Hammoor : Vieles deutet auf eine Nordumgehung hin

Die Variante 1.4 ist vom Tisch. Theoretisch sind für die Ortsumgehung noch die Nordtrasse 2.1 (oben) und die Südvariante 1.2 (Mitte) möglich. Rot sind die Flächen gekennzeichnet, denen seinerzeit eine ökologische Bedeutung beigemessen wurde.
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Die Variante 1.4 ist vom Tisch. Theoretisch sind für die Ortsumgehung noch die Nordtrasse 2.1 (oben) und die Südvariante 1.2 (Mitte) möglich. Rot sind die Flächen gekennzeichnet, denen seinerzeit eine ökologische Bedeutung beigemessen wurde.

Landesamt für Straßenbau sucht noch die am besten geeignete Trasse, die als einzige gebaut würde.

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07. Februar 2018, 05:30 Uhr

Noch gibt es keinen Termin, aber zu Jahresbeginn wollte der Lübecker Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) den Verlauf einer Umgehungsstraße für Hammoor vorstellen. Im LBV hat man die möglichen Trassenführungen südlich und nördlich der Gemeinde noch mal überarbeitet – mit dem klaren Ziel, den Straßenverlauf zu finden, der am besten geeignet ist.

Soweit war man vor mehr als zehn Jahren eigentlich schon mal. Anfang 2007 hatte sich Hammoor (nach jahrelanger Diskussion) für die Südtrasse 1,4a entschieden. Das vom LBV beauftragte Ingenieurbüro schaffte es allerdings zwei Jahre nicht, einen Entwurf vorzulegen. Im Sommer 2009 hieß es seitens des LBV, dass man im Herbst soweit sei, die Unterlagen in Kiel vorlegen zu können, so dass die Planfeststellung beginnen könne.

Doch auch daraus wurde nichts. Aufgrund des langen Verfahrens wurde eine gänzlich neue Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, so dass es dann „Ende 2010 oder Anfang 2011“ hieß. Vorher kam das scheinbar endgültige Aus. „Leider muss ich Ihnen zu meinem Bedauern mitteilen, dass die Realisierung ... angesichts der hohen Kosten ... nicht umgesetzt werden kann“, stand in einem knappen Schreiben des Verkehrsministeriums, das im Mai 2010 im Amt ankam.

Die Hammoorer holten dann Finanzminister Rainer Wiegard und Verkehrsminister Joost de Jager in den Ort, und die schafften es, dass die Ortsumgehung doch noch in den Verkehrswegeplan kam – als letztes Straßenneubauvorhaben des Landes.

Das hinderte den nächsten Verkehrsminister aber nicht, die Straße wieder einzukassieren. Anfang 2015 erklärte Reinhard Meyer die beschlossene Variante für tot. Dieses Mal waren es keine monetären Gründe: Die bislang vorliegenden Ergebnisse aus der Umweltverträglichkeitsprüfung seien so eindeutig, dass die Trasse keinen Bestand vor Gericht haben würde. Nun war Hammoor wieder auf dem Stand von vor dem Beschluss, und die Diskussion um eine südliche oder nördliche Variante ging erneut los. Ministerium und Straßenbauamt hatten die nördliche Lösung schon früher als besser eingeschätzt. Die werde aber nicht kommen, betonte der stellvertretende Bürgermeister, Horst Lassen noch einmal: „Da können die sich auf den Kopf stellen“, betonte der Christdemokrat.

Geplant wird seitdem allerdings beim Landesbetrieb. Hammoor kann die vom Lübecker LBV erkorene Vorzugstrasse zwar ablehnen. Dann werde man die Planungen für eine Ortsumgehung aber umgehend einstellen, wurde der Gemeinde klar zu verstehen gegeben.

Bei einer Vorstellung der ersten Ergebnisse aus der Umweltverträglichkeitsprüfung sowie zu Technik, Stadtplanung und Agrarstruktur im Oktober blieben vier Trassen übrig, zwei im Norden und zwei im Süden. Die seinerzeit beschlossene Variante 1.4a gehört nicht dazu. Bei der Nordvariante 2.1 wäre Bargteheide involviert, weil die Stadt Teile des Geländes als Gewerbegebiet ausgewiesen hat. Die mit 2,1 Kilometern kürzeste und mit 6,8 Millionen Euro kostengünstigste Variante wäre die Nordtrasse 2.2, die auf der westlichen Seite näher am Dorf verläuft.

Ein Anzeichen dafür, dass es auf eine nördliche Lösung hinauslaufen dürfte, ist die Umplanung für das Gelände, wo der Kreis das Katastrophenschutzzentrum und Hammoor sein neues Feuerwehrhaus bauen will. Die Gemeinde musste die Planung bereits ändern, weil die Gebäude im nördlichen Zipfel zu dicht an einer möglichen Nordumgehung gewesen wären. „Wir haben sie anders platziert und planen in dem nördlichen Bereich erstmal mit Parkplätzen und einer Übungsfläche“, sagt Bürgermeister Helmut Drenkhahn.

Weil sein landwirtschaftlicher Betrieb im Bereich der Entlastungstrasse 1.4 liegt, hatte Helmut Drenkhahn sich beim Thema Umgehungsstraße immer für befangen erklärt. Seine Wählergemeinschaft AWH favorisierte aber eine Nord-Umgehung. Das dürfte sich kaum ändern, auch wenn Drenkhahn bei der Kommunalwahl im Mai nicht mehr antritt.

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