3. Liga : VfB Lübeck spät im Glück

Lübecks Yannick Deichmann  (re.), der hier Verls Daniel Mikic unter Druck setzt, avancierte in Paderborn zum Matchwinner.
Lübecks Yannick Deichmann (re.), der hier Verls Daniel Mikic unter Druck setzt, avancierte in Paderborn zum Matchwinner.

Im Aufsteigerduell hat der VfB Lübeck beim 2:1 (0:0) am Montagabend gegen den SC Verl den dritten Sieg in Folge gefeiert.

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16. November 2020, 21:16 Uhr

Paderborn | In seinem ersten Montagabendspiel hat der VfB Lübeck zum Abschluss des zehnten Drittliga-Spieltags den dritten Sieg in Folge gefeiert. In der Paderborner Benteler Arena avancierte Yannick Deichmann zum Matchwinner. Der VfB-Angreifer bereitete beim 2:1 (0:0) gegen Mitaufsteiger SC Verl die Führung vor und erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer, der für die Lübecker den Sprung ins Tabellenmittelfeld bedeutete. „Wir haben einen aufopferungsvollen Fight geliefert, gegen Ende war das Glück dann auf unserer Seite. Wir haben uns allerdings auch nicht mit dem einen Punkt zufrieden gegeben“, bilanzierte VfB-Coach Rolf Landerl.

Landerl nahm im Vergleich zu den vergangenen beiden Spielen nur eine personelle Veränderung vor: Marvin Thiel kehrte nach seiner Verletzungspause in die Startelf zurück und ersetzte auf der linken Seite den angeschlagenen Sebastian Hertner (Adduktorenprobleme).

Der gastgebende Mitaufsteiger hatte erst am Donnerstag nach einer zweiwöchigen Zwangspause wegen fünf positiver Coronatests das Training wieder aufgenommen und nur vier Tage Vorbereitungszeit. „Nach 22 Tagen Spielpause sind wir daher besonders motiviert“, sagte SCV-Coach Guerina Capretti vor dem Duell der Aufsteiger.

Anfangs eine zähe Partie

Zunächst aber entwickelte sich eine etwas zähe Partie, die sich vornehmlich zwischen den Strafräumen abspielte. Für den ersten Aufreger sorgte eine Standardsituation: Ein abgefälschter Freistoß von Zlatko Janjic aus 20 Metern klatschte an die Querlatte (12.).

Verl übernimmt Spielkontrolle

In der Folge gewannen die Gastgeber zusehends die Spielkontrolle und näherten sich häufiger dem VfB-Kasten an: Janjic prüfte aus spitzem Winkel VfB-Keeper Lukas Raeder (24.). Julian Schwermann verfehlte das Ziel, (27.), probierte es kurz darauf aber nach einer Rechtsflanke mit einem deutlich gefährlicheren Volleyschuss, den Raeder im Nachfassen parierte (29.). Zudem klärte Ersin Zehir eine gefährliche Hereingabe am kurzen Pfosten zur Ecke (33.).

VfB lange ohne Offensivdrang

Vom VfB kam derweil in der Offensive lange Zeit nichts. Den ersten Abschluss verzeichneten die Gäste erst in der 38. Minute: Pascal Steinwender setzte das Leder allerdings weit vorbei.

Kurz vor der Pause bot sich den Lübeckern eine ungleich größere Chance zur Führung, als Marvin Thiel im Anschluss an ein Deichmann-Solo und der folgenden Zehir-Vorlage zum Abschluss kam, das Ziel aber überdeutlich verfehlte (41.). So ging es torlos in die Pause.

Rocco Leesers Halbzeitanalyse bei Magenta-Sport fiel entsprechend dürftig aus: „Wir waren nicht aggressiv, nicht spritzig genug, insgesamt war das zu wenig“, fand der Sportdirektor des VfB vornehmlich für die ersten 35 Minuten seiner Mannschaft kritische Worte.

Auch der zweite Abschnitt begann wie der erste: Verl agierte, der VfB reagierte aus einer defensiveren Haltung heraus. Immerhin aber dauerte es nicht erneut 38 Minuten, bis die Grün-Weißen das erste Mal gefährlich wurden. Der VfB begann früher die Initiative im Spiel nach vorne zu ergreifen.

Steinwender trifft an alter Wirkungsstätte

Nach einer Steinwender-Hereingabe scheiterte Martin Röser unter Bedrängnis zunächst in aussichtsreicher Position knapp (55.). Vier Minuten später klingelte es dann im SCV-Kasten. Deichmann setzte sich am Flügel durch – seine Flanke köpfte der aus Paderborn ausgeliehene Steinwender an alter Wirkungsstätte zur VfB-Führung ein.

Die Freude darüber währte jedoch nicht lange. Nachdem Deichmann den zweiten Treffer verpasst hatte (64.), nutzte der eingewechselte Yildirim einen Stellungsfehler in der VfB-Defensive zum Ausgleich (66.).

Deichmanns Lucky Punch

In der Schlussphase waren beide Teams bemüht, die Entscheidung herbeizuführen. Klare Chancen ergaben sich zwar kaum. Die eine hochkarätige, die sich aber dem VfB noch bot, nutzte Deichmann in der Nachspielzeit zum Knock-out. „Das fühlt sich einfach geil an“, freute sich der Siegtorschütze, „ich bin überglücklich, dass wir die drei Punkte mitnehmen“, so Deichmann nach dem späten Glücksmoment. Coach Landerl sagte unterdessen: „Wir sind damit für unseren Mut belohnt worden, weiter nach vorne zu spielen, ich bin stolz auf die Mannschaft.“

Statistik

SC Verl – VfB Lübeck 1:2 (0:0)

SC Verl: Brüske – Lang (67. Lannert), Mikic, Stöckner, Ritzka – Sander, M. Kurt, Schwermann – Rabihic (62. Yildirim), Janjic, Taz (86. Eilers).

Lübeck: Raeder – Riedel, Grupe, Okungbowa (80. Benyamina) – Mende – Steinwender (70. Deters), Zehir, Boland, Thiel (42. Rieble) – Deichmann, Röser.

SR: Arne Aarnink (Nordhorn). – Zuschauer: keine.

Tore: 0:1 Steinwender (59.), 1:1 Yildirim (66.), 1:2 Deichmann (90.+1)

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