Falschmeldung im Internet : Vermeintlicher Notfall war nur planmäßiger Halt

Da gab es nichts mehr zu retten: Im November kam eine 56-Jährige kam mit ihrem Ford vor den Zug und wurde 500 Meter mitgeschleift.
Da gab es nichts mehr zu retten: Im November kam eine 56-Jährige kam mit ihrem Ford vor den Zug und wurde 500 Meter mitgeschleift.

Durch Soziale Netzwerke geistert eine Meldung von offenen Schranken, Notbremsung und beinnahe Katastrophe in Rümpel. „Das ist absoluter Unsinn“ sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

Andreas Olbertz. von
18. September 2015, 06:00 Uhr

Das Unglück ist vielen noch in Erinnerung: Eine 56-Jährige quert mit ihrem Auto den Bahnübergang Rümpel-Rohlfshagen, wird genau in dem Moment von einem Zug erfasst und getötet. Wie es zu diesem Unglück kommen konnte, ist immer noch unklar. Es gibt Hinweise, dass die Ampel zwar rot zeigte, die Schranken aber hoch waren.

Und jetzt machen im Internet Gerüchte die Runde, genau so ein Unglück habe grade noch verhindert werden können. Am Dienstag um 16.40 Uhr seien die Schranken erneut hoch gewesen und der Lokführer habe die Katastrophe durch eine Notbremsung grade noch verhindert.

Wie das so ist mit Gerüchten in Sozialen Netzwerken. Ja, die Schranken waren hoch. Ja, da stand ein Zug. Aber, so Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizei Kiel: „Es hat zu keiner Zeit eine Gefährdung gegeben.“ Ein Augenzeuge hatte die Polizei alarmiert. „Landes- und Bundespolizei waren mit dem Notfallmanager der Bahn vor Ort und haben ermittelt“, erklärt Menge. Ergebnis: Es handelte sich um einen planmäßigen Halt, weil zwischen zwei Signalen nur ein Zug fahren darf, musste dieser kurz vor dem Übergang in Fahrtrichtung Hamburg warten, bis der Abschnitt frei war. Matthias Menge: „Der Stand da wie an einer roten Ampel. Der wäre ganz sicher nicht weiter gefahren, ohne dass die Schranken geschlossen worden wären. Das war vom Zeugen falsch eingeschätzt worden.“

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