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Stormarner Wochenschau : Verdoppelung aus Erfahrung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Soll hier jemand über den Tisch gezogen werden? Doch wohl nicht wirklich, oder ist jemand anderer Meinung?

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erstellt am 06.Sep.2015 | 11:00 Uhr

Planlos:

Bad Oldesloe und sein Veranstaltungsmanagement – das ist … naja … nicht immer ganz glücklich. Unvergessen die Idee, zum verkaufsoffenen Sonntag „Muscle-Cars“ in die Stadt zu holen. Chromblitzende US-Schlitten mit riesigem Hubraum und entsprechendem Sprithunger. Das wäre ganz sicher eine Attraktion geworden. Dumm nur, dass mit dem Stadtradeln zeitgleich eine Klimaschutzaktion starten sollte. Von daher ist es verständlich, dass Politik ein Konzept einfordert. Es geht um einen fetten fünfstelligen Betrag, da muss die Frage erlaubt sein: „Was habt ihr euch dabei gedacht?“ Kann jeder mit halbgaren Ideen kommen, und die Stadt gibt Geld? Da wären ein paar Erläuterungen schön gewesen. Zum Beispiel zum Stadtfest. 10  000 Euro sollen dafür plötzlich in den Haushalt. „Oh Gott“, stöhnte Hauptamtsleiter Malte Schaarmann nur auf, als dazu Fragen kamen. Die Summe sei eine „Verdoppelung aus Erfahrung“. Sabine Stock vom altStadt-Vorstand, der die vergangenen Stadtfeste organisiert hat, kann sich daran nicht erinnern: „Wir haben für den verpflichtenden Kulturhof, da dort keine Einnahmen generiert wurden, 4000 Euro erhalten, die wir hätten zurückzahlen müssen, wenn wir sie nicht verbraucht hätten.“ Und auch dieses Geld war keine Pauschale, sondern musste beantragt und belegt werden. Und dann durfte der Zuschuss höchstens 50 Prozent sein. Wer macht das Stadtfest nächstes Jahr eigentlich? Schaarmann musste einräumen, nicht im Film zu sein, er wisse aber, das Bürgermeister von Bary eine Entscheidung getroffen habe. Das Tageblatt kann helfen: Tiedemann art production hat den Zuschlag erhalten. „Wir sind Ihre Agentur für Events mit Persönlichkeit“, werben die Hamburger auf ihrer Homepage. Wir sind gespannt.

Atheisten

Der Kindergarten in der Schulstraße wird nächstes Jahr 60 Jahre alt und ist damit die älteste Kita in Ahrensburg. Ob 2016 Grund zum Feiern besteht, ist aber noch offen. Die Kirche als Träger der Kita möchte ihren Eigenanteil reduzieren. Mit einer guten Begründung, denn die Kirche trägt die Gebäudekosten. Die möchte sie in Zukunft angerechnet wissen, so wie es die Stadt auch bei anderen Trägern hält. Kirche und Stadt hatten in letzter Zeit zwar einige Händel ausgefochten, bei denen die Stadtverordneten das Gefühl hatten, sie sollten über den Tisch gezogen werden. Aber kann das ein Grund sein, der Kirche Geld zu verweigern, das man anderen anstandslos zukommen lässt? Religionsgebundene Träger müsse man anders bewerten als konfessionslose war ein Argumentation – Abgesehen von der philosophischen Frage, ob Atheismus nicht auch eine Art von Religion ist, stellt sich die Grundsatzfrage, ob eine Kommune weltanschauliche Gesinnungen zum Bewertungsmaßstab für finanzielle Erstattungen machen darf und sollte.

 

Vertrauen

Der Umgang der Stadt Ahrensburg mit der Kirche ist aber nicht nur den Ereignissen aus den letzten Jahren geschuldet, sondern hat gesellschaftspolitische Dimensionen. Die christlichen Kirchen haben ihre Deutungshoheit ebenso wie ihre Mehrheit in der Bevölkerung verloren. Die Kirche hat jahrhundertelang für sich in Anspruch genommen, die moralische Instanz zu sein. Jetzt muss sie sich nicht nur hinterfragen lassen, sie muss verlorenes Vertrauen wieder erarbeiten. Dass diese Erkenntnis schon gereift ist, darf bezweifelt werden.

 

Lesen

Auf Stormarns Schulhöfen wimmelt es immer noch. Ob sich die zahlreichen Schulanfänger aber mit Wimmelbildern zufrieden geben – da sind Zweifel angebracht.

 

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