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Bad Oldesloe : Vertagt – Computermisere an der TMS

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Oldesloer Gymnasium hatte Geld für zwei neue Computerräume beantragt. Mit den Stimmen von Rot-Grün wurde das Thema von der Tagesordnung genommen, da seit zweieinhalb Jahren ein schulübergreifendes Konzept fehlt.

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erstellt am 12.Feb.2015 | 06:00 Uhr

Da hatte die TMS ordentlich Eltern und Schüler zur Unterstützung aufgeboten, die Sitzung des Sozialausschusses war extra ins Bürgerhaus verlegt worden – doch noch ehe es so richtig los ging, zottelte der große Tross schon wieder kopfschüttelnd ab. Warum?

Die Computerausstattung am Mommsen-Gymnasium ist veraltet. Das ist seit Jahren bekannt. Bereits im September 2012 beantragte die TMS 562  000 Euro für vier Computerräume. Das wurde abgelehnt. Unter anderem wiesen die Schulleiterkollegen darauf hin, dass Computer aus dem Schulbudget zu bezahlen seien. Einstimmig wurde stattdessen beschlossen, dass eine kurzfristige Interimslösung erarbeitet werden soll und außerdem ein schulübergreifendes Konzept, das mobile wie stationäre Lösungen berücksichtigt – ein Antrag von CDU und FDP. Besagte Interimslösung wurde bereits im November 2012 bewilligt – ein Computerraum für 30 Laptoparbeitsplätze, eine „kurzfristig umsetzbare Dauerlösung“.

Im Oktober 2014 wurden zwar 346  000 Euro für die TMS Computerräume im Haushalt vorgesehen, aber einstimmig mit einem Sperrvermerk versehen. Der Sozialausschuss muss die Freigabe der Mittel genehmigen „wenn das beschlossene Konzept vorliegt“.

Jetzt sollte das Thema also erneut auf die Tagesordnung. Aber da wollte die SPD nicht mitmachen. Sie beantragte, es von der Tagesordnung zu nehmen. „Das ist zwar ein schlüssiges Antrag von der TMS, getragen vom Elternbeirat, aber eine Insellösung für die TMS“, argumentierte Torben Klöhn. Die Grünen stimmten ebenfalls zu, schon war der Punkt von der Tagesordnung runter.

„Bei uns machte sich Sprachlosigkeit breit. Was ist daran eine Insellösung, wenn eine Schule mit 1200 Schülern drei Computerräume braucht, um zeitgemäßen Ersatz von Medien und fundierten IT-Unterricht zu gewährleisten?“, zeigt sich Elternsprecherin Dr. Anke Kühl auch im Namen der SV entsetzt: „Selten waren Eltern und Schüler nach einer BSKA-Sitzung so frustriert. Die Betroffenen verlieren den Glauben an die Politik.“ Gudrun Möllnitz (CDU) haut in in die selbe Kerbe: „Durch dieses Vorgehen von SPD und Grünen kann die TMS auf absehbare Zeit keinen zeitgemäßen Informatikunterricht anbieten. Ganz offensichtlich ist es ihnen im Moment wichtiger, über die Umbenennung einer Straße zu diskutieren als Voraussetzungen für eine zeitgemäße Bildung von Kindern zu schaffen.“

Das will die SPD nicht auf sich sitzen lassen. „Ich sehe uns hier für das Nichtstun des Bürgermeisters am Pranger“, kontert Torben Klöhn: „Es gibt einen eindeutigen Beschluss. Stattdessen wird uns nur wieder der Antrag der TMS vorgelegt und dazu auch noch eine abweichende Empfehlung der Verwaltung. Es geht mir nicht um zwei oder drei Computerräume, aber das muss von Fachleuten begründet sein.“

Die Verwaltung macht jetzt Tempo. Auf Nachfrage teilte Thomas Sobczak gestern mit: „Das soll im März wieder auf die Tagesordnung. Wir haben noch mal Gespräche mit den Schulen aufgenommen.“

 

 

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