Generationenkonflikt : Viel Lärm um Jugendtreff

 Jung und Alt im Gespräch:  Zeqir und Gazmend Bislimi, Altin Kastrati und Uliana Zukova vom Kinder- und Jugendbeirat (von links) setzen auf eine versöhnliche Lösung mit den betroffenen Senioren, zu denen auch  Hartmut Fischer (rechts) gehört. Fotos: rohde
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Jung und Alt im Gespräch: Zeqir und Gazmend Bislimi, Altin Kastrati und Uliana Zukova vom Kinder- und Jugendbeirat (von links) setzen auf eine versöhnliche Lösung mit den betroffenen Senioren, zu denen auch Hartmut Fischer (rechts) gehört. Fotos: rohde

Der ist noch gar nicht da, erhitzt aber schon die Gemüter / 1.Treffen der Generationen verlief positiv

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22. Oktober 2011, 08:31 Uhr

Bad Oldesloe | Der geplante und kürzlich beschlossene Jugendtreff auf dem Spielplatz neben der Freimaurer-Loge sorgt für Unmut, bevor er überhaupt gebaut ist. Bedenken gibt es vor allem in der Seniorenwohnanlage in der Hagenstraße. Hartmut Fischer, der von seiner Wohnung im zweiten Stock einen direkten Blick auf den Spielplatz, hat, ist Sprecher der Bewohner.

In einem Rundbrief an alle Parteien hatte er seine Bedenken gegen einen Jugendtreff mitgeteilt und die Politiker gebeten, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Schließlich seien die Bewohner der Hagenstraße in der Vergangenheit bereits Lärmbelästigungen durch das benachbarte Logenhaus ausgesetzt. Das wird an durchschnittlich jedem zweiten Wochenende für private Feiern genutzt. Wegen zu lauter Musik und Partylärm von Gästen hatte es immer wieder Beschwerden gegeben.

"Wir haben inzwischen einen Kompromiss gefunden", sagt Bernhard Ragowski, der seit einem halben Jahr im Logenhaus wohnt und dort auch als Hausmeister fungiert. Er habe jetzt ein Auge auf die Gäste, sagt Ragowski. Dem geplanten Jugendtreff seht er aber ebenfalls mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Schon jetzt würden sich hier manchmal junge Leute treffen und mit viel Alkohol "feiern", und "nach dem Jahrmarkt war der Kinderspielplatz ein Schlachtfeld", so der Hausmeister.

Bei einem Treffen von Harmut Fischer mit dem Kinder- und Jugendbeirat, das Maria Herrmann von der SPD angeregt hatte, konnte Ragoswki nicht dabei sein. Zurzeit kommen nur ab und zu Mütter mit ihren Kindern auf den kleinen Spielplatz zwischen Wohnanlage und Logenhaus, ansonsten herrscht Ruhe. Im Frühjahr sollen der Umbau für 20 000 Euro starten. Befürchtungen einiger Senioren, dass mit dem Jugendtreffpunkt auch Lärm, Müll und Randale kommen, konnten im Gespräch aber weitestgehend ausgeräumt werden.

"Das soll kein Partytreffpunkt werden", sagte Altin Kastrati vom Kinder- und Jugendbeirat und versprach den besorgten Bewohnern dafür zu sorgen, dass es auf dem Platz, der für alle Jugendlichen offen sein wird, feste Regeln gibt. "Natürlich gibt es immer schwarze Schafe", so Altin Kastrati, die sechs Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats würden aber stets ein Auge darauf haben. Rund 15 bis 20 Jugendliche, so schätzt der Fachgymnasiast, werden sich dort nachmittags und in den Abendstunden treffen. Außer einer "coolen" Sitzecke seien ein Basketballkorb, eventuell auch ein kleiner Grillplatz geplant.

Strenge Regeln hatte auch Ragowski gefordert. "Was ist mit Alkohol? Wo gibt es Toiletten?", äußert er "arge Bedenken" gegen diesen Standort". Bei Hartmut Fischer sind die weitgehend ausgeräumt. "Ich bin sehr zufrieden", sagte er nach dem Gespräch mit den Jugendlichen. Das Versprechen, die Sorgen der Senioren ernst zu nehmen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben, sorgte bei Fischer für Erleichterung. "Es ist gut, dass wir uns kennen gelernt haben", so der 70-Jährige.

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