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Stormarner Tageblatt

18. November 2017 | 03:37 Uhr

Bad Oldesloe : Viel Lob von allen Seiten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Vollblut-Feministin und Traumatherapeutin Dagmar Greiß wurde im Bella-Donna-Haus verabschiedet.

shz.de von
erstellt am 25.Jun.2015 | 11:12 Uhr

Dagmar Greiß geht nach 27 Jahren beruflichem Einsatz in der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ in den Ruhestand. Gestern wurde die ebenso beliebte wie engagierte „Vollblut-Feministin“ mit einem Empfang im Bella-Donna-Haus von ihren Kolleginnen, Weggefährtinnen, Freundinnen und vielen Gästen verabschiedet. Ihrem Verein, dessen Gründungsmitglied sie ist, wird die Dipl.-Sozialwirtin und Gestaltpsychotherapeutin aber als Ehrenamtlerin erhalten bleiben.

So viel Lob von allen Seiten ist nicht selbstverständlich. In zahlreichen Reden wurde nicht nur das Lebenswerk von Dagmar Greiß gewürdigt – nämlich die beiden Vereine „Frauen helfen Frauen“ und „Bella Donna – Ein Haus von Frauen“ –, sondern auch ihre zupackende, mitreißende und empathische Art und Weise, andere zu begeistern.

„Immer positiv denken, das zeichnet Dagmar aus. Das betrifft insbesondere auch ihre Arbeit mit traumatisierten Frauen, die ihr besonders am Herzen liegt“, sagte Marion Gurlit, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Große Empathie und ein enormes Fachwissen zeichneten die 65-Jährige aus. „Welch’ ein Juwel“, lobte Marion Gurlit. „Dagmar war immer in vorderster Front, wenn es darum ging, Gelder für den Verein zu bekommen. Ihre kämpferische Seite ist bemerkenswert“, so die Oldesloer Gleichstellungsbeauftragte.

Der Start der Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“ vor 27 Jahren war alles andere als einfach. Aus einer autonomen Frauengruppe entstanden war der Verein von Anfang an finanziell klamm, und die Akzeptanz bei den Politikern mäßig. Doch die gebürtige Dithmarscherin Dagmar Greiß ist eine Kämpferin mit dickem Fell, die niemals aufgibt. Sie ging immer wieder auf die Straße, um Unterschriften für den Frauennotruf zu sammeln.

Jahrelang kämpfte die Beratungsstelle ums Überleben, nach zehn Jahren war es geschafft: Der Verein war erstmals aus den roten Zahlen und erhielt späte Anerkennung. Ministerinnen wie Angelika Birk, Annemarie Lütkes und Ute Erdsiek-Rave gaben sich die Klinke in die Hand, als Dagmar Greiß ihr zweites Lebensprojekt, das Bella-Donna-Haus, mit vielen Mitstreiterinnen realisierte – allen Unkenrufen zum Trotz.

Vor drei Jahren wurde Dagmar Greiß mit dem Olof-Palme-Friedenspreis der SPD ausgezeichnet. Ob die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ oder das beliebte Frauenfreundschaftsfest – überall stand die Mutter dreier Töchter in vorderster Front, wenn es darum ging, die Rechte misshandelter Frauen durchzusetzen oder Migrantinnen mehr Gehör zu verschaffen. „Gewalt ist immer eine massive Grenzüberschreitung“, sagt Dagmar Greiß, die auch weiterhin traumatisierten Frauen zur Seite stehen will – dann ehrenamtlich.

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