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Stormarner Wochenschau : Von Klonerie und Stromerei ...

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Woche, die wieder einmal Erstaunliches und Nachdenkenswertes an den Tag brachte.

Nachhaltig:

Die Situation ist schon kurios: Eigentlich will Oldesloes Bürgermeister nicht, dass seine Kämmerin Mandy Treetzen noch weiter für die St.-Jürgen-Stiftung tätig ist. Die Grünen haben einen entsprechenden Antrag gestellt, die deutliche Mehrheit ist dafür, aber es kann trotzdem nicht umgesetzt werden, weil in der Stiftungssatzung drin steht, dass der jeweilige Stadtkämmerer Kraft Amtes die Stiftungsverwaltung übernimmt. Tolle Regelung. Dieser Satzung werden die Stadtverordneten sicher anno schießmichtot mal zugestimmt haben, aber raus kommen sie da nur im Einvernehmen mit dem Stiftungsvorstand. Und wenn der nicht will … Das (theoretische) Gezerre muss man sich mal bildlich vorstellen: „Wir wollen unsere Kämmerin zurück!“„Aber wir geben sie euch nicht!“ Angeblich soll das mit der Satzung so rechtens sein. Aber Tassilo von Bary hat trotzdem ein Schlupfloch gefunden: „Da steht ja nirgendwo, dass das kostenlos sein muss.“ Der Fuchs, der. Da könnte man ja glatt auf den Gedanken kommen, dass da neue Einnahmequellen zu erschließen sind. Könnten Klone sogar zur nachhaltigen Haushaltssanierung beitragen? Unser Karikaturist hat sich da so seine Gedanken gemacht.

Nachgefragt

Er habe da mal eine Frage. Der fraktionslose Wolfgang Schmidt, ganz der Diakon, fragte im Hauptausschuss, ob es einen Unterschied mache, wenn es im Antrag heißt: Der Bürgermeister wird „beauftragt“ oder „gebeten“. Die Antwort von von Bary kam sofort: „Wenn mich jemand bittet, mache ich das gerne. Wenn mich jemand beauftragt, mache ich das sowieso.“ Die einen lachten, die anderen hüstelten verlegen. Was für ein Glück, dass ihm da keine lange Nase gewachsen ist.

Nachjustiert

Geht’s noch? Da engagieren sich Leute ehrenamtlich, geben Flüchtlingen in ihrer Freizeit kostenlosen Deutschunterricht, aber wenn sie im Rathaus nachfragen, wie es denn mit ein paar Kopien von Unterrichtsmaterial aussieht, kriegen sie zu hören: „Tut uns leid, dafür haben wir keinen Etat.“ So leicht kann aus ganz viel Engagement ganz viel Frust werden. Auf Antrag der SPD wurde dafür jetzt in Oldesloe einstimmig ein Haushaltsposten eingerichtet. Ausdrücklich nicht nur für Flüchtlingshelfer, sondern für alle Ehrenamtler, die nicht anderweitig zu Vereinen oder Verbänden gehören. Fein. Und was noch besser ist, die Verwaltung sicherte sogar zu, dass sie einen „schlanken Weg“ erarbeiten werde, wie die Engagierten zu ihrem Geld kommen. Der Antrag soll nicht mehr Seiten haben als kopiert wurden. Sehr beruhigend.

Nachgerüstet

Da wurde mal wieder das Pferd von hinten aufgezäumt. Seit Jahren sind E-Autos da und jetzt erst werden auf Autobahnen die notwendigen Stromkästen nachgeschoben. MdB und CDU-Verkehrsexperte Gero Storjohann hat auf der A1-Raststätte Buddikate-Ost die 1. E-Schnellladesäule eingeweiht und erklärt, dass bundesweit nur 24  000 Elektrofahrzeuge unterwegs seien. Ist das verwunderlich? Erstens weiß Otto Normalverbraucher nicht, ob er wegen des dünnen Stromnetzes mit dem E-Auto überhaupt von A nach B kommt oder nicht doch irgendwo eine Zwischenübernachtung einlegen muss. Zweitens kostet solch ein kleiner „Stromer“ satte 30  000 Euro, plus Akku-Miete. Schluck! Eindeutig fährt man mit Benzin, Diesel oder Gas besser. Da hat Politik die Rechnung ohne das Volk gemacht. Da ist Geiz geil, gell!
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