Lehrgeld : VfL Oldesloe auch in der Halle zu „grün“

Duell um Bronze: Sabrina Riesel (li.) vom gastgebenden SH-Ligisten VfL Oldesloe und Melanie Benn vom SV Meddewade trafen im kleinen Finale des 19. Hans-Hermann-Lienau-Cup aufeinander, das Außenseiter SVM letztlich deutlich mit 6:1 für sich entschied.
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Duell um Bronze: Sabrina Riesel (li.) vom gastgebenden SH-Ligisten VfL Oldesloe und Melanie Benn vom SV Meddewade trafen im kleinen Finale des 19. Hans-Hermann-Lienau-Cup aufeinander, das Außenseiter SVM letztlich deutlich mit 6:1 für sich entschied.

Oldesloes SH-Liga-Fußballerinnen präsentierten sich beim eigenen Hallenturnier als zu „grün“, verloren das kleine Finale gegen Meddewade mit 1:6. Wie bereits im Vorjahr sicherte sich Bergedorf 85 den Turniersieg.

shz.de von
06. Januar 2015, 06:00 Uhr

Es begann mit einem kleinen Skandal. Als die Vorjahressiegerinnen des Hans-Hermann-Lienau Cups von Bergedorf 85 den Wanderpokal an die Organisatoren des Hallenfußballturniers vom VfL Oldesloe zurückgeben sollten, mussten sie eingestehen, dass sie ihn nicht dabei hatten. Da blieb nur eine Lösung: der Vorjahrescoup, als der Turniersieg gegen Holstein Kiel perfekt gemacht wurde, musste wiederholt werden. Gesagt, getan.

Souverän schossen sich die Bergedorferinnen in der Stormarnhalle bis in das Finale gegen die Kielerinnen, die dieses Mal nur mit der zweiten Mannschaft angetreten waren. Bis zum Endspiel hatten die Landeshauptstäderinnen allerdings kein Gegentor kassiert. Davon schenkten ihnen die Bergedorferinnen dann allerdings gleich zwei ein und siegten am Ende verdient mit 2:1.

Der Pokal-Fauxpas war damit gelöst und die Siegerinnen haben ein Jahr länger Zeit ihn in ihrem Vereinsheim wiederzufinden. Ob dann im nächsten Jahr die Gastgeberinnen selbst wieder um den Titel beim eigenen Turnier mitspielen können, wird sich zeigen.

Bei der 19. Auflage zeigten sich die Spielerinnen der zwei angetretenen Oldesloer Mannschaften zwar sehr engagiert, aber oft noch „zu grün“. Im Halbfinale gegen Bergedorf war nach einem 0:3 Endstation für die erste Fünf der Gastgeberinnen. Und im Spiel um Platz drei brach das Team nach schnellem 0:3-Rückstand auseinander. Mit 1:6 mussten sich die Oldesloerinnen dem SV Meddewade geschlagen geben, in dessen Auswahl ausgerechnet eine ganze Reihe erfahrener Ex-VfL-Spielerinnen stand.

Mit zwei Mannschaften war der VfL angetreten, weil die SG Siems-Dänischburg kurzfristig abgesagt hatte. „Vielleicht wäre es mit nur einer Mannschaft anders gelaufen. Auf der anderen Seite finden wir es auch fair, wenn man unsere Gäste aus Rostock oder Ahrensburg nicht als reines Kanonenfutter sieht und keine Mannschaft verheizt“, so Rainer Fischer aus der Frauenfußballabteilung des VfL Oldesloe. „Wir haben uns beim VfL für den Weg entschieden, junge Talente aufzubauen. Da bezahlt man auch mal Lehrgeld, aber das sind Investitionen in die Zukunft“, ist er überzeugt. „Man sieht, dass die Spielerinnen Lust haben. Der Spaß ist wichtig. Alle, die bei uns spielen, sind Fußballverrückte“, sagte Michael Franke, Jugendwart weiblicher Fußball beim VfL. „Die zweite Mannschaft auf Platz fünf, die erste auf Platz vier – das ist in Ordnung. Gerade gegen Meddewade und Bergedorf hat man gesehen, dass es an Erfahrung fehlt. Die älteren Spielerinnen werfen da halt alles rein, was sie haben. Das fehlt uns natürlich noch, das braucht seine Zeit“, meinte VfL-Trainer Bernhard Genendsch. 

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