Neue Vorschläge : Vom Kiesabbau bis zum Zweckverband

Kein Schweinemastbetrieb   Bewohner von Köthel feiern.
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Kein Schweinemastbetrieb Bewohner von Köthel feiern.

Neue Ideen erreichten Trittau im Jahr 2012. So zum Beispiel die vom Energie- und Klimaschutz ausgezeichnete Erfindung der LED-Straßenbeleuchtung im "Diskoweg".

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29. Dezember 2012, 09:05 Uhr

Trittau | Auch in Trittau und Umgebung ist in diesem Jahr so einiges passiert. Wir blicken noch einmal zurück.

Eines der wichtigen Themen in Trittau war der Klimaschutz. Schon im Januar befasste sich der Bauausschuss mit der Ausstattung von Trittaus Straßenbeleuchtung mit LED-Lampen. Im November wurde die Installation im Gebiet Hasenberg abgeschlossen. Neubaugebiete sollen künftig mit den sparsamen Lampen, die über 50 Prozent Ersparnis zu herkömmlicher Straßenbeleuchtung bieten, ausgestattet werden und eine Umrüstung von alten Lampen Zug um Zug geschehen.

Für die Idee, den so genannten "Diskoweg" von Vorburg über die Rausdorfer und Gadebuscher Straße mit LED-Leuchten auszustatten, die nur bei Bedarf hochfahren, gab es sogar eine Auszeichnung von der Gesellschaft für Energie- und Klimaschutz (eok) aus Kiel, die eine Energieolympiade ausgeschrieben hatte.

Die Hahnheide soll ebenfalls für den Klimaschutz zum Mischwald umgebaut werden. Landesumweltminister Dr. Robert Habeck pflanzte im November die ersten von 70.000 Buchen, die bis Ende des Jahres in der Erde sein sollen.

Auch die Sanierung von Bürgerhaus und Campehaus hat viele energetische Aspekte wie Dach und Schornstein. Das Campehaus und die Turnhalle sollen im Zuge eines Gesamtplans saniert werden, der von Städtebau-Studenten der Hochschule 21 seit diesem Herbstsemester entwickelt wird. Die Studenten erarbeiten Vorschläge, wie die Mitte Trittaus rund um die Verwaltung künftig gestaltet werden könnte. Daher wurde noch nicht begonnen.

Auch der Bau der Feuertreppe und die Innensanierung des Bürgerhaus wurden noch nicht angepackt.

Im April wurde der erste Spatenstich von der Abfallwirtschaft Südstormarn (AWSH) für die neue Biovergärungsanlage beim Kompostwerk gesetzt. Das Herzstück der 4,5 Millionen Euro teuren Anlage ist ein Fermenter. Bis Ende dieses Jahres soll alles fertig sein, Anfang Januar kommt die erste Fuhre Abfall. Insgesamt 30.000 Tonnen Bioabfall aus Stormarn und Herzogtum Lauenburg werden dann jährlich in mehreren Schritten zu Biogas und Kompost verarbeitet.

GGT Im Jubiläumsjahr hatte die Gewerbegemeinschaft Trittau mit Turbulenzen zu kämpfen. Im Januar erklärte Vorsitzender Ferdinand Plehn seinen Rücktritt, weil er seine Vorstellungen hinsichtlich Ausrichtung der Gemeinschaft und Zusammenarbeit im Vorstand nicht verwirklichen konnte. Die Gemeinschaft der Kaufleute wurde von Stellvertreter und "Urgestein" Hilmar Sallach kommissarisch geleitet. Neue Vorsitzende wurde im Mai Angelika Voss. Mit dem Trittauer Vergnügen im Herbst feiert die GGT schließlich ihr 40-jähriges Bestehen.

Kreisel Seit langem soll die Rausdorfer Straße vom Land saniert werden, die Gemeinde will dann an der Ecke zum Herrenruhmweg/Gadebuscher Straße einen Kreisel bauen. Zunächst stand das Haus der Familie Kohlhoff im Weg, die nach langen Verhandlungen ein neues Grundstück am Herrenruhmweg erhielt und bebaute. Im Februar gab das Land Geld für die "grundhafte Sanierung" der Rausdorfer Straße (L160) frei und man sprach noch von Beginn der Bauarbeiten in diesem Jahr. Zwischen Feuerwache bis zur Gadebuscher Straße soll die Straße neu gepflastert werden und einen neuen Unterbau erhalten.

Doch eine unendliche Geschichte setzte sich fort: Nach der Neuwahl der Landesregierung waren zunächst alle Maßnahmen auf den Prüfstand gekommen. Erst im August wurden die Gelder erneut frei gegeben. Doch wegen des nahenden Winters wurde nun der Baubeginn ins nächste Frühjahr verschoben.

Im Juni sollte auch der Ausbau des Kreisels Hamburger Straße/Mühlenweg beginnen. Auch das wurde noch nicht verwirklicht. Grund: In der Hamburger Straße/Mühlenweg muss Eon eine Hochdruckgasleitung verlegen und braucht für Planung und Durchführung ein halbes Jahr.

Zweckverband Die Gemeindevertreter beschlossen einen öffentlich-rechtlichen Vertrag über die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit dem Zweckverband Obere Bille, zuvor nur für das Abwasser zuständig. Damit wurde die Trinkwasserversorgung in professionelle Hände gelegt.

Neue Buslinie Zum neuen Winterfahrplan fährt seit 9. Dezember ein neuer Bus auf der Strecke Trittau-Rahlstedt-Trittau. Der Bus "264" fährt aber nicht mehr über alle Dörfer, ist dadurch schneller. Anlässlich dieser Neuerung wurde im Dezember ein Bus auf den Namen "Trittau" getauft.

Schulwegsicherung Die Querungshilfen in der Gadebuscher Straße zwischen Peter-Fechter und Helmut-Ahrens Straße waren des Öfteren Thema in den Ausschüssen und der Gemeindevertretung. Man rechnete schon Im Frühjahr des Jahres mit dem Bau, aber bis Jahresende hat sich noch nichts getan. Wegen des Baus des Lärmschutzwalls gab es terminliche Verzögerungen, sodass auch diese Maßnahme ins Frühjahr geschoben wurde.

Schützenplatz Immer mal wieder ein Thema war der Schützenplatz. B-Plan und Flächennutzungsplan wurden in den Ausschüssen behandelt. Die Verschwenkung der neuen Straße wurde ebenso diskutiert wie der Lärmschutz. Inzwischen gibt es ein Lärmgutachten. Beim letzten Schützenfest bewiesen die Schützen durch Messungen, dass sie die Richtwerte einhalten.

Im Dezember wurde in der Gemeindevertretung der Flächennutzungsplan geändert. Er wurde damit zum Mischkerngebiet erklärt. Die formalen Grundlagen für eine Bebauung werden damit gelegt, unabhängig davon, dass bisher keine Einigung zwischen den Schützen und dem Investor Bartels-Langness erzielt wurde, der hier ein neues Zentrum errichten möchte. Die Schützen bestehen auf ihrem grundbuchlich gesicherten Recht, einmal im Jahr ein Schützenfest auf dem Platz zu veranstalten.

Altlast Eine Altlast aus den 80er Jahren in der Bunsenstraße 2 beschäftigt die Gemeindevertreter ebenfalls. Durch Halogene, die sich tief im Boden befinden, kann jetzt ein Teilgebiet des B-Plans 44 (Güterbahnhof) nicht bebaut werden. Er wird zum Grünstreifen. Unabhängig davon muss geklärt werden, wie die Altlast entsorgt werden kann.

Insolvenz Im April übernahm die Savic Holding AG die insolvente Büromöbelfirma Jahnke. Produziert wird künftig komplett im Ausland, der Produktionsstandort Trittau bleibt geschlossen. Es wurde am Standort eine Jahnke Vertriebs GmbH neu gegründet.

Freibad Immer mal wieder im Gespräch war auch das Freibad, nicht nur wegen des alljährlichen Defizits in der Haushaltskasse der Gemeinde. Wegen der Kosten wollte ein Gemeindevertreter das Bad sogar ganz schließen. Seit diesem Sommer wurde das Wasser nur noch über eine Solaranlage beheizt, was bei schlechtem Wetter sehr schnell zu sehr kühlen Temperaturen führte. Proteste insbesondere der älteren Nutzer folgten. Schließlich konnte eine Vereinbarung mit dem Landwirt Klose getroffen werden, der eine Biogasanlage betreibt. Die nachts entstehende überschüssige Abwärme wird seitdem ins Schwimmbad eingespeist.

Neubauten Im Juni war Richtfest für einen Neubau am Gymnasium, der im November offiziell eingeweiht wurde. Vier Klassenräume und ein Lernatelier wurden mit modernster Technik ausgestattet. 87. 000 Euro hat sich der Schulverein den Bau kosten lassen, hinzu kamen noch mal 20.000 Euro für die Ausstattung.

Auch in der Hahnheideschule gab es neue Ideen: Elternschaft und Schulkonferenz wünschen sich eine eigene gymnasiale Oberstufe. Der Schulverband hat darüber beraten und will im Januar eine Entscheidung treffen. Auch dann sind Neu/Anbauten erforderlich.

Auch für den Neubau einer Kindertagesstätte mit sechs Gruppen wurden die Weichen gestellt. Im Frühjahr 2013 soll Baubeginn sein und zum nächsten Kindergartenjahr der Neubau an der Großenseer Straße in Betrieb genommen werden. Damit wurde der großen Nachfrage, insbesondere auch nach Krippenplätzen, Rechnung getragen.

Amt Trittau In Grönwohld wurde eine multifunktionale Veranstaltungsfläche am Schulgelände im August mit einem Fest eingeweiht. Auch neue Krippenplätze wurden geschaffen, ebenso in Großensee. Lütjensee will zum 1. August 2013 mit dem Neubau seiner Krippe für zwei Gruppen an der Großenseer Straße fertig werden.

In Köthel feierte man im Februar, dass aufgrund des Drucks der Bürgerinitiative der Antrag für den Bau einer Schweinemastanlage zurückgezogen wurde. Zuvor hatte es viele Proteste und Veranstaltungen gegen die Mastanlage gegeben.

Die Grander beschäftigt immer wieder der geplante Kiesabbau und wie er zu verhindern ist. Die Bürger fürchten einen großen und nicht reparablen Eingriff in die Natur. Der Amtsausschuss hat eine einstimmige Solidaritätsresolution gegen den geplanten Kiesabbau in Grande verfasst. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens haben die Amtsgemeinden zudem einzelne Stellungnahmen in den Gemeinderatssitzungen beschlossen, die dem Vorhaben ebenfalls ablehnend gegenüber stehen.

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