Von der Oldesloer Bühne auf die Kinoleinwand

Sahen den Film im OHO-Kino: Mechthild Grunwald, Heiko Vosgerau, Marlies Jacob und Manfred Thomsen (v.l.).  Foto: Niemeier
Sahen den Film im OHO-Kino: Mechthild Grunwald, Heiko Vosgerau, Marlies Jacob und Manfred Thomsen (v.l.). Foto: Niemeier

Als Komparsen im Kinofilm: Für Mitglieder der Oldesloer Bühne ging ein Traum in Erfüllung. Sie spielten in "Up!Up to the sky" mit.

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16. September 2009, 10:28 Uhr

Grabau/Bad Oldesloe | Einmal auf der großen Leinwand in einem Kino zu sehen sein, davon träumen viel Mitmenschen - und Schauspieler sowieso. Umso größer war die Freude und Aufregung, als vor zwei Jahren einige Mitglieder der Oldesloer Bühne die Möglichkeit bekamen, als Komparsen in der Kinoproduktion "Up! Up to the sky" mitzuspielen. Der Film, der das Regiedebüt von Drehbuchautor Hardi Sturm war, wurde zum Teil im Schloss Grabau gedreht, das in der Handlung die psychiatrische Landesklinik darstellt. Dorthin wird der junge Arnold eingeliefert, der behauptet, ein Außerirdischer zu sein. Den Oldesloer Schauspieltalenten war die Rolle zugeteilt worden, die übrigen psychisch Kranken darzustellen. Und so sieht man Ralf Denert im Garten sitzen, Manfred Thomsen beim aufmerksamen Beobachten eines Federballspiels und Heiko Vosgerau in der Eingangshalle. Einige von ihnen tauchen mehrfach auf, andere nur am Rande.

Pech nur: Der Film verschwand nach einer Woche wieder in den Archiven. Und das, obwohl in dem von der Filmförderung und dem NDR unterstützten Film Max Riemelt, Katja Riemann, Armin Rohde und Anneke Kim Sarnau agierten. Und er hatte vorab den Drehbuchpreis des Emdener Filmfestivals 2007 gewonnen, für den immerhin über 80 Filme nominiert waren. Jetzt hatten die Oldesloer Statisten und alle anderen Interessierten Gelegenheit, sich selbst ein Bild von "Up! Up to the sky" machen. Heinz Wittern hatte den Film in sein Oho-Kino zu einer Sondervorstellung geholt. Neben einigen Statisten und ihren Verwandten kamen noch rund 40 Neugierige, die sich die 100 Minuten lange Tragikkomödie anschauten. Allgemeiner Tenor: Kein Film, der nach einem Oscar schreit, aber auch nicht schlechter als viele andere. "Ich finde ihn gut, nur das Ende ist mir zu abgedreht", befindet Manfred Thomsen. Das Schloss Grabau, das häufig in Szene gesetzt ist, und die Landschaft des Nordens sind die heimlichen Stars des Films. Interessant ist, dass die gezeigte Landschaft nur zum Teil die Wirklichkeit rund um Grabau wiedergibt. Einen großen Kanal sucht man vergeblich, auch ein Baggersee dieser Ausmaße ist hier nur schwer zu finden. So wurde Grabau und mit Aufnahmen aus Preten, Rastau, Stipelse (Niedersachsen) und der Nähe von Münster zu einer spätersommerlichen Bilderbuchprovinz kombiniert, so dass der Film in einem namenlosen, fantastischen Nirgendwo spielt. Zusammen mit der zugegebenermaßen wirren Handlung ergibt ein modernes Märchen für Erwachsene, das man mittlerweile auch auf DVD sehen kann.

Über den Verleih Zorro-Film ist zu erfahren, dass "Up! Up to the sky" bei Wettbewerben an den Start ging. Unter anderem war er für den Ophüls-Preis in Saarbrücken nominiert. Wer einen Blick ins Internet wirft, bemerkt, dass der Streifen das Zeug hat, Kultcharakter zu genießen. Denn manche Filmfreunde und vor allem auch Kritiker können sich mittlerweile für ihn erwärmen. Auf der Video-Plattform Youtube im Internet gibt es neben dem Trailer auch einige Ausschnitte mit englischen Untertiteln zu bestaunen. Zu erlangen Grabau und die Oldesloer Laiendarsteller internationale Bekanntheit.

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