3. Liga : VfB Lübeck gegen Halle: Erst hui, dann pfui

Sebastian Hertner (re.)  feierte gegen Halle nach Verletzungspause sein Comeback – nicht aber den erhofften ersten Saisonsieg mit dem VfB Lübeck.
Sebastian Hertner (re.) feierte gegen Halle nach Verletzungspause sein Comeback – nicht aber den erhofften ersten Saisonsieg mit dem VfB Lübeck.

Auf eine gute erste Halbzeit folgt eine schwache zweite Hälfte des VfB Lübeck – und die fünfte Saisonniederlage.

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24. Oktober 2020, 20:12 Uhr

Lübeck | Was zunächst wie ein holperiger Saisonstart anmutete, hat sich zu einer ernsthaften Krise entwickelt. Der VfB Lübeck ziert nach sieben Spieltagen mit nur zwei Punkten das Tabellenende der 3. Liga.

In Sachen Engagement und Einstellung konnte Trainer Rolf Landerl seiner Elf nach der fünften Saisonpleite am Sonnabend gegen den Halleschen FC keinen Vorwurf machen. Erneut habe die Cleverness gefehlt. Zum Teil wurde naiv verteidigt und der Gegner damit praktisch eingeladen. Nicht das erste Mal in dieser Saison. Eine Tatsache, die den VfB-Trainer wurmt.

Der Ton wird rauer

„Das ist Drittliga-Fußball, da musst du körperliche Robustheit an den Tag legen. Und wenn du die nicht hast, musst du cleverer auftreten“, sagte Landerl nach dem vierten Heimspiel und der dritten verspielten Führung an der Lohmühle. Es gebe immer Phasen, wo spielerische Lösungen möglich sind. Aber es gebe eben auch Momente, in denen es erforderlich ist, die Ärmel aufzukrempeln und „Handwerker-Fußball“ zu spielen. „Wenn ich diese Phasen nicht erkenne, werde ich auf Sicht Probleme haben“, sagte Landerl mit forschem Unterton.

Nach der Pause fehlen Kompaktheit und Abstimmung

Leistung und Herangehensweise im ersten Durchgang waren drittligareif. Offensichtlich aber wirkten die Grün-Weißen nach der Pause überrascht, dass die Gäste engagierter zur Sache gingen. Der VfB war nicht in der Lage, Maßnahmen zu ergreifen, um die Partie wieder in den Griff zu bekommen. Kompaktheit fehlte ebenso wie Abstimmung. Innerhalb weniger Minuten geriet die Landerl-Elf ins Hintertreffen, statt auf die Entscheidung in Form des 2:0 zu drängen.

Ausgleich bringt den VfB zurück ins Spiel

Erst der überraschende Ausgleich half den Gastgebern auf die Sprünge. Dass trotzdem nichts Zählbares heraussprang, lag an der Tatsache, dass Halle als gestandener Drittligist die fehlende Absicherung und Unordnung der Lübecker in der Schlussphase eiskalt bestrafte – so wie andere Gegner der Grün-Weißen zuvor auch.

„Wir schaffen es nicht, ein dreckiges 1:0 über die Bühne zu bringen oder am Ende mit einem 2:2 zu leben. Wir müssen als Mannschaft noch viel lernen“, sagte Martin Röser, der gegen Halle sein 101. Drittligaspiel absolvierte. Der Angreifer wusste aber auch: Viel Zeit haben wir nicht.“

Hertner fordert klare Worte

Heute sei ein Tag der Resignation, gestand der ebenso erfahrene Sebastian Hertner. „Am Montag müssen wir dann detailliert drauf eingehen, was falsch läuft und klare Worte finden. Es hilft jetzt nicht mehr schön zu spielen – nur die Punkte zählen“, sagte der Außenverteidiger, der nach seiner Muskelverletzung erstmals nach dem ersten Spieltag wieder mit von der Partie war.

Röser beschwört den Zusammenhalt

Auch Torschütze Röser wollte die Situation nicht beschönigen. „Wir haben uns den Start natürlich anders vorgestellt. Wir müssen weiter ehrlich arbeiten und die Qualität auch in Punkte ummünzen.“ Zudem beschwörte der Neuzugang aus Karlsruhe den Zusammenhalt: „Es ist jetzt wichtig, dass wir uns als Mannschaft, als kompletter Kader nicht auseinanderdividieren lassen. Dazu gehört auch das Trainerteam – da passt einfach nichts zwischen uns“, sagte der 30-Jährige.

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