Lübeck : Voller Vorfreude zurück ins Tor

Benjamin Gommert hofft darauf, nach dreiwöchiger Pause wieder das Tor des VfB Lübeck zu hüten und heute den SHFV-Pokal gegen Titelverteidiger SC Weiche Flensburg 08 zu holen.
Benjamin Gommert hofft darauf, nach dreiwöchiger Pause wieder das Tor des VfB Lübeck zu hüten und heute den SHFV-Pokal gegen Titelverteidiger SC Weiche Flensburg 08 zu holen.

Im SHFV-Pokal-Endspiel gegen Weiche Flensburg wollen Benjamin Gommert und der VfB Lübeck ihre tolle Saison heute krönen.

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24. Mai 2019, 20:15 Uhr

Lübeck | Er hat schon mehr Schlachten auf dem Fußballplatz geschlagen als die meisten seiner Teamkollegen. An die letzte kann er sich noch immer nicht erinnern. Doch die Vorfreude auf die heutige Aufgabe trübt das bei Benjamin Gommert nicht mehr. Der 34-jährige Schlussmann des VfB Lübeck ist rechtzeitig vor dem SHFV-Pokal-Endspiel gegen den SC Weiche Flensburg 08 (heute, 16.15 Uhr, Lohmühle) wieder fit und dürfte zwischen die Pfosten zurückkehren.

Drei Wochen ist es her, seit Gommert in Bremen mit dem Kopf an den Pfosten prallte, dennoch den 2:0-Sieg rettete, anschließend aber ausfiel. „Es ist erstaunlich, wozu man unterbewusst offenbar in der Lage ist“, sagt der Keeper selbst rückblickend. Die Nachbereitung der erlittenen Gehirnerschütterung bestärkte diese Verwunderung noch. „Einige Tests in der Klinik Boberg habe ich wiederholen müssen“, erzählt Gommert. Auffassung und Reaktionsvermögen stehen dabei im Blickpunkt – und noch in der Woche vor dem letzten Punktspiel fielen die Ergebnisse des Trappenkampers schlecht aus. „Erst jetzt am Mittwoch war wirklich alles wieder okay“, sagt er.

Trainiert hat Gommert allerdings schon die ganze Woche wieder voll – und will heute zwischen die Pfosten zurückkehren. Rolf Landerl ließ sich noch nicht endgültig in die Karten schauen. „Es werden alle Spieler im Kader sein“, betonte der Trainer gestern. Erst kurz vor dem Spiel wird der Österreicher an vielen Stellen schwierige Entscheidungen treffen müssen. „Es hätten alle verdient, dabei zu sein. Die Zusammenarbeit mit allen war in dieser Saison richtig gut.“ In der Startelf ist aber vermutlich nur noch ein Platz im Mittelfeld offen – der in der Woche angeschlagene Yannick Deichmann könnte ebenso weichen müssen wie Kresimir Matovina oder Dennis Hoins.

Motiviert werden muss niemand besonders – und doch bereitete Torwarttrainer Walter Franta gestern noch ein kurzes Video zum „Heißmachen“ vor.

Gommert ist auch so schon voller Vorfreude. „Wir wollen jetzt liefern und alle glücklich machen. Das ist jetzt eben unser Spiel des Jahres, nachdem das andere leider nicht geklappt hat“, sagt der Torhüter in Anspielung auf das trotz großer Aufholjagd verlorene Titelrennen in der Regionalliga. Negative Gedanken aufkommen zu lassen angesichts der Tatsache, dass ein bärenstarkes Jahr ohne einen Titel enden könnte, ist beim VfB verpönt. „So denken wir nicht. Wir können eine tolle Saison mit dem Pokal krönen. Egal ob nach einer guten Saison oder nach einer durchschnittlichen – so ein Pokalsieg ist immer das gleiche wert“, erklärt Landerl und sieht einen kleinen Pluspunkt: „Wir sind in den letzten Wochen immer an die Grenzen gegangen. Das ist sicher kein Nachteil.“

Dass mit Weiche ein Gegner kommt, der unbequem ist und zuletzt in der Liga (0:0 vor zwei Wochen) wieder auf Augenhöhe war, wissen die Grün-Weißen. „Aber das alles zählt nicht“, betont Gommert. „Es ist ja wirklich so, dass der Pokal eigene Gesetze hat. Da kann man auch schon mal mit acht Mann gegen elf gewinnen oder ähnlich verrückte Sachen. Favoriten gibt es in solchen Spielen nicht.“

Im letzten Pokalduell beider Teams gab es im August 2018 Elfmeterschießen und das glücklichere Ende für die Flensburger, die zuvor 2012 sehr unglücklich in der Verlängerung und 2014 zwei Endspiele in Lübeck verloren hatten. „Die Situation beim Elfmeterschießen kann man nicht trainieren“, erklärt Gommert, warum Strafstöße nicht auf dem Übungsplan standen. Ein Elfmetertöter sei er zwar nicht. „Aber wenn es soweit kommt, halte ich einen bestimmt“, lacht er. „Und sei es, weil ich angeschossen werde.“

Beim VfB rechnet man angesichts von gut 2300 im Vorverkauf abgesetzten Tickets mit bis zu 4000 Besuchern. Der Pokaltag beginnt bereits um 12.45 Uhr, wenn mit dem SV Henstedt-Ulzburg und Holstein Kiel die beiden besten Frauenteams des Landes ihren Pokalsieger ermitteln.

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