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Bad Oldesloe : Verkaufsoffenen Sonntagen droht das Aus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die IG Handel kündigt ihre Auflösung an. Neue Organisatoren des Einkaufsvergnügens sind nicht in Sicht.

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erstellt am 18.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Ein Landmarkt , eine kleine Gourmetmeile und zum Abschluss ein Laternenumzug – die „Interessengemeinschaft Handel“ verabschiedet sich mit dem vierten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres am 5. November und löst sich auf. „Diese Veranstaltungen kosten viel Kraft. Wir sind nur sieben Organisatoren im Team“, ließ Eva-Marie Bruszies gestern die Katze aus dem sprichwörtlichen Sack. „Es hat immer Spaß gemacht, gemeinsam mit den anderen Engagierten, aber jetzt hören wir auf“, führt sie weiter aus. „Wir müssen alle noch unsere Geschäfte führen. Als Kaufleute hoffen wir, dass es weiterhin verkaufsoffene Sonntage gibt, aber als Organisatoren können wir es nicht mehr“, sagt auch Marco Schmidt.

„Ich bin überrascht, aber ich habe Verständnis“, so Agnes Heesch Verantwortliche für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, Tourismus und Wirtschaftsförderung bei der Stadt Bad Oldesloe. „Es ist leider nicht gelungen, dass mehr Kaufleute wirklich an einem Strang ziehen. Die Organisatoren haben sich immer viel Mühe gegeben. Dass sie jetzt zum Teil frustriert sind, ist bitter“, so Heesch. „Nachtreten bringt aber nichts. Wie es weitergeht, muss man sehen. Der Bürgermeister ist noch nicht mal informiert. Daher möchte ich mich da nicht aus dem Fenster lehnen“, sagt Heesch. Die Finanzierung der Sonntage habe entgegen anders lautender Gerüche von Seiten der Verwaltung für 2018 aber nicht zu Disposition gestanden. „Die 16  000 Euro Förderung sind im Haushalt eingeplant. Natürlich war und ist es aber das Ziel, dass die Kaufleute es schaffen, dass der verkaufsoffene Sonntag auf eigenen Beinen steht. Man muss jetzt Gespräche führen. Es bleibt fast keine Zeit“, so Heesch weiter. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es 2018 diese Veranstaltungen nicht gibt, ist aktuell durchaus groß“, ergänzt sie.

„Vielleicht springt der neue Wirtschaftsverein ja ein“, deutet Schmidt derweil ein Gedankenspiel an. „Wir sehen die Zukunft der verkaufsoffenen Sonntage in der Kombination bestehender, professionell durchgeführter Veranstaltungen mit sinnvollen Ladenöffnungen“, sagt Nicole Brandstetter vom Wirtschaftsverein. „Für das bestehende Event Pflasterart könnte das zum Beispiel bedeuten, dass auch die Ladengeschäfte zu Orten der Kultur werden. Künstler performen nicht nur auf der Straße, sondern auch in den Geschäften“, führt sie ein Beispiel an.

Inken Kautter, Leiterin der Kulturabteilung der Stadt, tritt in diesem Fall vorsichtig auf die Bremse. „Bei kulturellen Veranstaltungen können gerne die Geschäfte öffnen, aber Events wie Pflasterart haben feste Konzepte und die spielen sich nicht in Läden ab. Kulturelle Veranstaltungen haben ihre Bedingungen, während Kaufleute natürlich zurecht auch ihre Wünsche haben. Wo das zusammenpasst, sind Gespräche möglich. Aber bei größeren Kulturevents steht die Kultur im Vordergrund und nicht primär das Interesse von Kaufleuten“, stellt Kautter klar.

 

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