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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 08:11 Uhr

Verwirrspiel um importierten Hund vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Als gefährlich geltende Hunde dürfen nicht in die Bundesrepublik eingeführt werden. Das regelt das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz von 2001. Vor dem Amtsgericht Ahrensburg musste sich deshalb ein 58-Jähriger verantworten. Er hatte aus Polen einen Hund importiert, den die Kreisverwaltung als Gefahrhund einstufte. Das Gesetz hat allerdings seine Tücken, wie sich in der Verhandlung herausstellte.

Für den Kreis galt das Tier als Staffordshire-Bullterrier. „Es handelt sich aber um eine amerikanische Bulldogge“, argumentiert die Dolmetscherin des Ahrensburgers. „Nach Ansicht des Kreises besteht nach dem Erscheinungsbild des Hundes Zweifel daran“, entgegnet der Richter. Weil Polen Mitglied der Europäischen Union sei, handele es sich um ein Verbringen und nicht um eine Einfuhr. Das ändere aber wenig am Sachverhalt.

Der Richter betrachtet Fotos des Hundes: „Ich kann nicht beurteilen, um welche Rasse es sich handelt.“ Beide Rassen ähnelten sich sehr, so der Angeklagte. „Wir benötigen einen Sachverständigen, aber der kostet viel Geld“, sagt der Richter und macht dem Angeklagten ein Angebot: „Wir können das Verfahren gegen eine Geldbuße von 500 Euro einstellen.“ Im Hinblick auf die finanzielle Situation des angeklagten Hartz 4-Empfängers wird die Auflage auf 240 Euro reduziert. Sie kann in sechs Raten gezahlt werden. „Das ist keine Geldstrafe“, betont der Richter.

Der Angeklagte überlegt eine Weile und stimmt dann zu. Ebenso die Staatsanwältin. Ob er auch die Verfahrenskosten tragen muss, bleibt offen. Wahrscheinlich wird die Staatskasse sie tragen. Da kein Verteidiger erschienen ist, bleiben die Kosten im Rahmen.


>Nach dem Gesetz ist die Einfuhr von Pitbull-Terriern, Staffordshire- und American Bullterriern sowie Bullterriern verboten. Sie dürfen auch nicht gezüchtet oder verkauft werden. Wer fahrlässig dagegen verstößt, muss mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe rechnen. Bei Vorsatz gilt das als Straftat, dafür können sogar bis zu zwei Jahre Haft drohen. Die Tiere werden eingezogen.




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