3. Liga : VfB Lübeck sieht sich nicht in der Opferrolle

Osarenren Okungbowa (re.) vertrat in den letzten beiden Spielen des VfB Lübeck Tommy Grupe als Abwehrchef. Nach seinem Muskelfaserriss ist der VfB-Kapitän wieder ins Training eingestiegen, eventuell muss Okungbowa daher gegen Halle zurück auf die Bank.
Osarenren Okungbowa (re.) vertrat in den letzten beiden Spielen des VfB Lübeck Tommy Grupe als Abwehrchef. Nach seinem Muskelfaserriss ist der VfB-Kapitän wieder ins Training eingestiegen, eventuell muss Okungbowa daher gegen Halle zurück auf die Bank.

Drittliga-Aufsteiger will Samstag gegen Halle mit richtiger Mischung aus Mut und Risiko den ersten Sieg holen.

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23. Oktober 2020, 16:18 Uhr

Lübeck | Die erste englische Woche in der 3. Liga endet für Aufsteiger VfB Lübeck am Samstag mit dem Heimspiel gegen den Halleschen FC. Es ist der siebte Anlauf der Grün-Weißen, den ersten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen.

Riedel verspürt Wut und Gier

Dass der erste Dreier noch auf sich warten lässt, wurmt die Fußballer von der Lohmühle gewaltig. Nicht nur am Dienstag beim 3:4 gegen Türkgücü München und am vergangenen Samstag beim 0:1 gegen Dresden gingen die Lübecker an ihre Grenzen, ohne belohnt zu werden.

In beiden Spielen beklagte der VfB Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Nicht zu Unrecht. Die hätten die Wut und die Gier noch größer werden lassen, den Bock endlich umzustoßen, wie Außenverteidiger Florian Riedel es nannte.

Landerl sieht seine Elf in der Macherrolle

Im Tal der Tränen zu versinken, das kommt für Trainer Rolf Landerl und seine Elf allerdings nicht in Frage. „Wir sind nicht in der Opferrolle, das entspricht nicht unserer Mentalität – wir sind in der Macherrolle“, sagte der Österreicher, der am Samstag seinen 45. Geburtstag feiert, und verdeutlicht damit einmal mehr, was er von seiner Mannschaft erwartet: Selbstbewusstsein, Entschlossenheit, Zusammenhalt.

Spiel gegen Halle verspricht intensiven Fight

Auf diese Tugenden wird es gegen die Gäste aus Sachsen-Anhalt besonders ankommen. „Halle kommt auch über mannschaftliche Geschlossenheit und weiß, wie man in dieser Liga auftreten muss, um zu punkten“, sagt Landerl: „Wir werden uns auf einen intensiven Fight und viel Explosivität einstellen.“

VfB will am Spielstil festhalten

Vom eigenen Spielstil abzuweichen oder gar etwas Grundlegendes zu verändern, kommt für Landerl trotz der sechs sieglosen Spiele in Folge nicht in Frage. „Wir werden unseren Stil beibehalten, werden uns allerdings in Sachen Cleverness und Schlitzohrigkeit der 3. Liga anpassen müssen“, unterstreicht der Wiener.

Dazu gehören taktische Fouls, sich vor den Ball zu stellen oder ihn wegzuschlagen – aber auch, sich einmal im passenden Moment mit dem Gegenspieler oder dem Schiedsrichter anzulegen. „Um zu zeigen, bis hier und nicht weiter – das beeindruckt auch den Gegner“, betont Landerl.

Aufsteiger muss Fehlerquote minimieren

Das alleine aber wird nicht reichen. Der VfB wird auch seine Fehler (hinten und vorne) minimieren müssen. „Davon leisten wir uns einfach noch zu viele, die konsequent bestraft werden“, gesteht auch Florian Riedel.

Landerl sieht das auch so: „Es sind oft die Kleinigkeiten.“ Weitere Lehren, die der Coach aus der Niederlage in München gezogen hat: „Defensive Kompaktheit tut uns manchmal gut. Wir können nicht permanent den Gegner hoch anlaufen und aggressiv draufgehen – auch wenn das natürlich gut aussieht.“ Permanentes Umschalten koste zu viel Kraft. „Wenn wir eine Linie überspielt haben, dürfen wir daher gern einmal etwas länger kombinieren und abwarten, um den richtigen Moment zum Abschluss zu finden“, sagt Landerl.

Die Balance muss stimmen

Es ist insgesamt die Forderung nach mehr Balance im Spiel des Tabellenschlusslichts. Riedel stimmt auch in dieser Hinsicht seinem Trainer zu. Und der 30-Jährige betont: „Wir müssen einen Mittelweg finden zwischen Risiko und Mut.“ Am besten schon im Heimspiel gegen Halle.

Infos zum Spiel

VfB Lübeck – Hallescher FC
Anstoß: Samstag, 14 Uhr, Dietmar-Scholze-Stadion an der Lohmühle. 
Zuschauer: 1860 (ausverkauft).
Es fehlen: Kircher (Adduktorenprobleme), Malone (gesperrt), Ramaj (Schlüsselbeinbruch), Rüdiger (Muskelbündelriss), Shalom (Meniskus-Op).
Fraglich: Grupe (Muskelfaserriss).
Voraussichtliche Aufstellung: Raeder – Riedel, Okungbowa (Grupe), Rieble – Steinwender, Boland, Hertner – Deichmann, Steinwender – Hobsch, Röser.

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