3. Liga : VfB Lübecks Florian Riedel redet sich in Rage

Aufgebracht: Lübecks Mirko Boland (v.li.), Florian Riedel und Ersin Zehir reden am Dienstagabend in München nach dem spielentscheidenden Elfmeterpfiff von Nicolas Winter vergeblich auf den Schiedsrichter ein.
Aufgebracht: Lübecks Mirko Boland (v.li.), Florian Riedel und Ersin Zehir reden am Dienstagabend in München nach dem spielentscheidenden Elfmeterpfiff von Nicolas Winter vergeblich auf den Schiedsrichter ein.

Außenverteidiger des sieglosen VfB Lübeck hadert nach 3:4 gegen Türkgücü München mit Schiedsrichter-Fehlentscheidung.

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22. Oktober 2020, 17:51 Uhr

Lübeck | Zwei Tage nach dem Auswärtsspiel bei Mitaufsteiger Türkgücü München verschaffte sich Florian Riedel noch einmal richtig Luft. Etliche Male hatte sich der Außenverteidiger seit Dienstagabend die Szene aus der 67. Minute angeschaut, die zur 3:4 (1:2)-Niederlage des VfB Lübeck in der 3. Liga geführt hatte. „Je häufiger ich es gesehen habe, umso schlimmer wurde es“, sagte der Außenverteidiger mit entschlossener Stimme, dem Schiedsrichter Nicolas Winter ein Handspiel im eigenen Strafraum unterstellt hatte. Der Unparteiische entschied auf Handelfmeter, den Daniele Gabriele zum Endstand nutzte.

Fehlentscheidung bringt Riedel auf die Palme

Eine klare Fehlentscheidung, die Riedel auf die Palme brachte: „Ich bekomme den Ball an den Rücken, das habe ich dem Schiedsrichter auch versucht zu erklären, aber er hat mir nicht zugehört. Aus seiner Perspektive konnte er das gar nicht sehen“, regte sich Riedel auch am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Sonnabend gegen Halle (14 Uhr) noch immer über den Elfmeterpfiff auf.

Riedel störte sich neben der Tatsache, dass er mit deutlich sichtbar angelegtem Arm den Ball an den Rücken bekam, vor allem daran, dass der Unparteiische die Aktion aufgrund seiner Position auf dem Spielfeld nicht sehen konnte – und daher auch nicht auf Elfmeter hätte entscheiden dürfen. „Wenn ich Fußballer bin, es 3:3 steht und beide Teams mit offenem Visier spielen, dann lasse ich die Mannschaften das sportlich entscheiden. Stattdessen spielt sich der Schiedsrichter auf“, echauffierte sich der 30-Jährige und konnte sich kaum beruhigen: „Wenn ein Schiedsrichter in so einer Situation Elfmeter pfeift, dann muss er sich im Klaren sein, dass daraus ein Tor entsteht. Also muss er sich bei seiner Entscheidung hundertprozentig sicher sein.“

VfB fühlen sich nicht zum ersten Mal benachteiligt

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Grün-Weißen vom Schiedsrichter in dieser jungen Saison benachteiligt fühlen. Bei der 0:1-Niederlage gegen Dresden hatte Ryan Malone nach sieben Minuten die Rote Karte kassiert. Die Grün-Weißen sind überzeugt, Gelb wäre die richtige Konsequenz gewesen, weil Malone seinen Gegenspieler im Rücken nicht sehen konnte und ihn auch nicht am Kopf traf. Trotzdem legt der VfB beim DFB keinen Einspruch gegen Malones Drei-Spiele-Sperre ein. Grund: zu geringe Erfolgsaussichten.

Besonderns ärgerlich aus Sicht des VfB: Beim 1:1 gegen Duisburg wurde Elsamed Ramaj in der Anfangsphase in aussichtsreicher Position von Max Jansen gefoult und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu. Statt Rot, wie vom VfB gefordert, gab es für Jansens hartes Einsteigen damals nur Gelb.

Riedels Gier nach dem ersten Sieg ist gewachsen

Riedel tat vor allem leid, dass die Mannschaft wiederholt nicht für einen couragierten Auftritt belohnt wurde und auch nach dem sechsten Spieltag weiter auf den ersten Sieg wartet. Der VfB hatte Moral bewiesen und einen zwischenzeitlich 1:3-Rückstand ausgeglichen, am Ende aber auch das dritte Auswärtsspiel in München verloren. Der Außenverteidiger versucht nun, die Fehlentscheidung vom Dienstag in Energie umzuwandeln, um am Sonnabend gegen Halle das erste Heimspiel zu gewinnen. „Die Gier ist jetzt auf jeden Fall noch größer“, sagte der Routinier.

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