zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 15:34 Uhr

Klartext : VfB hat ein Strukturproblem

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bei den Regionalliga-Fußballern des VfB Lübeck hat der Beruf Vorrang. Die sportliche Entwicklung stagniert auch deshalb. Das wurde einmal mehr bei der 1:2-Pleite gegen Hannover 96 II deutlich.

shz.de von
erstellt am 24.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Der erhoffte Aufschwung, ausgelöst durch den Pokalfight gegen Holstein Kiel (1:0), blieb aus. Der VfB Lübeck präsentierte sich in der Fußball-Regionalliga Nord gegen Hannover 96 II zwar nicht so schwach wie im letzten Liga-Spiel in Braunschweig elf Tage zuvor. Doch für Zählbares reichte es abermals nicht (1:2). Einzig die Tatsache, dass gleich mehrere hinter dem VfB platzierte Mannschaften noch ein oder mehr Spiele mehr auszutragen haben, hält die Lübecker als Tabellenneunter noch in der oberen Tabellenhälfte. „Ich würde noch nicht von Abstiegsgefahr sprechen“, sagte Routinier Dennis Wehrendt (Foto). „Aber wir müssen den Blick nach unten richten.“ In zwei Spielen vor der Winterpause (daheim gegen Havelse am Sonntag, eine Woche später bei St. Pauli II) müssen Punkte her.

„Die Situation kennen wir ja schon“, erklärte Trainer Denny Skwierczynski auf die Frage nach steigendem Druck. „Auch vor den letzten Heimspielen hatten wir ja Druck.“ Die Minusserie vor eigenem Publikum (nur zwei von acht Spielen wurden gewonnen) sorgte bereits vor einigen Wochen dafür, nun kommt die Tabellensituation hinzu. „Wir sollten bald punkten“, weiß Skwierczynski, für den ansonsten auch der bislang intakte Trainerstuhl beim VfB aus sportlichen Gründen ins Wackeln kommen könnte.

Mit dem Ausgang des Spiels in Hannover haderte Skwierczynski zu Recht. „Das war unglücklich. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Damit hätten wir leben können.“

Wehrendt sprach in seiner Analyse des Spiels und der aktuellen Probleme Klartext. „Ein Pokalspiel wie in der letzten Woche ist einfach ein völlig anderes Spiel“, erklärte er. „Das heute war Liga-Alltag.“ Und in dem offenbaren sich immer wieder ähnliche Probleme. „Wir sind hinten zu anfällig, kommen immer wieder in Mann-gegen-Mann-Situationen, die schwer zu verteidigen sind“, erklärte der 28-Jährige. Im Mittelfeld und Angriff fehlt oft die defensive Grundordnung. „Wir brauchen mehr Hilfestellung. Von klaren Positionsbeschreibungen bis hin dazu, dass die Spieler genau wissen müssen, was sie falsch gemacht haben“, mahnte er. Kritik, die auch in Richtung Trainerteam gemünzt ist – wenn auch Wehrendt im gleichen Atemzug betonte, um die zeitlichen Probleme des ebenso wie die Spieler voll berufstätigen Trainerteams zu wissen. Doch der nächste Entwicklungsschritt ist nur mit mehr Aufwand zu bewältigen. Videoanalysen, intensive Taktikschulung, Gegnervorbereitung – einige Dinge müssen umgestellt werden. Für einen nebenberuflichen Trainer nicht leicht. Auch deshalb kommt die Trainerdiskussion kurz vor der Winterpause voll in Gang.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert