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Gesundheitsforum : Volkskrankheit Rückenschmerzen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Rückenschmerzen kennt jeder, aber Dr. Murat Ladehoff konnte beim Gesundheitsforum wertvolle Anregungen geben. Oftmals sei falsche Körperhaltung eine der Ursachen.

„Mal ehrlich, wer von Ihnen hat schon mal Rückenschmerzen gehabt?“, fragt Dr. Murat Ladehoff in die große Runde der Besucher des Gesundheitsforums. Klar, dass so gut wie alle Arme hochgehen, denn Rückenschmerzen kennt jeder in irgendeiner Form. „Rund 85 Prozent aller Deutschen haben im Laufe ihres Lebens mindestens eine Episode mit Rückenschmerzen“, weiß der Lübecker Neurochirurg, der beim Gesundheitsforum des Stormarner Tageblatts, der Asklepios Klinik und der Barmer GEK über das Thema „Kanalspinalstenose“ einen interessanten und sehr verständlichen Vortrag hielt.

Die Volkskrankheit Rückenschmerzen ist die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit und Berentung und kostet den Staat Milliardenbeträge. „Es gibt eine ganze Batterie von Tests und Untersuchungsmethoden, um die Ursachen zu ergründen“, so Dr. Ladehoff, der neben seiner Lübecker Praxis auch als Belegarzt in der Oldesloer Asklepios Klinik tätig ist, und zwar sehr erfolgreich, wie die positive Resonanz einiger Besucher vermuten lässt. Immer noch würden viele Ärzte das Krankheitsbild einer Spinalkanalstenose nicht richtig erkennen, so Dr. Ladehoff. Sie könne am besten mit Hilfe der Magnetresonanztomographie diagnostiziert werden. Auch der leicht nach vorne geneigte Gang der Patienten sei typisch, denn so werde dem verengten Wirbelkanal wieder etwas mehr Luft verschafft. „Betroffene haben oft ein Durchbrechgefühl im Rücken und suchen beim Laufen schon die nächste Bank, denn im Sitzen verschwinden die Schmerzen meist wieder“, so der Mediziner. Deswegen könnten Menschen mit Spinalkanalstenose eher Radfahren als Laufen. Wichtig sei auch eine sehr genau Befragung durch den Arzt, dend gerade Rückenschmerzen könnten auch psychosomatische Ursachen haben. Am Anfang einer Behandlung steht in der Regel die Physiotherapie mit Übungen, die man auch regelmäßig zu Hause machen sollte. „Dabei ist eine Haltungsänderung wichtig“, betonte Dr. Ladehoff. Oft habe sich über viele Jahre hinweg ein falsche Körperhaltung ausgeprägt, die es nun zu korrigieren gelte. Haben sich die gequetschten Nerven im Wirbelkanal bereits schmerzhaft entzündet, helfe eine Periradikuläre Therapie (PRT), die Kosten werden inzwischen allerdings nur noch in Ausnahmefällen von den Kassen übernommen. Dabei wird Cortison nach lokaler Betäubung lokal in den betroffenen Wirbelbereich injiziert. Das Ziel ist, hierdurch den Teufelkreis aus Druck, Nervenschwellung und dadurch noch mehr Druck zu durchbrechen. Eine Operation schließlich sollte die allerletzte Lösung sein. „Ein kleiner Schnitt genügt in der Regel“, so der Chirurg, der mit Hilfe eines Mikroskops bei 40-facher Vergrößerung operiert. „So eine OP dauert etwa eine Stunde. Ich mache das fünfmal die Woche, es ist ein Routineeingriff“, so Dr. Ladehoff. Allerdings dauert die vollständige Wundheilung mehrere Monate. Schließlich kritisierte Ladehoff, dass die Methode der Wirbelversteifung zu häufig angewandt werde. „Das sollte nur bei einer hochgradigen Instabilität der Wirbel gemacht werden. Meist ist Geld das immer wieder auftretende Argument für diese Versteifungen.“ Deshalb sei es immer gut, sich eine Zweit- oder Drittmeinung von Ärzten einzuholen. Hilfe bietet hier auch die Barmer GEK an.


 

Termin: Das nächste Gesundheitsforum mit einem Herzthema findet am 27. November statt.

 

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erstellt am 27.Sep.2013 | 06:00 Uhr

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