert. „Die Lage von Bad Oldesloe zwischen Hamburg und Lübeck ist ideal. Und die Jugendherberge ist schön dicht an der Innenstadt, so dass die Kinder auch mal alleine losziehen können“, sagt Friederike Krause vom Vereinsvorstand.

Außerdem können die Kinder in der direkten Umgebung Fußball, Minigolf und Volleyball spielen, und waren auch schon auf der Trave paddeln. Ein bisschen Heimweh hat der ein oder andere zwar, aber bei dem abwechslungsreichen Programm sind die ferne Heimat und die Eltern auch schnell wieder vergessen.

„Wir waren gestern in Husum und haben eine Wanderung im Watt gemacht“, erzählt Sebastian. Und sein Freund José ist ganz begeistert vom Fußballplatz auf dem Exer und dem nahen Skateland. Bisheriges Highlight für alle Jungen und Mädchen aber waren ein Besuch bei den Karl-May-Spielen und der Fledermaushöhle im Kalkberg in Bad Segeberg sowie das Musical „König der Löwen“ in Hamburg, wo sie außerdem auch die Elbphilharmonie besichtigten. Ganz ungewohnt ist für die Kinder das Bahnfahren. „Bei uns gibt es keine S- oder U-Bahnen und auch kaum Züge. Deshalb sind für die Kinder sogar die Bahnfahrten ein tolles Erlebnis“, erzählt Deutschlehrerin Rocio Lozano.

Ungewohnt ist natürlich das norddeutsche Wetter. „Bei uns gibt es keine Jahreszeiten, und es ist immer sehr warm“, erzählt Maria. Besonders begeistert sind die Kinder von den Früchten, die es auf dem Wochenmarkt zu kaufen gibt. Aus ihrer Heimat kennen sie weder Kirschen noch Himbeeren oder Johannisbeeren. Besonders lecker schmeckten hier die Pommes frites mit Currywurst, ein kulinarisches Highlight für die Chicos. Alle Kinder besuchen die Deutsche Schule in ihrer Heimatstadt und lernen seit fünf Jahren die deutsche Sprache, die sie jeden Vormittag vier Stunden lang pauken. Als Entschädigung gibt es dann nachmittags Spiele- und Grillabende, Picknick und ein Besuch im Zoo stehen noch auf dem Programm. Und am morgigen Donnerstag natürlich das Oldesloer Vogelschießen.

In der letzten Juliwoche werden sich die kleinen Kolumbianer auf das Abenteuer Berlin einlassen und in der Hauptstadt das Regierungsviertel und das Naturkundemuseum besuchen. Am 29. Juli geht es wieder Richtung Mittelamerika, wo dann auch schon wieder die Schule beginnt.

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