Testspielsieg : VfB noch ohne Glanzlichter

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Fußball-Regionalligist aus Lübeck siegt mit 4:1 im Test gegen Phönix / Belastung des Trainingslagers spürbar

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06. Juli 2018, 18:00 Uhr

Am Ende war es zwar noch halbwegs standesgemäß. Doch wirklich überzeugen konnte Fußball-Regionalligist VfB Lübeck in seinem ersten Test für die neue Saison noch nicht. Beim einstigen Stadtrivalen 1. FC Phönix siegten die Grün-Weißen im 138. Derby mit 4:1 (1:1). Für den Moment des Abends hatte dabei ein Akteur des Landesligisten gesorgt: Dominik Trautmann brachte die Elf von Ex-VfB-Coach Denny Skwierczynski nach 16 Minuten mit einem Traumtor in Führung. „Den hat er richtig schön genommen“, schmunzelte der Phönix-Trainer angesichts des Volleyschusses aus 45 Metern, der über den am Strafraumrand postierten Benjamin Gommert hinweg gesegelt war.

Die Grün-Weißen hatten in dieser Phase einige Probleme. Vorne landeten Dreiviertel aller aussichtsreichen Angriffe im Abseits. Insgesamt fehlte es dem VfB-Spiel an Dynamik. Das hatte mit der Belastung zu tun – die Landerl-Elf war direkt aus dem Trainingslager in Malente angereist –, aber auch mit den noch ungewohnten Abläufen. „Insbesondere in der ersten Halbzeit war unser Spiel zu statisch“, erklärte Landerl, der dies vor allem mit der Systemumstellung begründete. Der VfB hatte eine neue Grundformation mit einer Fünferabwehrkette probiert. „Wir hatten in der letzten Saison einige Male Probleme, uns Lösungen gegen Mannschaften zu erarbeiten, die kompakt im Zentrum waren“, erklärte der Österreicher: „Da müssen wir andere Mittel finden.“ Die Mannschaft hatte er vor der Umstellung befragt. Die Viererkette bleibe aber eine Option.

Im Bemühen, die neue Grundordnung zu halten, ging dem Favoriten lange Zeit fast jegliches Überraschungsmoment verloren. „Wir brauchen etwas Zeit, bis die Abläufe reibungslos klappen“, sagte Landerl und erläuterte: „Im Ballbesitz soll es freier sein. Das sah in der zweiten Hälfte etwas besser aus, wo aber auch der Gegner müder wurde.“ Die Nachwuchsakteure, die nach der Pause angesichts des verletzungsbedingten Fehlens von Nico Löffler (Aufbautraining), Patrick Hobsch (Adduktorenprobleme), Daniel Franziskus (Achillessehnenreizung) und Lerom Shalom (doppelter Bänderriss) ran durften, machten einen anständigen Eindruck.

Glanzlichter gab es aber nur wenige. Der Ausgleich entsprang einem Elfmeter, den Felix Hinkelmann an Cemal Sezer verursacht hatte und den Yannick Deichmann verwandelte (39.). Zögerliches Abwehrverhalten der Phönixer nutzte Marvin Thiel nach einer Kombination mit Sezer zum 2:1 (49.). Das 3:1 entsprang einem Alleingang von Hoins, zu dem erneut der ansonsten gar nicht so auffällige Sezer die Vorlage gegeben hatte (81.). Den Endstand markierte Thiel mit einem Freistoß, den sich Phönix-Keeper Marec Alves mit einer verunglückten Faustabwehr quasi selbst ins Netz gelegt hatte (86.).

Für den VfB, der direkt nach dem Spiel nach Malente zurückkehrte, geht es am Sonnabend gegen den Hamburger Oberligisten SC Victoria (14 Uhr in Malente) und am Sonntagmorgen (11 Uhr) beim Landesligisten TSV Travemünde weiter, ehe in der kommenden Woche zwei Härtetests gegen Profi-Mannschaften warten.

1. FC Phönix Lübeck: Alves – Lehwald (46. Rimer), Greger (87. Lange), Hinkelmann, Leu, Görlitz (67. Stieglitz) – Sweiti (46. Knoop), Nippert, Trautmann, Saar (46. Lening) – Arp (46. Meins).

VfB Lübeck 1. Hz: Gommert – Riedel, Halke, Grupe, Weißmann, Matovina – Deichmann, Mende, Thiel – Richter, Sezer.

VfB Lübeck 2. Hz: Schuchardt – Demircan, Svirca, Nogovic, Gomig, Hoins – Weidemann, Thiel, Sezer – Dippert, Parduhn.

SR: Derlin (TSV Dahme). – Z: 500.

Tore: 1:0 Trautmann (16.), 1:1 Deichmann (39., Foulelfmeter), 1:2 Thiel (49.), 1:3 Hoins (81.), 1:4 Thiel (86.).

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