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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 09:07 Uhr

Konsequent : VfB Lübeck zieht die Reißleine

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Um den Verbleib in der Regionalliga zu sichern, hat sich der VfB Lübeck von Trainer Denny Skwierczynski getrennt. Michael Hopp soll die Fußballer wieder in die Spur bringen, feiert heute gegen Cloppenburg sein Debüt.

Mit neuem Schwung in die letzten Wochen der Saison – möglichst zum frühzeitigen Klassenerhalt und am Ende zum DFB-Pokal-Einzug. Diese Hoffnung verbinden die Verantwortlichen des VfB Lübeck mit dem Trainerwechsel, den der Fußball-Regionalligist für Außenstehende überraschend am Mittwochabend vorgenommen hatte. Statt Denny Skwierczynski steht heute um 19.30 Uhr gegen den BV Cloppenburg erstmals Michael Hopp in der Verantwortung, der eigentlich erst in der neuen Saison als Scout, Videoanalyst und Kaderplaner zurückkehren sollte.

Die Trennung von Skwierczynski fiel den Verantwortlichen schwer. „Wir haben Denny als Menschen und Trainer sehr schätzen gelernt und gemeinsam eine tolle Zeit verbracht. Er hat unserem neuen Weg ein Gesicht gegeben und wird das auch weiterhin sein“, betonte Sportvorstand Wolf Müller, der weiterhin eine Zusammenarbeit mit Skwierczynski in einer noch nicht benannten Funktion im Verein anstrebt. Das jedoch bewahrte den 42-Jährigen nicht vor dem vorzeitigen Ende. „Leider war die sportliche Situation zuletzt nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben“, erklärte Müller, jahrelang Co-Trainer bei Skwierczynski und mit dem Ex-Coach auch privat befreundet. „Wir sind zu der Auffassung gekommen, dass wir einen neuen Impuls setzen müssen.“ Skwierczynski war seit 2009 beim VfB tätig, zunächst als Trainer der U21, und hatte im Dezember 2012 die Liga-Mannschaft übernommen und nach der Insolvenz zum Wiederaufstieg in die Regionalliga geführt.

Bereits seit Monaten war jedoch die Kritik am Trainer gewachsen – in der Mannschaft, in den Führungsgremien und auch unter den Anhängern. Ein Teil der Bosse soll schon im Winter für eine Trennung gewesen sein – damals retteten Skwierczynski der Pokalerfolg gegen Holstein Kiel und zwei Siege in den beiden Spielen vor der Winterpause. Die Kritikpunkte: Keine taktischen Antworten, schlechte Gegnervorbereitung, keine Weiterentwicklung der eigenen Talente und zu wenig Punkte. Zuletzt kam bei Spielern und Bossen auch nicht gut an, dass der Trainer sich trotz der bedrohlicher werdenden Tabellensituation über Ostern in einen Kurzurlaub verabschiedete. Nach außen gedrungen war von alledem wenig. Fast jeder hoffte, mit dem verdienten Coach eine saubere Trennung am Saisonende vollziehen zu können. Die stark punktende Konkurrenz hätte der VfB-Führung spätestens nach einem neuen Misserfolg gegen Cloppenburg keine Wahl mehr gelassen.

So aber setzte der Verein dieses Zeichen bereits vor dem wegweisenden Spiel gegen den Vorletzten. „Ich hätte das lieber anders gehabt“, wehrte Interimscoach Hopp Glückwünsche zu seinem neuen Job ab. Der 35-Jährige brach den Holland-Urlaub nach einem Anruf von Müller vorzeitig ab. „Das kam überraschend, aber natürlich helfe ich in dieser Situation“, sagte Hopp, der als Fußballer beim VfB ausgebildet wurde und bis zum vergangenen Sommer selbst fünf Jahre lang die Talente in der A-Jugend ausbildete. In den kommenden acht Wochen muss der Familienvater und Immobilienkaufmann seinen Alltag anders ausrichten. „Ich habe bereits mit Kollegen gesprochen, die Termine für mich übernehmen“, erklärte Hopp. „Die Mittagspausen sind dann eben zur Trainingsvorbereitung da.“ Die Nacht zu Donnerstag nutzte der A-Lizenz-Inhaber zum Videostudium der Cloppenburger.

„In einer Trainingseinheit werde ich nicht alles ändern können“, betonte Hopp. „Es sind kleine Details, die man verändern kann, um das Potenzial, das zweifellos in der Mannschaft steckt, besser herauszukitzeln.“ Für das erste Spiel gibt der neue Trainer vor: „Wir müssen hart arbeiten, aber dabei nicht verkrampfen. Wir wollen mit Mut spielen und wieder das Gefühl dafür entwickeln, in einigen Situationen wieder die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Die Aufstellung entscheidet der neue Coach erst kurzfristig. „Es kann sein, dass der eine oder andere draußen bleibt, weil ich ihn vielleicht noch nicht so gut einschätzen kann“, erklärt Hopp. „Deshalb darf niemand sauer sein. Ich werde die Mannschaft erst in den nächsten Wochen besser kennenlernen.“

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erstellt am 08.Apr.2016 | 08:00 Uhr

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