Ahrensburg : Von Abschieden und Aufbrüchen

Theaterfrauen: Angela Deiniger-Schrader (l.), Angela Schöttler-Labenz und Caro Dibbern.
Theaterfrauen: Angela Deiniger-Schrader (l.), Angela Schöttler-Labenz und Caro Dibbern.

Caroline Dibbern übernimmt die Leitung der „Jungen Bühne Ahrensburg“ am Marstall. Angela Deininger Schrader zeigt ihre letzte Inszenierung.

shz.de von
11. April 2018, 06:00 Uhr

Die eine Theaterbegeisterte verabschiedet sich, die andere freut sich über die offenen Türen, mit denen sie empfangen wird. Denn während Angela Deininger-Schrader nach zehn Jahren die Leitung des „Jungen Theaters Marstall Ahrensburg“ abgibt, übernimmt Schauspielerin und Casterin Caroline Dibbern, die in den vergangenen Jahren am Kleinen Theater Bargteheide als Regisseurin tätig war, diese verantwortungsvolle Aufgabe. „Es wird ein fließender Übergang“, freut sich Deininger-Schrader, die sich mehr auf andere Projekte konzentrieren möchte und an dem Punkt war, sich entscheiden zu müssen.

Die Leitung der Grundschulgruppe hatte 2017 bereits Angela Schöttler-Labenz übernommen, nun folgt der Abschied von der Jugendgruppe. „Für mich war es ein echter Glücksfall, das der Marstall auf mich zukam. Ich freue mich riesig darauf, hier zu starten. Die Stimmung ist gut und ich bin total motiviert“, so Dibbern.

„Wenn jemand wie Caro Dibbern zur Verfügung steht, dann muss man versuchen da zusammenzukommen. Wir wollten, dass es nahtlos weitergeht und kein Loch entsteht. Denn schließlich wollen wir junge Menschen hier ans Theater heranführen“, sagt Armin Diedrichsen, Programmmanager des Kulturzentrums. „Bei uns gibt es keine Pflichtanzahl an Aufführungen für das Junge Theater. Es wird nicht darauf geschaut, wie ausgelastet eine Vorstellung ist. Profit oder Statistiken spielen hier keine Rolle. Hier geht es darum, mit Kindern und Jugendlichen zu schauspielern und gemeinsam Stücke zu erarbeiten“, meint Diedrichsen weiter. Dafür sei Dibbern die ideale Nachfolgerin für Deininger-Schrader. Letztere verabschiedet sich mit zwei Stücken aus dem Marstall.

Als Kooperation mit dem „Kinderhuus am Reesenbüttel“ kommen am 31. Mai um 17 Uhr die „Tanzvampire“ auf die Bühne. Gespielt werden die Rollen von 17 Viertklässlern aus dem Hort. Deiningers letzte Produktion mit der Jugendgruppe wird das ernste Stück „Die ersten Boatpeople“ sein, das am Sonnabend 30. Juni (18 Uhr) und am Sonntag, 1. Juli (16 Uhr), zu sehen ist. Es erzählt die Geschichte von Sklaverei und Kolonialismus. Parallelen in die Gegenwart sind dabei nicht zufällig.

„Auf Grund der Flüchtlingssituation war es für mich ein Thema“, so Deininger-Schrader. Sie sei begeistert, mit wie viel Interesse und Ernsthaftigkeit die zehn bis 18-jährigen Schauspieler das Thema angehen. „Kinder und Jugendliche werden da oft unterschätzt. Sie können sich gut mit solchen Themen auseinandersetzen. Die sind ja nicht dumm, nur weil sie jung sind“, weiß Diedrichsen.

Schöttler-Labenz zeigt mit „Didis Wundertüte“ am 24. Juni (16 Uhr) ihre erste Inszenierung als Leiterin der Kindergruppe. Inspiriert vom real existierenden Landstreicher „Didi“, der 2011 durch Ahrensburg zog, schrieb sie das Stück. „Didi“ wird auf der Bühne zum Magier, der jedem Kind seinen Traumberuf zuordnet.

Dibberns Theaterkursus startet derweil ab 3. September jeden Montag um 16.30 Uhr.

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