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Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 23:13 Uhr

Von der Gartenbahn bis zur Spur Z

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Am Wochenende hatten Modelleisenbahnfans wieder jede Menge zu bestaunen: Die Eisenbahnfreunde luden zur Ausstellung ein

Rund 2000 Besucher bestaunten am Wochenende in der Schule am Masurenweg ganze Landschaften voller Modelleisenbahnen – von der größten Gartenbahn im Maßstab 1:22 bis zum kleinsten Güterzug der Spurweite Z im Maßstab 1:220. Insgesamt hatten die Eisenbahnfreunde Bad Oldesloe zusammen mit 15 befreundeten Vereinen und Privatsammlern wieder mehr als 100 verschiedene Lokomotiven auf die kleinen und großen Anlagen gebracht, wo sie fröhlich ihre Runden drehten. Viele Dampfloks rauchten – manche stanken so gar ein bisschen –fast wie die echten. Sound-Decoder sorgten für lautes und durchdringendes Pfeifen, Tuten und Rattern. Heutzutage wird natürlich auch alles elektronisch gesteuert, was den Charme der Modelleisenbahnen aber nicht schmälert. Jung und Alt – und allermeist männlich – hatten ihren Spaß. Passend zum aktuellen Aufreger, dem Streik der Lokomotivführer, hatten die Aussteller in der großen Schulturnhalle Schilder angehängt mit der Aufschrift: Bei uns fahren die Züge – Unsere Lokführer streiken nicht.

Horst Külper, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde Bad Oldesloe, informierte die Besucher per Mikrofon ausführlich über die verschiedenen Spuren und die darauf fahrenden Züge. In seiner historischen Uniform eines Bahnhofsvorstehers zog er natürlich die Blicke auf sich. „Wir präsentieren hier die größte, private und nicht gewerbliche Modelleisenbahnausstellung Norddeutschlands“, so Külper nicht ohne Stolz. Die Besucher kamen ebenfalls aus ganz Norddeutschland und nahmen teils lange Anfahrtswege in Kauf. Die vereinseigene Anlage musste sich diesmal mit einer Länge von nur zehn Metern begnügen, weil die befreundeten Vereine für ihre Züge mehr Platz brauchten.

Immer mehr Verbreitung findet die Spur TT (Table Top), die früher vor allem in der DDR sehr beliebt war, weil die Anlage gut auf einen Tisch passt. Nach der Wende ging die Firma zunächst Pleite, jetzt werden die detailreichen Bahnen der Spur TT (Maßstab 1:120) vom sächsischen Unternehmen Tillig wieder vertrieben. Eine umfangreiche TT-Anlage präsentierte der Verein „Modulstammtisch Hamburg-Holstein“.

Zwei ganz besondere Züge der Spur N hatte Werner Meinecke mitgebracht: Die Waggons waren mit kunterbunten kleinen Trabant-Modellen beladen, was auch seinen besonderen Grund hatte, denn Werner Meinecke ist seit 25 Jahren begeisterter Trabi-Sammler. Mehr als 1600 verschiedene Modelle und Stücke mit Trabimotiven beherbergt der Harburger zu Hause in Kisten und Vitrinen. Dafür hat der 64-Jährige auch schon einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft, weil er weltweit die meisten Gegenstände mit einem Bezug zur „DDR-Rennpappe“ sein Eigen nennt. „An dem Tag, als die Mauer fiel, fing ich an zu sammeln. Nun ist meine Sammlung 25 Jahre alt geworden. Die Hälfte davon stammt noch aus DDR-Zeiten“, so Meinecke. Inzwischen ist seine kulturhistorisch wertvolle Sammlung aber so gewaltig angewachsen, dass er sie gerne dauerhaft einem Museum oder einer entsprechenden Einrichtung übergeben würde.

Die Trabis findet auch sein sechsjähriger Enkel Justus toll. Und so wird die Begeisterung für das Kultauto der DDR schon auf die übernächste Generation weitergegeben. Infos über die Trabi-Sammlung gibt es im Internet unter www.Trabi-M-M.de.

Im kommenden Jahr werden die Oldesloer Eisenbahnfreunde mit ihrer dann 30. Ausstellung ein Jubiläum feiern.

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