3. Liga : VfB Lübeck beweist beim Remis in Ingolstadt Moral

Lübecks Florian Riedel (li.) und die VfB-Defensive hatte den Ingolstädter Angriff um Caniggia Elva über weite Strecken gut im Griff.
Lübecks Florian Riedel (li.) und die VfB-Defensive hatte den Ingolstädter Angriff um Caniggia Elva über weite Strecken gut im Griff.

Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck hat nach Quarantäne-Pause beim FC Ingolstadt ein 1:1-Unentschieden geholt.

Avatar_shz von
05. Dezember 2020, 16:05 Uhr

Ingolstadt | Eine disziplinierte und kämpferische Leistung reichte dem VfB Lübeck in der 3. Bundesliga aus, um am Sonnabend beim ambitionierten FC Ingolstadt ein 1:1 (0:0) zu verbuchen. „Ein wertvoller Punkt für uns, den wir gern mitnehmen. Am Ende haben wir auch ein bisschen Glück gehabt, aber dennoch war das Unentschieden nicht unverdient“, sagte Lübecks Co-Trainer Lukas Pfeiffer nach der chancenarmen Partie, in der die Lübecker im zweiten Durchgang zunächst ins Hintertreffen geraten waren.

Im Vergleich zur 0:1-Niederlage in Kaiserslautern gab es bei den Grün-Weißen zwei Veränderungen in der Startelf: Im Angriff ersetzte Martin Röser Soufian Benyamina, Marvin Thiel rückte zudem auf der linken Seite für Nico Rieble in die Anfangsformation. Thorben Deters durfte wie vor der Corona-Zwangspause erneut von Beginn an ran, während Pascal Steinwender vorerst auf der Bank Platz nahm.

Lukas Pfeiffer übernahm die Spieltags-Betreuung

Dorthin war auch Lukas Pfeiffer zurück gekehrt. Der Assistent von Chefcoach Rolf Landerl, der sich mit Covid-19 infiziert hatte, konnte am Freitag einen negativen Coronatest vorweisen, sodass dessen Quarantäne auf zehn Tage verkürzt wurde. Gemeinsam mit Scout Axel Giere übernahm Pfeiffer somit kurzfristig die Spieltags-Betreuung der Lübecker.

Nachdem die heimstarken Gastgeber, die zuvor fünf ihrer sechs Partien im Audi-Sportpark gewonnen hatten, nach 35 Sekunden den ersten Abschluss verbuchten, erspielte sich der VfB die erste Torchance: Yannick Deichmann bediente im Zentrum Röser, der von FCI-Keeper Fabijan Buntic abgedrängt wurde und den Ball aus spitzem Winkel vorbei setzte (3.).

Schnelles Umschaltspiel der Lübecker

Der VfB versuchte die Schanzer phasenweise früh im Spielaufbau zu stören. So waren die Gastgeber oft gezwungen, mit langen Bällen zu operieren. Generierte der VfB daraus Ballgewinne, ging es anschließend schnörkellos nach vorne. Nach einer sehenswerten Kombination wurde ein Schuss von Deters im Strafraum geblockt (12.). Kurz darauf spielte sich auch Ingolstadt bis in die torgefährliche Zone vor: Stefan Kutschke kam im Strafraum vor Tommy Grupe an den Ball, setzte das Leder aber vorbei (14.).

In der Folge blieb es eine offene Partie, in der die Gäste selbstbewusst und spielfreudig auftraten. Zwingende Chancen aber ergaben sich für die Lübecker zunächst nicht.

Nach einer halben Stunde hatte stattdessen Marcel Gaus das 1:0 auf dem Fuß: VfB-Keeper Lukas Raeder musste sich strecken, um den 18-Meter-Schuss zur Ecke zu lenken (33.).

Kurz vor der Pause beide Teams mit Torchancen

Kurz vor der Pause kamen beide Mannschaften einer Führung zumindest nahe. Zunächst wurde Röser im Strafraum nach Doppelpass mit Deichmann gestoppt. Im Gegenzug verhinderte Grupe mit einer entschlossenen Grätsche im Sechzehner, dass ein Elva-Flachpass am zweiten Pfosten beim einschussbereiten Kutschke landete (41.). Zudem zielte Elva nach einem Eckball nicht genau genug und setzte seinen Drehschuss knapp am Pfosten vorbei (42.).

Auch nach dem Seitenwechsel verteidigten die Lübecker resolut und diszipliniert. Der VfB nahm die Gastgeber zusehends etwas tiefer in Empfang und geriet kurzzeitig unter Druck: Ein Kopfball Elvas strich knapp am VfB-Tor vorbei (56.), einen weiteren Schuss des agilen FCI-Angreifers klärte Raeder zur Ecke (57.).

Führung dann aus dem Nichts

In der Folge tat sich lange Zeit wenig. Praktisch aus dem Nichts gingen die Schanzer nach 70 Minuten in Führung. Heinloth setzte sich am Flügel gegen Boland durch, seine Flanke köpfte Kutschke am kurzen Pfosten vor Grupe und Raeder zum 1:0 ein.

Der VfB zeigte sich unbeeindruckt und fand schnell eine Antwort. Thiel setzte mit einem langen Ball den eingewechselten Pascal Steinwender in Szene, der an der Strafraumkante die Kugel kontrollierte und über den herausstürzenden Buntic zum Ausgleich ins Netz lupfte (78.). Der Joker war damit an fünf der letzten sechs Lübecker Treffer beteiligt.

In der Schlussphase drängten die Gastgeber vehement auf den Siegtreffer. Die dickste Chance versiebte Nico Antonitsch nach einem Freistoß per Kopf (86.), sodass es letztlich beim nicht unverdienten 1:1 blieb.

„Wir haben Moral bewiesen", freute sich VfB-Routinier Mirko Boland, „wir haben über 90 Minuten leidenschaftlich verteidigt. Dass mal einer durchrutscht, kann passieren. Wichtig war die Reaktion, die wir gezeigt haben. Wir haben einen ordentlichen und engagierten Auftritt hingelegt und einen verdienten Punkt geholt."

Statistik:

FC Ingolstadt 04 – VfB Lübeck 1:1 (0:0)

FC Ingolstadt 04: Buntic – Heinloth, Antonitsch, Keller, Gaus – Niskanen (61. Ayensa), Stendera, Röhl, Bilbija (80. Beister) – Kutschke, Elva (86. Hawkins.

VfB Lübeck: Raeder – Riedel, Grupe, Okungbowa – Mende – Deters , Zehir (61. Steinwender), Boland (73. Rieble), Thiel – Deichmann, Röser (82. Benyamina)

SR: Dr. Matthias Jöllenbeck (Freiburg). – Zuschauer: keine

Tore: 1:0 Kutschke (72.), 1:1 Steinwender (78.)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen