Bargteheide : Verspätete Müllabfuhr: Den Anwohnern stinkt es

Anwohner des Meisenwegs sind am meisten verärgert über die Verzögerungen bei der Müllentsorgung, hier gibt es schon seit anderthalb Jahren Probleme: Thomas Bachmann, Sieglinde Malo und Manfred Kindler standen gestern vor den noch vollen Tonnen (v. l.).
Anwohner des Meisenwegs sind am meisten verärgert über die Verzögerungen bei der Müllentsorgung, hier gibt es schon seit anderthalb Jahren Probleme: Thomas Bachmann, Sieglinde Malo und Manfred Kindler standen gestern vor den noch vollen Tonnen (v. l.).

Die Müllentsorgung in Bargteheide kommt immer später. Grund ist die angespannte Personalsituation bei Müllwerkern.

shz.de von
18. Mai 2018, 12:15 Uhr

Bargteheide | Der Verdruss über die verspätete Müllabfuhr in Bargteheide wächst. Es geht dabei vor allem um den Restmüll, der seit einigen Wochen erst mit bis zu fünf Tagen Verspätung abgeholt wird. Besonders verärgert sind die Anwohner des Meisenwegs, die schon länger dieses Problem haben. Der Meisenweg ist eine enge Stichstraße in der „Vogelsiedlung“, deren Wendehammer zu eng für die Müllfahrzeuge ist. Deswegen wurde hier für Mittwochmorgens ein Halteverbot angeordnet. Die Anwohner achten verstärkt darauf, dass in dieser Zeit keine Autos am Straßenrand stehen.

„Das nützt uns aber nichts, wenn am dritten Dienstag im Monat das Altpapier abgeholt wird“, sagt Sieglinde Malo. Viele Anwohner transportieren ihre Restmüllbehälter schon bis zur Kreuzung mit dem Amselweg, damit die Müllfahrzeuge nicht in die enge Sackgasse einbiegen müssen. Doch auch von dort aus wurden sie erneut nicht geleert.

Verzögerungen gab es im Meisenweg auch bei der Entsorgung von Biomüll. „Es stinkt mir“, schreibt Anwohner Thomas Bachmann in einem offenen Brief an die Bürgermeisterin. Denn die Mischung aus Garten- und Küchenabfällen fange in dieser Jahreszeit an zu leben und Gase bildeten sich in den Biotonnen. Zu einem Gesprächstermin mit der Bürgermeisterin und dem Ordnungsamt bereits im vergangenen Oktober sei kein Vertreter der Abfallwirtschaft gekommen.

Müllwagen sollen nicht mehr rückwärts fahren

„Die Probleme gibt es bei uns schon seit Oktober 2016, vorher hat es die nie gegeben“, sagt Anwohner Manfred Kindler. Seitdem verzögerte sich die Leerung immer wieder. 80 bis 100 Anwohner seien davon betroffen. Verschärft wurde das Problem durch die seit März geänderten Abholtermine und in letzter Zeit auch durch die Feiertage mit ihren Terminverschiebungen.

Ein Problem sei die neue Vorschrift der Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltung, dass die Müllwagen nicht mehr rückwärts in eine Straße einfahren dürfen, so Kindler. „Wir wissen, dass der Kreis als Auftraggeber für die Entsorgung zuständig ist und wollen nicht stänkern.“ Dort würden die Gremien nach der Kommunalwahl jetzt neu besetzt. Der Wunsch der Anlieger sei nur eine geordnete Entsorgung.

Die Abfallwirtschaft Südholstein AWSH bittet darum, nicht geleerte Behälter am Straßenrand stehen zu lassen und bittet um Verständnis. Sie würden dann später geleert. Die Personalsituation bei den Müllwerkern sei zurzeit angespannt.

Anrufe bei der AWSH landeten in einem Callcenter, so Kindler: „Wir werden nicht durchgestellt, man bietet uns nur einen Rückruf an.“ Nach mehrfachen Kontaktversuchen habe man ihm nur die Zusendung von zusätzlichen Müllbeuteln angeboten, sagt Bachmann. „Die werden aber erst bei der nächsten Regelentleerung mitgenommen.“
 

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