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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 19:15 Uhr

Bad Oldesloe : Viel Wirbel um Zirkus Probst

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Proteste in Schleswig und Rendsburg und jetzt kommt das Traditions-Unternehmen auf den Exer.

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 06:00 Uhr

2010 gastierte der Circus Probst erstmals in Schleswig-Holstein und freute sich, dass man so freundlich aufgenommen wurde. In Bad Oldesloe gab es frenetischen Beifall, da störte die Handvoll „Tieraktivisten“ vor der Kasse nicht sonderlich. In diesem Jahr ist das ein bisschen anders. Vor allem in Schleswig hatte es massive Proteste gegeben.

Rund 90 Tierschützer hatten mit Trillerpfeifen direkt vor dem Eingang protestiert, Zirkuschefin Brigitte Probst beschwerte sich, dass „die Polizei nichts unternimmt“. Die Besucher seien ausgebuht und beschimpft worden, man habe Lastwagen zwischen die Demonstranten und den Eingang fahren müssen, um sie zu schützen.

Demo-Veranstalter Nils Sönnichsen sieht das ganz anders. Er erstattete Anzeige, weil der Zirkus mit brachialen Mitteln versucht hätte, die Demonstration aufzulösen. Und er selbst sei tätlich angegriffen und „aufs Übelste beschimpft“ worden.

Schleswigs Polizeisprecher Matthias Glamann bestätigte, dass es zu Handgreiflichkeiten gekommen sei. Es habe aber keine Verletzten gegeben. Am Ende hatten die Beamten mit zehn Mann eine Kette gebildet, um die Kontrahenten voneinander zu trennen.

In Rendsburg wurden Plakate des Circus mit falschen Hinweisen „Abgesagt wegen Tierquälerei“ überklebt. Gleich drei Demos wurden in Rendsburg angemeldet, zum Zirkus kamen aber nur 15 Protestler, und die meisten waren aus Schleswig.

„Wir fühlen uns verfolgt. Von militanten Tierrechtlern, die mit geradezu beängstigender Rücksichtslosigkeit regelrechte Kreuzzüge gegen alle die Circusse führen, die bewusst nicht auf ihre Tierhaltung verzichten“, heißt es auf der Homepage von Circus Probst. Dabei lege man Wert auf artgerechte Haltung. Die Tiere seien nicht mehr angebunden, lebten in Herden zusammen, hätten genügend Platz in ihren Boxen und im Freigehege. Kritiker und Neugierige lädt Brigitte Probst ein, sich in der Tierschau selbst eine Meinung zu bilden.

In Bad Oldesloe baut der Zirkus sein 1200 Zuschauer fassendes Kuppelzelt auf dem Exer auf. „Leidenschaft“ heißt das aktuelle zweieinhalbstündige Programm, zu dem auch die seltenen weißen Löwen mit blauen Augen gehören, die von Ludvik Berousek trabiert werden. Direktor Reinhard Probst bringt in der Manage ungarische Steppenrinder, afrikanische Wattussi-Rinder, ein Zebra, ein Yak, Kamele und Dromedare, südamerikanische Lamas und ein Emu mit zwei Moritzburger Kaltblütern aus Sachsen zusammen. Junior-Chefin Stephanie Probst wird auf den Rücken dreier Friesenhengste Kunststücke präsentieren.

Artisten vollführen Kunststücke am Schwungtrapez, oder wie die 18-jährige Adéle an Strapaten, herunterhängenden Lederseilen. Jongleur Daikel lässt Bälle, Keulen und Reifen in atemberaubender Geschwindigkeit tanzen. Komisch wird’s mit Jim Bim schon auf dem Trampolin, und mit Vladimir und Irada Stoilarov sind Clowns dabei, die ihre Ausbildung in der Moskauer Artistenschule erhielten.

Premiere und Familientag ist am Donnerstag, 21. August, um 16 Uhr. Weitere Vorstellungen gibt es am Freitag, 22., und Sonnabend, 23. August, um 16 und um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 24. August, um 11 und 16 Uhr. Karten kosten für Erwachsene 16 und für Kinder 14 Euro. Für die Loge zahlen Erwachsene 30 Euro und Kinder 28 Euro. Bei der 16-Uhr-Vorstellung am Donnerstag kosten alle Plätze außer Loge nur zehn Euro. sind Im Vorverkauf gibt es Karten im sh:z-Kundencenter, Mühlenstraße 21, im Internet unter www.circus-probst.de sowie unter der Telefonnummer: 0175/79784.

 

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