Klein Wesenberg : Viel Platz da – für Adebar

Mit Hilfe von Radlader, Kran und Bagger wurde der neue Betonmast zwischen der Kirche und dem Pastorat aufgestellt. Der Nistplatz befindet sich in elf Meter Höhe.
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Mit Hilfe von Radlader, Kran und Bagger wurde der neue Betonmast zwischen der Kirche und dem Pastorat aufgestellt. Der Nistplatz befindet sich in elf Meter Höhe.

Neues Nest auf Stahlkonstruktion in Klein Wesenberg aufgestellt. Stormarn ist eine Storchenheimat.

shz.de von
24. Januar 2015, 08:00 Uhr

Seit Jahrhunderten brüten die Störche im idyllischen Örtchen an der Trave. Hier finden sie genügend Futter. Und das sei das Wichtigste, damit Adebar jedes Jahr wiederkomme, so Andreas Hack, Storchenbeauftragter des Nabu Bad Oldesloe. Fotos aus den 50er Jahren belegen, dass sich viele Störche auf dem Dach der damals im Pastoratsgarten stehenden Scheune trafen. Die Scheune wurde im 18. Jahrhundert gebaut. „Mindestens so lange brüten die Störche in unserem Dorf“, ist Pastor Erhard Graf sich sicher. Der Nabu hat extra ein Hinweisschild anbringen lassen. Auf einer Bank kann man das Storchenpaar gut beobachten.

Andreas Hack betreut in Klein Wesenberg das Aufstellen eines neuen Storchennestes. Das würde Zeit, sagt er, denn bereits vor zwei Jahren musste der alte Holzmast im Pastoratsgarten mit neuen Drahtseilen abgestützt werden, weil beim Sturm ein alter Obstbaum auf die alten Seile gefallen war. Weil andere Sturmschäden vorrangig waren, konnte die Aktion erst jetzt gestartet werden.

„Der alte Mast bleibt in diesem Jahr noch stehen“, erklärt Hack. Denn die Störche sollen sich langsam an einen neuen Nistplatz gewöhnen. Rund 50 Meter entfernt vom alten Nest steht jetzt ein elf Meter hoher Betonmast mit einer weiten Einflugschneise für die Störche direkt an der Kirche vorbei. Holz verwende man heute nicht mehr, das sei viel zu wetterunbeständig, und so ein Storchennest wiege durchnässt schon mal bis zu einer Tonne. Die Nähe zum vorhandenen Nest sei gar kein Problem. In Bargfeld-Stegen gebe es sogar drei Nester ganz dicht beieinander, die jedes Jahr besetzt seien, so der Storchenmann. Wenn wie in Klein Wesenberg genug Futter vorhanden sei, gebe es auch keine Auseinandersetzungen zwischen den Storchenpaaren.

Der neue Mast steht genau neben dem Pastorat und sei, so Hack, mit einem Hubsteiger leicht zu reinigen. Für die Reinigung des alten Nestes in der Nähe vieler Bäume im Pastoratsgarten habe man ein Gerüst benötigt. Mit einem Hubsteiger könne man am Tag immerhin 15 Nester kontrollieren und reinigen. Gesponsert wurde der umfunktionierte Beton-Strommast von der Schleswig-Holstein Netz AG, die auch die Aufbauarbeiten mit Hilfe des Subunternehmens Heilshorn übernahm. Die Arbeiter brauchten mit Radlader, Kran und Bagger sechs Stunden, um den hohen Mast zu errichten und ihn zwei Meter tief im Boden zu verankern. Sie setzten auch das Storchennest zusammen und montierten es hoch oben auf einer Stahlkonstruktion. „Wir sind froh, Unterstützung zu haben, denn so ein neues Storchennest mit allem drum und dran kostet sonst bis 2500 Euro“, sagt Hack.

Das Konzept des Nabu zeigt auch in der Umgebung Erfolg. Lange war das Storchennest auf dem Schornstein in Barnitz nicht besetzt. „Seit zwei Jahren brüten dort auf einem 50 Meter entfernten neuen Mast Störche“, freut sich Hack. In Meddewade habe sich jahrelang ebenfalls kein Storch sehen lassen, im letzten Jahr aber wurde das Nest endlich wieder angenommen. Auch im benachbarten Klein Schenkenberg zog 2014 wieder ein Storchenpaar seine Jungen groß. Hack: „Wir haben in Stormarn 80 bis 90 Nistmöglichkeiten, wovon im letzten Jahr nur 30 besetzt waren.“ Genug Platz also für Adebar und seine Nachkommen. 2014 zogen 30 Paare 50 Jungtiere in Stormarn auf.

„Wir gehen davon aus, dass das Klein Wesenberger Storchenpaar wieder auf sein altes Nest geht“, sagt der Storchenbeauftragte. Und das dauert gar nicht mehr so lange. Ende März, spätestens am 1. April seien sie wieder da. Darauf könne man sich immer verlassen, so Pastor Graf.




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