3. Liga : VfB Lübeck erhält von Dynamo eine Lehrstunde in Sachen Effizienz

Vorbildlicher Einsatz: VfB-Routinier Mirko Boland (re.) gab alles, konnte aber nicht verhindern, dass Dynamo Dresden um Siegtorschütze Philipp Hosiner die drei Punkte von der Lübecker Lohmühle mit auf den Heimweg nahm.
Vorbildlicher Einsatz: VfB-Routinier Mirko Boland (re.) gab alles, konnte aber nicht verhindern, dass Dynamo Dresden um Siegtorschütze Philipp Hosiner die drei Punkte von der Lübecker Lohmühle mit auf den Heimweg nahm.

Der VfB Lübeck investiert viel, bleibt aber sieglos, während Dresden aus wenig den maximalen Ertrag zieht.

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18. Oktober 2020, 15:23 Uhr

Lübeck | Ein Lattentreffer in der ersten Halbzeit, zwei hochkarätige Ausgleichschancen in der Schlussphase, dazu ein leidenschaftlicher Kampf mit zehn Mann: Der VfB Lübeck investierte am Samstag viel gegen Dynamo Dresden, machte daraus aber zu wenig. Konsequenz: Der Aufsteiger kassierte seine erste Heimpleite in der 3. Liga, wartet weiter auf den ersten Saisonsieg und geht am Dienstag als Tabellenletzter ins Auswärtsspiel gegen Mitaufsteiger Türkgücü München.

Wieder Respekt, aber keine Punkte

Dresden indes blieb während der 82-minütigen Überzahl Vieles schuldig, erspielte sich nur wenige Möglichkeiten, nutzte aber eine davon. Und so gab es am Ende wieder nur Komplimente – aber keine Punkte für die Lübecker: „Respekt vor der Leistung des VfB, für uns war das hier heute ein Arbeitssieg, den wir am Ende mehr über die Zeit gezittert haben“, schickte Dynamo-Coach Markus Kauczinski verbale Streicheleinheiten in Richtung der Gastgeber, die in Sachen Effizienz von den Sachsen eine Lehrstunde erteilt bekamen.

VfB-Coach Landerl hadert

„Wir sind nach der fragwürdigen Roten Karte über viel Leidenschaft und Mentalität zu unseren Möglichkeiten gekommen. Wir hätten uns gern für diese Leistung mit einem Punkt belohnen dürfen“, haderte VfB-Coach Rolf Landerl. Der Österreicher freute sich, dass sich seine Mannschaft wieder einmal Respekt erarbeitet hatte, wusste aber: „Dafür können wir uns nichts kaufen.“

Bloand beschwört das Kollektiv

Mirko Boland gestand, dass er nach dem Abpfiff sogar schmunzeln musste: „Weil wir viel investiert haben, uns aber erneut nicht belohnt haben. Uns hat wieder einmal das Matchglück gefehlt“, sagte der bundesligaerfahrene Mittelfeldspieler und forderte seine Mitspieler sogleich dazu auf, nicht nachzulassen. „Wir müssen auf den Einsatz aufbauen und es weiter so angehen wie bisher, dann werden wir das Glück auch auf unsere Seite bekommen und punkten. Entscheidend ist, dass wir keinen Schritt weniger tun und weiter hart arbeiten.“

Darauf setzt auch Coach Landerl. Zu zehnt habe das Spiel zwar viele Körner gekostet, doch der 44-Jährige hofft, dass seine Mannschaft den Spirit aus dieser Partie mit in die bayrische Landeshauptstadt nimmt.

Englische Woche bietet neue Chancen

Boland sieht die englische Woche als Chance: „So kann man schnell den nächsten Angriff auf drei Punkte nehmen.“ Nur drei Tage Regenerationszeit sind für den 33-Jährigen kein Problem. „Wir haben eine fitte Mannschaft. Das hat man heute gesehen: Nach hinten raus hatten wir auch mit zehn Mann noch Luft, um Dynamo hinten reinzudrängen“, sagte der Routinier.

Möglichst bald werden Aufwand und Ertrag beim VfB allerdings im richtigen Verhältnis stehen müssen. Dynamo hat es den Grün-Weißen vorgemacht, dass man im Kampf um Punkte auch einmal aus wenig viel machen kann.

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