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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 14:53 Uhr

Heimpleite : VfB Lübeck sucht seine Form

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fußball-Regionalligist VfB Lübeck kassierte gegen den ETSV Weiche mit 0:1 die vierte Heimniederlage der Saison und kann seine Ambitionen auf vordere Tabellenregionen begraben. Der Spielverlauf war derweil phasenweise paradox.

Große Ziele kann man beim VfB Lübeck für die laufende Saison schon jetzt abhaken. „Für oben reicht es nicht. Das ist eindeutig“, stellte Kapitän Moritz Marheineke nach der 0:1-Niederlage in der Fußball-Regionalliga gegen den ETSV Weiche unmissverständlich fest. Der erfahrene Abwehrspieler hatte ein gutes Gespür für den Unterschied zwischen beiden Mannschaften am Freitagabend. „Die waren cleverer und haben verdient gewonnen“, sagte der 30-Jährige: „Weiche hat nicht groß etwas fürs Spiel getan, aber stark verteidigt. Es war schwer, sich gegen dieses Team Chancen herauszuspielen.“

Dass den Lübeckern das so gar nicht gelang, war aber auch ein erneuter Beweis für die Eindimensionalität ihres Spiels. 26,45 Jahre alt war die Lübecker Startelf im Schnitt, hatte 1140 Spiele Regionalliga-Erfahrung auf dem Buckel – in beiden Statistiken knapp mehr als die Flensburger. Und doch wirkten die Lübecker vergleichsweise „grün“, fanden gegen die massive Defensive der Gäste kein Mittel. „Wir haben es nicht geschafft, unsere Angriffe konsequent auszuspielen“, befand Marheineke nach einem alles andere als attraktiven Landesderby vor 1351 Zuschauern auf der Lübecker Lohmühle.

Von Beginn an hatte sich das Spielgeschehen nur zäh entwickelt. Weiche war in erster Linie auf Sicherheit bedacht, die Lübecker agierten ihrerseits verhalten und fanden nur selten den richtigen Zeitpunkt, um zu attackieren. Schon in dieser Phase verstanden es die Gäste zudem vorzüglich, die Räume um den ballführenden Spieler eng zu machen. Die Flensburger zeigten selbst nur sporadisch offensive Akzente, wählten die Momente ihrer Attacken aber geschickter. Die erste echte Chance führte dann gleich zum Tor. Als die Lübecker einen Foulpfiff erwarteten, Referee Patrick Mewes jedoch zu Recht Vorteil laufen ließ, flankte Schulz von der linken Seite auf den Kopf von Wulff, der mit Hilfe des Innenpfostens zum 0:1 traf. Der VfB wurde nicht wirklich torgefährlich. Ein Kopfball von Christopher Kramer, der abgefälscht vorbei strich, war noch die beste Chance (37.).

Für den zweiten Abschnitt ließe sich ein paradoxes Fazit finden. Der VfB dominierte das Spiel, aber Weiche kontrollierte es dennoch. Die Flensburger überließen den nun engagierter, aber planlos nach vorn drängenden Gastgebern das Mittelfeld. Doch im ETSV-Strafraum brannte überhaupt nichts an. Einzig auf der linken VfB-Seite, wo der aktive, aber unpräzise Lukas Knechtel und teilweise Maurice Maletzki gegen den Brasilianer Ilidio einige Duelle gewannen, wurde es sporadisch brenzlig. Eine wirklich klare Einschussgelegenheit erarbeiteten sich die Lübecker nicht.

„Hinten fangen wir uns mit der ersten Chance des Gegners wieder ein dummes Gegentor“, analysierte Lübecks drittligaerfahrener Jan-André Sievers: „Und dann sind wir nicht in der Lage, ins Spiel zurückzukommen. Es ist frustrierend. An einigen Stellen fehlen uns im Moment die Basics. Wir müssen an den einfachen Dingen arbeiten.“ Als besonders schwer empfindet das der 28-Jährige aufgrund seiner beruflichen Situation. Nach jahrelangem Profi-Dasein arbeitet Sievers seit kurzer Zeit wieder außerhalb des Platzes. „Die Belastung ist eine andere nach einem normalen Arbeitstag. Da fehlt mir dann auch die Luft“, erklärte er: „Eine Ausrede darf das aber nicht sein.“ Zumal die Bedingungen bei den Flensburgern ähnlich sind.

Lübecks Trainer Denny Skwierczynski hatte die erste Hälfte überhaupt nicht gefallen. „Da waren wir zu vorsichtig, nicht mutig genug. Ich weiß nicht, ob einige zu viel Respekt vor dem Gegner hatten“, fragte er sich. In der zweite Hälfte sah der 41-Jährige dann vor allem die positiven Aspekte: „Vom Engagement und der Körpersprache hat es da gestimmt. Natürlich hätten wir uns mehr Möglichkeiten herausspielen müssen. Aber wir haben momentan auch eine Phase, in der wir in so einem nur halbguten Spiel nicht mal das Glück haben, dass einer reingeht.“ Um aus dieser Phase herauszukommen, kündigte Skwierczynski harte Arbeit an.

VfB Lübeck: Toboll – Bohnsack (46. Maletzki), Wehrendt, Marheineke, Knechtel – M. Meyer (46. Voß), Lange (70. Sezer)– Sievers, Senger, Richter – Kramer.

ETSV Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Jürgensen – Ilidio, Hummel (61. F. Meyer), Böhnke – J. Ostermann, Hasanbegovic – Wulff (90.+4 H. Ostermann), Schulz (74. Shirdel).

SR: Mewes (Laatzen). – Z: 1351.
Tore: 0:1 Wulff (24.).

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erstellt am 12.Okt.2015 | 08:00 Uhr

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