Bargtehe3ide : Viel Lärm um die Bau-Verdichtung

Der so genannte Krähenwald am Wohnpark Bachstraße aus der Vogelperspektive.
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Der so genannte Krähenwald am Wohnpark Bachstraße aus der Vogelperspektive.

Krähenwald und Bebauungsplan Nr. 13 im Ausschuss beraten: Gut 40 Zuhörer / Knackpunkt Schallschutz

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16. September 2016, 15:00 Uhr

Die Bebauung des „Krähenwaldes“ An den Stücken in Bargteheide wird nicht einfach werden. Das stellte sich in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr heraus. Die Probleme des Artenschutzes scheinen noch lösbar. Schwieriger wird es beim Schallschutz. Denn der Lärmpegel der Eisenbahn ist sehr hoch, die Grenzwerte werden nachts deutlich überschritten. „Ein guter Hochbauarchitekt kann das Problem aber lösen“, so Gutachter Dr. Bernd Burandt.

Der Artenschutz hingegen sei lösbar, sagt Gutachter Dr. Stefan Greuner-Pönicke. Die Kolonie An den Stücken habe sich um die Hälfte auf 50 Paare verringert. Die Anderen seien zum Markt „umgezogen“. Eine Vergrämung der restlichen Vögel sei möglich. Die würden sich dann in der Innenstadt und Am Markt niederlassen. Ein möglicher Ausweichort sei auch der Baumbestand östlich der Bahnbrücke. In jedem Fall müssten die Saatkrähen dort aber weiter geduldet werden. Die Ersatzquartiere müssten vor einer Fällung der Bäume im „Krähenwald“ aufgeforstet werden, so der Gutachter. Mit Ausnahmegenehmigung könnten die Vögel dann vergrämt werden.

Für den Fledermausbestand sollten Nisthöhlen angebracht werden. Für jeden gefällten Baum werde ein Ersatz gepflanzt, sicherte Jürgen Engfer von der Planungsabteilung der Stadt zu. Nach Planungsstand fielen 46 weg, allerdings teilweise sehr stattliche Bäume.

Geplant werden eine Parkpalette auf der Westseite und dahinter drei Baukörper mit bis zu 100 Wohnungen. Nur durch die Palette mit einer geschlossenen Ostwand kann der Lärm dahinter ausreichend reduziert werden. Besonders für den ersten Baukörper dahinter ist zusätzlicher Schallschutz erforderlich, um die Grenzwerte einzuhalten. Im Gutachten wurden die Prognosen der Bahn eingearbeitet, sowohl für die geplante S 4 wie für die Belt-Querung. Problematisch sind hier besonders die Güterzüge. Fantasie wäre deshalb bei der Bebauung des Grundstücks geboten. „Mit Glasfronten, Laubengängen und schallgedämpften Lüftungsanlagen könnte der Schallschutz zur Bahn hin erreicht werden“, sagt Burandt. Der Lärm vom Autoverkehr und dem benachbarten Industriegebiet sei indes unbedeutend für Schallschutz.

Mehr als 40 Besucher waren in der Sitzung dabei, sie nutzten ausgiebig ihr Fragerecht. Neben dem „Krähenwald“ ging es auch um den Bebauungsplan Nr. 13 für das Gebiet nördlich der Theodor-Storm-Straße. Auf sieben Grundstücken könnten Gebäude mit drei Vollgeschossen und Staffelgeschoss entstehen. Zwei Bauanfragen liegen vor. Auch hier wird die Verdichtung der Bebauung kritisiert. Letztlich entschied sich der Ausschuss einvernehmlich, die Änderung des B-Plans 13 noch nicht als Satzung zu verabschieden. „Es gibt noch erheblichen Diskussionsbedarf“, sagte Norbert Muras (WfB). Angesichts des großen Interesses wird der Ausschuss das nächste Mal im Stadthaus tagen, voraussichtlich am 13. Oktober.




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