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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 21:53 Uhr

Bargteheide : Vielfalt im Kino

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Star-Regisseur Detlev Buck lud Flüchtlinge und bedürftige Stormarner in seinen neuen Film ein. Und das Cinema Paradiso war proppevoll.

shz.de von
erstellt am 25.Jan.2016 | 05:45 Uhr

„Da sind noch drei Plätze und hier vorne ist noch einer. Und guck mal da, da kann auch noch einer sitzen“, hörte man es von der Bühne im Bargteheider „Cinema Paradiso“. Und der Mann, der den gesamten Saal im Blick behielt, war nicht irgendein Platzanweiser, sondern der Regisseur des geplanten Filmspektakels auf der Leinwand persönlich: Detlev Buck.

Das ist natürlich schon an sich eine Besonderheit, aber an diesem Nachmittag im Kleinen Theater an der Hamburger Straße 3 war noch deutlich mehr außergewöhnlich. Denn die insgesamt 344 Besucher, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, mussten keinen Eintritt bezahlen. Noch dazu kam, dass viele von ihnen einen Film in einer Sprache erwarteten, die sie kaum oder nur rudimentär beherrschen. Denn Buck hatte mit der Unterstützung von Kinochef Hans-Peter-Jansen zahlreiche Flüchtlin-



ge aus dem Kreis Stormarn zu dieser außergewöhnlichen Aufführung seines neuen Kassenschlager „Bibi und Tina 3“ eingeladen.

Der in Nienwohld geborene Regisseur ging selbst auf das Kopernikus Gymnasium in Bargteheide, an dem er mittlerweile auch Pate für die Aktion „Schule für Courage – Schule gegen Rassismus ist“. Nicht nur wegen dieser Verbundenheit führe er Vorpremieren und besondere Aktionen gerne in Bargteheide durch. Auch das Kino selbst und seine Atmosphäre seien besonders, so Buck.

Neben den Flüchtlingen, die zum Teil als komplette DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) angereist waren, hatte Buck auch die Familien eingeladen, die sich normalerweise kein Kinoticket leisten können. Auch sie nahmen das Angebot gerne an. Es wurde solange nach Sitzplätzen geforscht und geschickt umgesetzt, dass zum Start des Films niemand mehr einsam vor dem Kino stand.

Nach kurzen einführenden Worten zu seinem Film, die durch einen Dolmetscher auch ins Arabische übersetzt wurden (Foto oben rechts), zog sich Buck ans Ende des Saals zurück und wartete leicht aufgeregt auf die ersten Reaktionen. „Ich will mal schauen, wie der Film ankommt – ob das alles so funktioniert, wie wir glauben“, sagte er. Schon als das Logo seiner Filmproduktionsfirma BojeBuck – ein Kanninchen mit einer Schlange zwischen den Zähnen – auf der Leinwand erschien, hörte man erstes Kiechern im Saal.

„Na wenn die da schon lachen“, sagte Buck. Schon nach den ersten Szenen wurde klar: Der Kinofilm kommt gut an.

„Es ist viel Musik drin und der Kampf zwischen Jungs und Mädchen funktioniert einfach immer und überall. Dafür muss man dann auch nicht alles verstehen“, so Buck. „Der Film ist rasant und es gibt einfach lustige Szenen, die sich selbst erklären. Das ist international, wenn da einer auf die Nase bekommt“, erklärt er weiter. Außerdem fände er es besonders gut, dass junge Flüchtlinge Mädchen erleben, die sich – wie in einer Rugbyszene – in Männerdomänen einmischten. „Kinder nehmen das auch schnell auf und gerne an. Die sehen das gar nicht problematisch“, ist er sich sicher. Er könne sich vorstellen, in Zukunft solche Aktionen zu wiederholen. Und auch Hans-Peter Jansen signalisierte, dafür ein offenes Ohr zu haben.  

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