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Bad Oldesloe : Vogelschuss mit Helm und Brille

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Beim Oldesloer Vogelschießen müssen die Achtklässler in diesem Jahr erstmals eine Schutzausrüstung tragen: Helm und Brille. Das hatte der Vogelschießer-Ausschuss beschlossen.

Das traditionelle Oldesloer Vogelschießen soll nach 150 Jahren sicherer werden. Es gab bislang zwar keinen Unfall, in diesem Jahr darf aber nur noch mit Schutzhelm und -brille auf den hölzernen Vogel gezielt werden. Das beschloss der Vogelschießer-Ausschuss – und sorgte für einige böse Kommentare im Internet.

Am Sonnabend stellte sich der Ausschuss in der Fußgängerzone den Oldesloern und ihren Fragen – samt Schutzausrüstung. Vorsitzende Sabine Prinz, Mitstreiter und Helfer sowie Bürgermeister Tassilo von Bary wollten zudem Geld für das Fest der Kinder sammeln und verkauften neue Vogelschießen-Unterstützer-Button. „Die Passanten reagieren positiv“, so von Bary, der mit einer Spendendose durch die Fußgängerzone zog, „manche finden es traurig, dass vorab keine Spielmannszüge mehr von Haus zu Haus ziehen. Andere sagen, dass die Stadt doch genug Geld hat – aber das war es an Kritik.“ Die neuen Sicherheitsaccesooires würden auf sehr viel Interesse und Verständnis stoßen, von der Kritik im Internet „habe ich hier nichts mitbekommen“, so der Bürgermeister.

„Manche ignorieren einen, wenn man sie anspricht, und gehen weiter. Aber ansonsten sind alle freundlich und interessiert“, sagten die Schülerinnen Carla Neitzke (16), Alina Dzyk (15) und Nina Hackenberg (15), die am Infostand mithalfen. Passanten ließen zwar manchmal spöttische Sätze fallen, blieben aber nicht stehen. Zu größeren Diskussionen kam es so nicht am Stand.

„Natürlich gibt es ein paar Eltern, die finden, dass wir die Kinder zu sehr in Watte packen. Und dann gibt es da ein paar Sprüche. Aber das ist eine Minderheit“, sagte Sabine Prinz. Die Schutzhelme seien notwendig, „weil es zu gefährlich ist, wenn der Metallbolzen beim Vogelschuss zurückschnellt. Es gab letztes Jahr einen kleinen Zwischenfall. Es ist nicht viel passiert. Aber das soll es ja auch gar nicht erst.“ Damit die Kinder die Helme annehmen, sollen sie in einem Wettbewerb an der Gestaltung mitwirken. Bislang ist die Resonanz überschaubar, einigen gefiel aber schon das Original – so wie Nils Rothe aus Bad Oldesloe, der die Helme eher „cool“ fand.

Darauf setzt Sabine Prinz: „Wir hoffen natürlich, dass sie von den Kindern angenommen werden und vielleicht sogar einen coolen Aspekt ins Fest bringen.“ Man sei schließlich für jede Auffrischung der Traditionsveranstaltung dankbar. Die neuen Sicherheitsbestimmungen werden daher nicht die letzten Änderungen am Vogelschießen sein. „Wir müssen uns fragen, für wen wir das Fest machen. Die Antwort ist: Es ist ein Fest für die Kinder. Sie sollen Spaß haben. Sie sollen Vergnügen daran haben. Daher werden wir sie in der Zukunft bei der Planung mit an den Tisch holen. Ihre Wünsche sind wichtig für ein zeitgemäßes Fest“, so die Stadtschul-Leiterin.

Zudem höre man immer wieder davon, dass mit Absicht daneben geschossen werde, weil die Schüler gar keine Lust auf den Wettkampf hätten. „Wenn wir das Vogelschießen erhalten wollen, müssen wir mit der Zeit gehen. Da bleiben Änderungen nicht aus“, sagt Sabine Prinz. Auch der Preis für das Hauptkönigspaar soll „modernisiert und altersgemäß angepasst werden. “, um den Wettbewerb ein attraktiver zu gestalten.

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erstellt am 12.Mai.2014 | 07:00 Uhr

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