3. Liga : VfB Lübeck verspielt erneut eine 1:0-Führung

Beackerte erstmals in der noch jungen Spielzeit die rechte VfB-Seite: Florian Riedel (li., hier gegen Duisburgs Connor Krempicki) feierte nach Verletzungspause sein Saisondebüt – nicht aber den erhofften ersten Drittliga-Sieg mit den Lübeckern.
Beackerte erstmals in der noch jungen Spielzeit die rechte VfB-Seite: Florian Riedel (li., hier gegen Duisburgs Connor Krempicki) feierte nach Verletzungspause sein Saisondebüt – nicht aber den erhofften ersten Drittliga-Sieg mit den Lübeckern.

Die Drittliga-Fußballer des VfB Lübeck trennen sich vom MSV Duisburg 1:1 (0:0)-Unentschieden.

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03. Oktober 2020, 18:23 Uhr

Lübeck | Wieder geführt, wieder kein Sieg. Auch im zweiten Heimspiel hat der VfB Lübeck in der 3. Liga nicht den erhofften ersten Dreier verbucht. Vor 1860 Zuschauern im ausverkauften Dietmar-Scholze-Stadion an der Lohmühle reichte es für den Aufsteiger gegen den MSV Duisburg trotz zwischenzeitlicher Führung nur zu einem 1:1 (0:0)-Unentschieden.

Rolf Landerl nahm im Vergleich zu den ersten beiden Spielen zwei Veränderungen in der Startelf vor. Nach auskuriertem Muskelfaserriss kam Florian Riedel zu seinem Saisondebüt. Für den 30-Jährigen musste Thorben Deters auf die Bank. Gar nicht im Kader war derweil etwas überraschend Angreifer Patrick Hobsch. Der Coach hatte Härtefälle bei der Nominierung seines 18er-Kaders angekündigt – und offenbar den zweitbesten VfB-Torschützen der Vorsaison gemeint. An der Seite von Elsamed Ramaj stürmte somit erstmals von Beginn an Martin Röser.

Die Lübecker hatten vor dem Heimspiel gegen den ambitionierten MSV selbstbewusste Töne angeschlagen. Mutig wolle man auftreten gegen eine spielstarke Mannschaft, die versuchen werde, den VfB unter Druck zu setzen. Landerl sprach von einer herausfordernden Aufgabe, sagte aber auch: „Wir wissen, wie wir Duisburg wehtun können.“

Während der VfB zunächst auf Mittelfeldpressing setzte, wurde MSV-Innenverteidiger Dominik Schmidt zweimal bereits im Aufbau attackiert. Beide Male luchsten die Lübecker dem Ex-Kieler die Kugel ab. In Folge des ersten Ball-Diebstahls von Martin Röser kam Yannick Deichmann zum Abschluss (9.) – ohne jedoch MSV-Keeper Leo Weinkauf vor Probleme zu stellen. Als Ramaj kurz darauf nach einer Balleroberung gegen Schmidt zielstrebig in Richtung Gäste-Kasten steuerte, holte den agilen VfB-Angreifer Maximilian Jansen am Strafraumeck von den Beinen. Eine Attacke mit Folgen: Ramaj zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu und wurde früh durch Soufian Benyamina ersetzt (12.), der kurz darauf nach einem Konter und scharfer Hereingabe von Deichmann in aussichtsreicher Position die Kunstlederkugel mit dem Kopf verpasste (16.).

Die dickste VfB-Chance aber versiebte Röser, der nach 23 Minuten im Strafraum freistehend den Ball nicht richtig traf. Die Gastgeber waren gut im Spiel, wirkten griffig, mannschaftlich geschlossen und engagiert. Duisburg hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden.

Erst nach 35 Minuten der intensiven und körperbetonten Partie musste VfB-Keeper Lukas Raeder eingreifen – und sich bei einem abgefälschten 18-Meter-Schuss von Vincent Vermeij strecken, um das Leder mit den Fingerspitzen zur Ecke zu lenken. Auf der Gegenseite verpasste Röser eine Boland-Flanke knapp (45.), sodass es torlos in die Pause ging.

Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs ging an die Zebras. Der VfB wirkte etwas schläfrig. Das hätte sich fast gerächt: Nach einem misslungenen Rückpass eilte Raeder weit aus seinem Tor, obwohl Vermeij schon fast am Ball war. Der MSV-Angreifer setzt das Leder mit dem Außenrist Zentimeter neben den Pfosten (47.). Vier Minuten darauf kombinierte Duisburg sich stark durchs Zentrum – Krempicki schlenzte den Ball über die Querlatte (51.). Nicht unverdient wäre es gewesen, wenn die Gäste nach Karweinas Möglichkeit in Führung gegangen wären (60.). Das Tor aber fiel dann doch auf der Gegenseite: Thiel setzte sich am Flügel durch und bediente Deichmann an der Strafraumgrenze, der Krempicki verlud und den Ball zum 1:0 flach ins rechte Eck schlenzte (61.). Sechs Minuten später wäre die Führung fast dahin gewesen. Doch nach einem Konter setzte Mickels den Ball allein vor Raeder am VfB-Kasten vorbei. In der 73. Minute aber war es passiert: Karweina hatte nach einem Fehlpass von Ryan Malone Platz zum Flanken, Vermeij war schneller als Tommy Grupe und traf per Kopf unhaltbar zum 1:1.

Was folgte, war eine umkämpfte Schlussphase, in der beide Teams auf das entscheidende Tor drängten. Die Zebras schienen dem Siegtreffer zwar etwas näher, die dickste Chance zur Entscheidung aber verpasste in der Nachspielzeit auf der Gegenseite der eingewechselte Thorben Deters (90.+1), sodass es beim 1:1 blieb.

Statistik

VfB Lübeck – MSV Duisburg 1:1 (0:0)

VfB Lübeck: Raeder – Malone, Grupe, Rieble – Riedel (70. Kircher), Mende, Thiel – Deichmann, Boland – Röser (53. Deters), Ramaj (12. Benyamina).

MSV Duisburg: Weinkauf – Sauer, Schmidt (73. Ademi), Fleckstein, Sicker – Jansen – Mickels, Pepic (82. Bretschneider), Krempicki, Scepanik (58. Karweina) – Vermeij.

Tore: 1:0 Deichmann (61.), 1:1 Vermeij (73.)

Gelbe Karten: Grupe (Unsportlichkeit), Deichmann (Foulspiel) - Jansen (Foulspiel), Krempicki (Foulspiel)

SR: Eric Müller (4/Bremen). – Zuschauer: 1860.

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