Durchgesetzt : VfB Lübeck macht sich das Leben unnötig schwer

VfB-Angreifer Stefan Richter erzielte erst die Führung und machte später mit dem 4:2 den Deckel drauf.
VfB-Angreifer Stefan Richter erzielte erst die Führung und machte später mit dem 4:2 den Deckel drauf.

Titelverteidiger VfB Lübeck hat im Landespokal das Halbfinale erreicht. Mit 4:2 (2:0) setzte sich der Fußball-Regionalligist beim SH-Liga-Neuling FC Reher/Puls durch.

shz.de von
27. Juli 2015, 07:30 Uhr

Mit einem verdienten 4:2 (2:0)-Sieg beim SH-Liga-Aufsteiger FC Reher/Puls hat sich der VfB Lübeck am Sonntag für das Halbfinale im Landespokal qualifiziert. Dass dabei aber noch nicht alles nach Plan lief und sich der Fußball-Regionalligist die eine oder andere „Auszeit“ gönnte, blieb auch VfB-Coach Denny Skwierczynski nicht verborgen. „Wir sind froh, erneut im Halbfinale zu sein. Dass der Sieg insgesamt verdient war, steht außer Frage. Trotzdem war ich nicht mit allem einverstanden, was hier angeboten wurde“, sagte der Trainer des Titelverteidigers.

Dabei lief die erste Hälfte noch fast nach Plan. Der Favorit kontrollierte das Geschehen von Beginn an und ging nach einer Viertelstunde folgerichtig in Front. Marcello Meyer spielte den „tödlichen Pass“ in die Gasse auf Christopher Kramer. Der Angreifer der Grün-Weißen hatte keine Probleme, den mitgelaufenen Stefan Richter zu bedienen, der aus der Nahdistanz zur Lübecker Führung (14.) traf. Auch das 2:0 gehörte in die Rubrik „sehenswert“. Ein langer Abstoß von Keeper Kevin Kostmann landete bei Maurice Maletzki, der uneigennützig Christopher Kramer zum 2:0 verhalf (33.). Es deutete sich ein Selbstgänger für den VfB an, der einzig eine Kopfballchance von Chris Karstens (44.) zuließ, in dieser Szene aber Glück hatte, dass die einzige Sturmspitze der Gastgeber daraus kein Kapital schlug.

Anschließend machte sich zusehends der Schlendrian bei den Lübeckern breit – und hatte nach einer knappen Stunde das 1:2 zur Folge. „Da waren wir einfach nicht dran am Mann, bekommen ein Gegentor, das so nicht fallen darf“, ärgerte sich Verteidiger Dennis Wehrendt über die Abstimmungsprobleme im Abwehrverbund. Nach einem Kopfball von Andre Tank setzte FC-Kapitän Andre Albers nach und erzielte den Anschlusstreffer.

Zwei Minuten später schlug Lübeck allerdings zurück, stellte durch Wehrendt den alten Abstand wieder her. Die Vorentscheidung war damit allerdings nicht gefallen. Denn statt den Sack endgültig zuzumachen, schluderte der Favorit bei Großchancen von Marvin Thiel (69., scheitert allein an Rohweder) und Andre Senger (71., vorbei). Die Strafe folgte prompt. Wieder ein Standard, wieder ein Treffer für die aufopferungsvoll kämpfenden Gastgeber. Torsten Alter erzielte mit einem abgefälschten Freistoß das 2:3. „Plötzlich wurde es noch einmal spannend“, wusste Skwierczynski und ärgerte sich darüber, dass sein Team sich selbst in Bedrängnis gebracht hatte, ehe Richter mit dem 4:2 in der Schlussminute für Erleichterung im Lager des VfB sorgte. „Wir haben heute unsere Aufgabe gelöst – nicht mehr und nicht weniger. Wenn es allerdings am Mittwoch im ersten Ligaspiel der neuen Saison gegen den FC St. Pauli II geht, werden wir anders auftreten müssen“, wusste der VfB-Trainer, dass sich seine Elf noch steigern muss.

zur Startseite

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert