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Stormarner Wochenschau : Visionen und geplatzte Ideen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ist das Geld nun da oder woanders? Kommt es von der EU oder einer Zwangsversteigerung? Manchmal braucht man Visionen, um den Durchblick zu behalten.

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erstellt am 20.Mai.2016 | 19:36 Uhr

Querdenker

Es muss schön sein, wenn man Fördergelder verteilen und sich auch noch im Erfolg mitsonnen kann. Damit die Freude möglichst breit ausstrahlt, hat die EU „Europa in meiner Region“ ersonnen. Bei der Aktion soll den Bürgern gezeigt werden, wo die Steuergelder bleiben. Bei der Basler AG und Job Thermo Bulbs waren die Fördermittel jedenfalls gut angelegt. Der Ahrensburger Unternehmen nutzen das Geld für innovative neue Produkte, dank derer sie weiter Geld verdienen. Das gefiel Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer genauso gut wie Erich Unterwurzacher aus der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission. Beim Rundgang zeigte Firmengründer Norbert Basler den Besuchern das Haus und die Produktion und auch den Flur, der eigens für Querdenker eingerichtet wurde. Getreu dem Motto „Der Erfolg von heute ist die Falle von morgen“ soll dort alles in Frage gestellt werden, um neue Ansätze zu finden und kreativ Ideen zu entwickeln. Bei Basler ist das verinnerlichte Firmenkultur, manchen Besuchern war es etwas fremd. Jedenfalls hörte man beim Weitergehen den geflüsterten Satz „Das sollte man bei der Kommission auch mal einführen.“ Wär ja mal eine Idee.

Doppisch

Mehr als 21  000 Euro Mehrkosten bei einem Etatansatz von rund 24  000 Euro mit der Begründung „Beschaffung von diversen Gegenständen unter 150 Euro, die nicht dem Sammelposten zugeordnet werden können.“ Wofür werden so viele Kleinteile benötigt, wie klein sind sie und wieso lassen sie sich nicht zuordnen? Hat der Bürgermeister aus Versehen 100  000 Kugelschreiber mit seinem Konterfei bestellt? Das alles könnte einen Kommunalpolitiker schon stutzig machen, die Ahrensburger Stadtverordneten werden den Punkt aber wohl durchwinken. In Wahrheit gab es nämlich nicht mal eine Mehrausgabe. Bei der Bestellung für Schulen war jeder Tisch und jeder Stuhl einzeln auf dem Konto für „Sammelposten“ verbucht worden. Das war in der kameralistischen Buchhaltung so üblich, aber nun gibt es eine andere Welt, die Doppik, und dort müssen solche Beschaffungen auf einem anderen Produktsachkonto verbucht werden. Mit echtem Geld hat das nichts zu tun. Aber die Form ist gewahrt.

Seifig

Karin Hoffmann von den Grünen ist ja immer für eine Idee zu haben. Jetzt überraschte sie mit dem Vorschlag, in den leerstehenden Ihr-Platz könne doch ein Kino rein. Was da für Filme gezeigten würden, liegt auf der Hand: Seifenopern. Eine Idee, die natürlich genau so schnell platzte, wie die gleichnamigen Blasen, denn ob es überhaupt zu der angekündigten Zwangsversteigerung kommt, ist fraglich und ob die Stadt dann mitbietet, muss noch diskutiert werden. Aber das kann man ja mal. Ein potenter Investor für die Immobilie wäre einem städtischen Zugriff allerdings vorzuziehen.

Chancenlos

Die Oldesloer wählen am 5. Juni einen neuen Bürgermeister. Das Stormarner Tageblatt hat die vier Bewerber einem etwas anderen Test unterzogen – mit der Hilfe von Vereinen und Unternehmen. Alle Beteiligten waren sich einig: Das war eine gelungene Aktion. Nur einer hat sich rausgezogen. Nach anfänglicher Begeisterung, die Bewerber bei der VHS einem Einwanderungstest zu unterziehen oder sie dem Bauhof beim Flicken von Schlaglöchern helfen zu lassen, kam doch noch eine Absage. Der Bürgermeister habe eine Beteiligung der Verwaltung verboten. Schade, Gelegenheit verpasst.
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